Donnerstag, 9. Februar 2023
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SzeneEin Traum, den man sich leisten können muss

Ein Traum, den man sich leisten können muss

Der Ironman Hawaii ist das Traumziel vieler Triathleten. Doch die Qualifikation für den berühmtesten Triathlon der Welt ist nur eine Hürde auf dem Weg nach Kona. In Deutschland werden 80 der rund 2.500 Startplätze bei der Europameisterschaft in Frankfurt vergeben, 40 weitere beim Ironman Hamburg. Auch die Kosten für eine Teilnahme sind nicht unerheblich. Wir haben die Investitionen für die notwendige Ausstattung und den jährlichen Verbrauch aufsummiert – und kommen auf 20.000 Euro.

Der durchschnittliche Ironman

Das Wort „durchschnittlich“ trifft auf den typischen Ironman wohl kaum zu. Es sind besondere Menschen, die sich dieser besonderen Sportart verschrieben haben. Die von der World Triathlon Corporation ver­öffentlichten Statistiken über die Ironman-­Teilnehmer geben einen Einblick: Die meisten Kona-Starter trainieren zwischen 18 und 30 Stunden pro Woche, aufgeteilt in 11,3 Kilometer Schwimmen, 373,3 Kilometer Radfahren und 77,2 Kilo­meter Laufen. 75 Prozent haben einen Hochschulabschluss.

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Die WM-Teilnehmer sind im Schnitt 43 Jahre alt, 28 Prozent sind Frauen. Agegrouper qualifizieren sich bei einem der rund 40 globalen „Qualifier“, indem sie eine vordere Platzierung in ihrer Altersklasse erzielen. Jedes Rennen hat in der Regel zwischen 40 und 80 „Slots“, die proportional je nach Teilnehmerzahl auf die Altersklassen verteilt werden. 90 Prozent der Qualifizierten nehmen ihr Startrecht auch wahr. Nur die Weltmeister jeder Agegroup sind automatisch für das folgende Jahr qualifiziert. Möglich ist die Quali auch über das Legacy-Programm: 100 Plätze werden an Athleten vergeben, die schon 12 Ironman-Finishes, aber keines in Kona vorweisen können, und verschiedene andere Kriterien erfüllen müssen. Immer wieder diskutiert und umstritten ist eine Lotterie, bei der Startplätze verlost werden.

Sportliche Leistung – und sonst?

Machen wir uns nichts vor: Triathlon ist ein Sport der Besserverdienenden und in den höheren Leistungsklassen auf den längeren Distanzen tummeln sich in der Regel Menschen, deren Sozialstatus diese Leistungsfähigkeit aus verschiedensten Gründen hergibt. In den USA hieß es lange Zeit in Businesskreisen, Triathlon sei das neue Golf. Ob das gewählte Equipment und die körperliche Leistungsfähigkeit immer zusammenpassen, ist dabei eine ganz andere Frage. Allerdings ist eine Spitzenleistung, die für eine Hawaii-Quali nötig ist, heutzutage in den hochumkämpften Leistungsklassen auch nur möglich, wenn die Ausstattung, Ernährung und Vorbereitung auf dieses Ziel abgestimmt sind. Und das alles kostet Geld. Wir haben in unserer Übersicht einmal die Grundinvestitionen zusammengestellt, die nötig sind, um den Triathlonsport auf höchstem Niveau zu betreiben. Viele Ausstattungsgegenstände haben sich vielleicht schon in der sportlichen Vita angesammelt und müssen nicht und vor allem nicht jedes Jahr neu angeschafft werden. Und keine Frage, mehr geht immer – weniger tut es manchmal aber auch. Betrachten Sie die Tabellen und Summen daher als Anhaltspunkte.

Frank Wechsel
Frank Wechsel
Frank Wechsel ist Herausgeber der Zeitschriften SWIM und triathlon. Schon während seines Medizinstudiums gründete er im Oktober 2000 zusammen mit Silke Insel den spomedis-Verlag. Frank Wechsel ist zehnfacher Langdistanz-Finisher im Triathlon – 1996 absolvierte er erfolgreich den Ironman auf Hawaii.
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6 Kommentare

    • Man muss schon zwischen Investitionen und laufende Kosten unterscheiden. Neo und Rad sollte man über 5 Jahren (mindestens) absxhreiben. Dafür sind die Reise und Übernachtungskosten für das Qualifying Race vergessen worden. Aber wichtiger! Bei wohl eine kleine Minderheit wird die Quali bei ersten mal klappen. Aber klar die Kosten sind sehr hoch.

  1. Also ich finde diese Aufzählung auch sehr unglücklich..
    Kaum jemand fängt doch mit Triathlon an, kauft sich sein gesamtes Equipment (inkl. 2 Fahrräder etc.), mit dem Ziel sich direkt für Hawaii zu qualifizieren ?!
    Wenn man sich das Projekt “Hawaii” vornimmt, macht man doch schon einige Jahr Triathlon und startet nicht bei Null, sowie diese Aufzählung vermuten lässt.
    Viel interessanter wäre es doch, mal aufzuzeigen, was “nur” für Hawaii notwendig wäre?!

    P.S.: Die Kosten 1000€ für die Quali habt ihr 2 mal gelistet (Unter Reisen und unter Startgelder)

    • Das würd ich auch gut finden 🙂 Quasi so ein “Komplettpaket” – ich hab ein Fahrrad und Sonnencreme, es ist November und nächstes Jahr will ich nach Kona. Wo/welche Rennen muss ich machen und was kostet mich das dann, bis ich Ende Oktober wieder daheim bin.

      • Die Aufstellung ist sehr unglücklich. Ein Neo von 700 Euro, da reden wir von einem Topmodell, mit einem Mittelklassemodell ab 400 Euro klappt es auch, bei guter Pflege hält er seine 5 Jahre. Wer stark auf dem Rad ist, braucht nicht unbedingt ein Triathlonrad.

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