Freitag, 3. Februar 2023
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SzeneDas Ziel steht

Das Ziel steht

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Beim Klagenfurter Adventlauf konnte Sonja Tajsich ihre Altersklasse über 10 Kilometer gewinnen.

Es ist amtlich! Und ich freue mich ungemein, dass ich euch alle daran teilhaben lassen kann: Ich habe erneut einen Startplatz für den Swissman Xtreme Triathlon zugesagt bekommen und seit diesem Moment bin ich direkt doppelt so motiviert. Denn eine Sache trifft auf mich zu 100 Prozent zu: Mit einem Ziel geht alles leichter. 

Gefangen im Teufelskreis

Kurzer Rückblick für alle diejenigen, die es nicht wissen können, weil ja schon ein paar Jährchen ins Land gezogen sind: Ich habe 2018 meine Profikarriere beendet und erst mal ein ganzes Jahr wilde Rennen über ungewohnte Distanzen absolviert, um ja keinen Vergleich zu haben. Den Sport mache ich wirklich unfassbar gern und habe fast schon verzweifelt eine Lösung gesucht, nicht wie viele andere „Ex-Profis“ das Rad an den Nagel hängen zu müssen, weil es mir nicht gelingt, an die gewohnten Leistungen anzuknüpfen. Aber ein wenig verstehen kann ich es schon auch: Man weiß, was man mal konnte und allein altersbedingt ist diese Leistungsfähigkeit einfach nicht mehr aufrechtzuerhalten. Punktum: Im ersten Jahr nach Ende der Profikarriere habe ich allerhand Sprintwettkämpfe gemacht, zu denen ich null Komma null Vergleichswerte hatte sowie solche Formate, die ich schon immer spannend fand, nur nie die Möglichkeit hatte. Einfach, weil es vorher nie in den Saisonplan gepasst hat oder weil das Verletzungsrisiko hoch war. So war ich dann beim Mythos Großglockner, dem Glocknerkönig und dem Trimotion Saalfelden. Es war ein herrliches Jahr. 2020 gab es dann Corona und ich bin ziellos wie viele andere rumgedümpelt, habe Outdoorsport betrieben, um mich weiterhin fit zu halten. Ohne jegliche Ambition, ohne Struktur und ohne Plan. Ich bin furchtbar viel Rad gefahren, wenig gelaufen und fast überhaupt nicht mehr geschwommen. Ganz prima hat mir anfangs das viele Radeln gefallen, aber das Laufen wurde immer zäher, je weniger ich gemacht habe. Die Lust wurde immer kleiner, weil es so frustrierend war. Und so richtig zufrieden hat mich das dann doch nicht gestimmt. Ohne Ziel ist es ein richtiger Teufelskreis. Man lässt es schleifen, weil es nichts gibt, worauf man gezielt trainiert. Dann nimmt die Form ab und weil das spaßbefreit ist, macht man weniger. Und in dieser Spirale war ich ein klein wenig gefangen … 

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Erst mit dem neuen Ziel Swissman Xtreme Triathlon, das mich im September 2021 als „Wie-der-Blitz-Idee“ gefangen hat, habe ich mich besonnen, das Schwimmen und Laufen regelmäßig und behutsam neu aufgenommen und schon bald große Freude daran gefunden. Radfahren blieb hier im herrlichen Kärnten mit seinen vielen Höhenmetern mein Lieblingssport und so habe ich dann doch den Entschluss gefasst, mich diesen Oktober zum zweiten Mal für den Istria 300 nach Porec zu begeben. Ach, war das schön! Mir wird bei diesem Event immer klar, dass für mich das Motto „je länger, desto besser“ gilt und ich habe dort großen Mut gefasst sowie ein feines wohliges Bauchgefühl zurückgefunden, dass ich bereit für einen erneuten Anlauf bin. Denn vergangenes Jahr war mir der Start aufgrund einer ziemlich fiesen langwierigen Covid-Geschichte mitsamt Post-Covid-Fatigue verwehrt. 

Anlauf zum Zweitversuch

Nach der erneuten Anmeldung für das Losverfahren habe ich am 21. November die ersehnte Mail bekommen, einen Startplatz für den 24. Juni zu haben. Juhu! Mein Training hat just in diesem Moment Struktur bekommen und ich habe mich für den Adventslauf angemeldet. Der Fokus liegt in meinem Training auf viel Grundlage, gespickt mit Technik- und Motoriktraining. Längere härtere Intervalle habe ich keine gemacht, aber seltsamerweise ist es bei mir so, dass sobald ein Startschuss fällt, ich mehr leisten kann, als ich mir jemals vor dem Rennen träumen lassen würde. Das war schon in meiner Profi-Zeit so und es zieht sich weiter durch meine Laufbahn. Sobald ich eine Startnummer trage, laufe ich zu einer Form auf, die keine meiner Trainingsresultate hätte voraussehen lassen. So bin ich die zehn Kilometer in einer Zeit von 39:12 Minuten gerannt und bin höchst zufrieden, mit meinen fast 47 Jahren die Vier-Minuten-Marke bei der Pace unterboten zu haben. 

Wenn das keine Aussichten sind! Ich bin gesund, ich bin unverletzt und ich habe wieder ein Ziel. Meine Radleistung im Oktober auf 300 Kilometern mit 5.000 Höhenmetern war besser als im Jahr zuvor. Meine Zehn-Kilometer-Zeit liegt unter 40 Minuten. Und seit meine kleine Maus, die sechsjährige Julia, zweimal pro Woche ins Schwimmtraining geht, finde ich auch perfekte Trainingszeiten im Wasser. Zweimal pro Woche muss derzeit einfach reichen. Ich denke aber, dass bei einem Event wie dem Swissman das Schwimmen nicht entscheidend ist. Denn dort muss ich dann 180 Kilometer mit 3.770 Höhenmetern radeln und 42 Kilometer mit knapp 2.000 Höhenmetern auf die Kleine Scheidegg laufen. Und ein bisschen Zeit ist ja noch für gezieltes strukturiertes Training auf ein Ziel mit echtem Mehrwert …

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2 Kommentare

  1. Hallo Sonja

    Spannend dein Blog zu lesen, ich bin 2023 auch beim Swissman am Start.
    Das Training für dieses einmalige Abenteuer ist schon voll am laufen, es gibt noch einiges zu tun 😉

    Dir weiterhin eine gute Vorbereitung und viel Spass beim trainieren und bloggen.

    Sportliche Grüsse aus der Schweiz

    Thomas

    • Übrigens gibt es in diesem Jahr hoffentlich auch wieder den Helveticman https://helveticman.com/
      Leider musste dieser 2022 abgesagt werden, ich habe die Strecke mit einer Freundin aus Deutschland und einem Support Team aber trotzdem gemeistert 🙂

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