Samstag, 28. Januar 2023
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SzeneAshleigh Gentle gewinnt Premiere der PTO Canadian Open

Ashleigh Gentle gewinnt Premiere der PTO Canadian Open

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www.thatcameraman.com photo by Darren Wheeler (www.thatcameraman.com)

Das Profirennen der Frauen bei den Canadian Open 2022 ist Geschichte. Mit starken Leistungen insbesondere in der zweiten und dritten Disziplin sichert sich Ashleigh Gentle souverän den Sieg. Laura Philipp kämpft sich nach vorn, muss sich jedoch wenige Meter vor dem Ziel Chelsea Sodaro geschlagen geben und wird Vierte.

Debütantin sorgt für Tempo im Wasser

Drei Runden galt es im See des Hawrelak Park, einem Naherholungsgebiet in Edmonton, zu schwimmen. Mit der Startnummer 33 war es Vittoria Lopes, die bei ihrem Mitteldistanzdebüt in der ersten Disziplin sofort aufs Tempo drückte und ihre Konkurrentinnen alsbald distanzieren konnte. Nach der ersten Runde lagen zwischen der Brasilianerin und einer folgenden Vierergruppe aus Sara Perez Sala (ESP), Julie Derron (SUI), Lauren Brandon (GBR) und Ashleigh Gentle (AUS) bereits rund 15 Sekunden. Laura Philipp, mit der Startnummer eins im Rennen, folgte an Position 26 mit 1:22 Minuten Rückstand. Nach der zweiten Runde konnte Lopes ihren Vorsprung auf die direkten Verfolgerinnen auf knapp 30 Sekunden vergrößern. Nach 27:25 Minuten stieg sie schließlich als Erste aus dem Wasser. Zwölf und 20 Sekunden später folgten Lauren Brandon und Sara Perez Sala. Nach knapp drei Minuten stand das Rad von Laura Philipp noch immer in der Wechselzone, bevor sie sich nach 31:07 Minuten im Wasser in einer größeren Gruppe auf den Weg zur zweiten Disziplin machte. Rund vier Minuten Rückstand galt es für Philipp zu Beginn der 80 Kilometer aufzuholen.

Findlay nimmt Verfolgung auf dem Rad auf

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Nach 45 Rennminuten hatte eine Gruppe aus sieben Athletinnen die Verfolgungsjagd auf die Führende ernsthaft aufgenommen. Dazu gehörten auch Nicola Spirig und Paula Findlay (Position drei), die bei ihrem Heimrennen gemeinsam mit ihrer Mutter sogar an der Ausarbeitung der Strecke beteiligt war. Schon bald konnte Findlay die Schweizerin Julie Derron an Position zwei ablösen und den Rückstand auf Vittoria Lopes auf 27 Sekunden reduzieren. Die Australierinnen Ellie Salthouse und Ashleigh befanden sich zu diesem Zeitpunkt nun an den Positionen zwei und drei, Derron und Spirig an vier und fünf. Nach der ersten von vier Runden auf dem Rad, nach knapp einer Stunde des Rennens, war Lopes schließlich in Sichtweite von Findlay, die nun lediglich zehn Sekunden dahinter unterwegs war und kurz darauf die Führung übernahm. Nicola Spirig konnte sich derweil sukzessive nach vorn auf Position vier arbeiten, mit gut 30 Sekunden Rückstand auf Paula Findlay. Ashleigh Gentle war zu diesem Zeitpunkt an Position fünf die letzte Athletin der Verfolgerinnen mit 36 Sekunden Rückstand, überholte jedoch eine Athletin nach der anderen, um sich an Gesamtposition drei zu platzieren. Laura Philipp hatte derweil ihren Rückstand langsam, aber sicher auf 2:56 Minuten reduziert und fuhr an Position 14.

Wechselnde Führung in vierköpfiger Verfolgergruppe

Bei den direkten Verfolgerinnen Findlays kam es zu häufigen Führungswechseln. Nach 1:15 Stunden des Rennens war es Nicola Spirig, die mit 44 Sekunden Rückstand als Dritte unterwegs war. Lopes konnte ihre Position zwei stabil halten, während Laura Philipp einen weiteren Platz gutgemacht hatte. Damit hörte sie nicht auf: Nach 1:24 Stunden Gesamtdauer und knapp der Hälfte der Radstrecke hatte sie sich auf Position acht nach vorn gearbeitet, der Rückstand auf die Führende war auf 2:43 Minuten geschmolzen. Zu Beginn der dritten Radrunde fuhren Ashleigh Gentle, Ellie Salthouse, Nicola Spirig und Vittoria Lopes an den Positionen zwei bis fünf hinter Paula Findlay mit Rückständen zwischen 1:06 und 1:11 Minuten. Laura Philipp konnte derweil eine weitere Athletin hinter sich lassen und sich Position sieben sichern (+2:53 Minuten). Bei dieser Aufholjagd war es wenig überraschend, dass sie von allen Athletinnen am schnellsten unterwegs war. Paula Findlay ließ sich ihre Führung nicht mehr nehmen. Mit einem Vorsprung von 1:34 Minuten ging es für sie vor jubelndem heimischem Publikum durch die Wechselzone auf die letzte Radrunde. An der Zusammensetzung der Verfolgerinnengruppe hatte sich nichts geändert, die Athletinnen wechselten sich in der Führungsarbeit ab – teils mit augenscheinlich weniger als den geforderten 20 Metern Abstand. Gefährlich werden konnte die Gruppe Findlay jedoch nicht, denn diese hatte wenige Kilometer vor der zweiten Wechselzone einen Vorsprung von gut zwei Minuten. Zu diesem Zeitpunkt hatte sich noch die US-Amerikanerin Jocelyn McCauley zur Gruppe der Verfolgerinnen gesellt. Laura Philipp war mit einem Rückstand von rund 2:45 Minuten nach wie vor an Position sieben unterwegs.

Findlay nimmt Führung mit, Philipp holt auf

Nach 2:25 Stunden des Rennens wechselte Paula Findlay schließlich als Erste in die Laufschuhe – zügig, jedoch ohne Hektik, denn der Vorsprung war mittlerweile auf rund 2:30 Minuten gewachsen. Vittoria Lopes musste vor dem Wechsel noch eine Zeitstrafe verbüßen, die sie beim Schwimmen wegen eines falschen Umschwimmens der Boje erhalten hatte. Laura Philipp konnte derweil eindrucksvoll ihre Laufstärke demonstrieren, indem sie eine Athletin nach der anderen einsammelte. An den Verpflegungsstellen lautete die Devise: kühlen, trinken, verpflegen. Bei der ersten Zeitmessung war Philipp auf Position drei nach vorn gelaufen, der Rückstand auf 2:33 Minuten geschrumpft. Vor Philipp und hinter Findlay lief nur Ashleigh Gentle, die ihren Rückstand auf die Kanadierin auf 1:21 Minuten verkleinert hatte. Paula Findlay musste nun kämpfen, um ihren Vorsprung abzusichern, was ihr jedoch nicht gelang.

Ashleigh Gentle setzt sich ab

Nach gut acht Kilometern hatte Ashleigh Gentle ihre Aufholjagd abgeschlossen und konnte sich zügig absetzen. Nach circa zehn Laufkilometern betrug ihr Vorsprung bereits 23 Sekunden, Paula Findlay akzeptierte die Situation und hatte nichts entgegenzusetzen. Laura Philipp, noch immer solide auf Platz drei liegend, schien derweil für ihr hohes Tempo zu Beginn bezahlen zu müssen, ihr Rückstand war auf gut drei Minuten gewachsen.

Krimi beim Kampf um das Podium

Auf Platz vier nach vorn gelaufen, und rund 50 Sekunden dahinter, war derweil Chelsea Sodaro, die Zweitplatzierte hinter Philipp beim Ironman Hamburg. Knapp sechs Kilometer vor dem Ziel betrug Philipps Rückstand zwar gut 3:30 Minuten, der dritte Platz schien dennoch sicher. Mit komfortablen 1:32 Minuten ging Gentle schließlich in die letzte der vier Laufrunden, viereinhalb Kilometer trennten sie noch vom Sieg. Der Kampf um das Podium war zwischen Laura Philipp und Chelsea Sodaro schließlich eröffnet. Nur zehn Sekunden trennten die Athletinnen zu Beginn der letzten Runde. 

Nach 3:30:54 Stunden sicherte sich Ashleigh Gentle schließlich souverän den Sieg sowie ein Preisgeld von 100.000 US-Dollar. Keineswegs enttäuscht, sondern jubelnd und feiernd, lief Paula Findlay nach 3:33:16 Stunden als Zweite ins Ziel. Der dritte Podiumsplatz wurde schließlich im Zielsprint zugunsten von Chelsea Sodaro entschieden, die nach 3:34:56 Stunden nur 14 Sekunden vor Laura Philipp ins Ziel rannte.

PTO Canadian Open | Frauen

23. Juli 2022 | Edmonton, Kanada
PlatzNameNationGesamtzeit2 km Swim80 km Bike18 km Run
1Ashleigh GentleAUS3:30:5327:501:58:021:03:17
2Paula FindlayCAN3:33:1628:371:55:101:07:06
3Chelsea SodaroUSA3:34:5631:061:57:561:04:09
4Laura PhilippGER3:35:1031:071:55:181:07:06
5Julie DerronSUI3:36:1727:462:02:111:04:54
6Holly LawrenceGBR3:37:4328:322:00:201:07:02
7Vittoria LopesBRA3:38:1327:25
2:00:091:09:09
8Ellie SalthouseAUS3:38:3328:291:57:321:10:47
9Sophie WattsUSA3:39:2730:022:00:071:07:31
10Nicola SpirigSUI3:39:5028:431:57:591:11:36
Anna Bruder
Anna Bruder
Anna Bruder wurde bei triathlon zur Redakteurin ausgebildet. Die Frankfurterin zog nach dem Studium der Sportwissenschaft für das Volontariat nach Hamburg und fühlt sich dort sehr wohl. Nach vielen Jahren im Laufsport ist sie seit 2019 im Triathlon angekommen und freut sich auf die erste Langdistanz.
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7 Kommentare

  1. Ein sehr spannendes Rennen, aber massives drafting in der chase group hinter Paula. Keine Chance für Laura heranzukommen. Ein Armutszeugnis für die PRO, die mit der 20m Regel wirbt.

  2. Dass Philipp beim Radfahren nicht herankam, lag nicht an der Chase Group. Auch Findlay musste alleine Tempo machen. Abgesehen davon verlor die Chase Group sogar Zeit auf Paula.

  3. Paula ist in der Tat sauber gefahren, hat aber viel mehr investiert als die chase group. Ashley hat davon erheblich profitiert. Zum Glück hat Nicola nicht gut abgeschnitten, die hat m. E. am meisten gedraftet.

    • Betreffend Nicola gebe ich dir sogar als CH recht – leider. Man sollte aber gleichwohl auch berücksichtigen, dass sich viele Athletinnen die notwendigen Abstände mangels Erfahrung nicht gewohnt sind: In der World Series ist drafting ja erlaubt. Hinzu kommen die unterschiedlichen Räder. Nicole war bergan immer deutlich schneller mit ihrem Tarmac, hatte aber bergab keine Chance gegen die schnellen TT-Räder… All dies zusammen macht es nicht einfach für die Teilnehmenden – das Rennformat muss sich halt erst noch etablieren. Das Drafting war vor allem ganz am Anfang und bei der Einfahrt in T2 extrem. Ich gehe davon aus, dass die PTO die Athletinnen für die nächsten Rennen eingehender Vorwarnen und auch Strafen aussprechen wird. Bei den Männern war es ja entgegen unserer Befürchtung meiner Meinung nach viel besser. Spannend war es allemal, da die Distanzen besser aufeinander abgestimmt sind.

  4. War ein toller Lauf von Gentlemans und auch Laura Philipp war richtig stark unterwegs, dafür das sie für die Langdistanz trainiert. Einen Zielsprint konnte ich aber von ihr am Ende nicht erkennen.
    Ich fand die Übertragung auch top. Lediglich eine bessere Anzeige der Abstände und bereits zurückgelegte Strecke hat mir gefehlt. Das hat sich häufig auf die ersten 5-10 Athleten beschränkt. Zum Glück gibts noch die App.

  5. Wenn man die Norweger aussen vor lässt, kommt diese Format doch eher den Kurzstrecklern entgegen. Wäre halt schön wenn es auf der PTO Tour in der Zukunft auch längere Rennen gibt, damit die Langdistanzler auch eine Chance haben. Es muss ja nicht gleich Ironman sein, aber eine Streckelänge (ohne Hm) wie beim Alpe D’Huez Triathlon (2,2 km Schwimmen, 118km Rad und 20km Laufen) wuerde die Siegchancen deutlich verschieben

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