NEU! triathlon-News Ausgabe vom 26. Oktober, 06:01 Uhr · 1:01 Min · Kurzfassung

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Schlüsselbeinbruch, Reifenpanne, Taifun: Merle Brunnée feiert Sieg in China

Nach Wochen voller Rückschläge hat Merle Brunnée doch noch einen versöhnlichen Saisonabschluss erlebt. Weil die Challenge Shanghai wegen eines Taifuns abgesagt wurde, startete die Deutsche spontan beim Qiandao Lake Triathlon – und gewann.

Merle Brunnée beim Ironman Hamburg 2026 auf der Laufstrecke.
Nils Flieshardt / spomedis Das Laufen zählt neben dem Radfahren zu ihren Stärken. In China stellte Merle Brunnée ihre Fähigkeiten erneut erfolgreich unter Beweis.

Manchmal führt ein Plan B zum besseren Ende. Für Merle Brunnée war die Reise nach China eigentlich anders vorgesehen. Bei der Challenge Shanghai wollte die 32-Jährige nach schwierigen Wochen wieder ein erfolgreiches Rennen absolvieren. Doch wenige Tage vor dem Start machte das Wetter einen Strich durch die Rechnung. Wegen einer Taifunwarnung sagten die Veranstalter sämtliche Wettbewerbe ab.

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Brunnée musste umplanen und fand kurzfristig eine Alternative: den Qiandao Lake Triathlon. An dem als Thousand Island Lake bekannten See in der chinesischen Provinz Zhejiang stand eine Mitteldistanz auf dem Programm. Das Ergebnis: ein Sieg und endlich wieder ein Grund zum Feiern.

Starker Trainingstag mit Sieg als Belohnung

Die 1,9 Kilometer Schwimmen absolvierte Brunnée in 32 Minuten. Auf der 90 Kilometer langen Radstrecke, die rund 550 Höhenmeter aufwies, erreichte sie einen Durchschnitt von 41 km/h. Den abschließenden Lauf über nach ihren Angaben rund 20 Kilometer bewältigte sie in 1:21 Stunden. „Der Sieg war das i-Tüpfelchen“, freute sich die Deutsche. Zwar handelte es sich nicht um ein Profirennen, dennoch war Brunnée mit ihrem Auftritt zufrieden. Sie bezeichnete den Wettkampf als hochwertigen Trainingstag und als gelungene Entschädigung für die Enttäuschung in Shanghai. Dass dieser Erfolg für sie einen besonderen Stellenwert hat, liegt vor allem an der Vorgeschichte.

Anfang September hatte Brunnée bei der Duathlon-Langdistanz-WM in Zofingen ihren fünften Weltmeistertitel gewonnen. Dabei war sie auf der Radstrecke gestürzt, hatte das Rennen aber erfolgreich beendet. Nur eine Woche später startete sie beim Ironman Wales. Trotz Schmerzen an der Schulter absolvierte sie die komplette Langdistanz in 10:14:28 Stunden und wurde Vierte. Lediglich 20 Sekunden fehlten ihr zum Podium. Erst nach dem Wettkampf ließ sie die Schulter untersuchen. Die Diagnose: Schlüsselbeinbruch.

„Ich hatte Angst, dass tatsächlich etwas gebrochen sein könnte, aber ehrlich gesagt wollte ich es vor dem Start nicht wissen“, so Brunnée. Rückblickend sei sie selbst erstaunt gewesen, dass sie mit der Verletzung einen kompletten Ironman absolvieren konnte. Empfehlen würde sie dieses Vorgehen allerdings ausdrücklich nicht.

Zwölf Minuten Zeitverlust auf Mallorca

Nach der Verletzungspause kehrte Brunnée Mitte Oktober bei der Challenge Peguera Mallorca ins Renngeschehen zurück. Doch auch dort lief es nicht nach Plan. Direkt nach der Aufstiegslinie bemerkte sie einen platten Reifen. Die Reparatur kostete zwölf Minuten und damit jede realistische Chance auf eine Spitzenplatzierung. Brunnée setzte den Wettkampf trotzdem fort und belegte am Ende Rang zwölf. Mit einem Halbmarathon in 1:23 Stunden zeigte sie zumindest, dass ihre Laufform weiterhin stimmte.

„Es gab einige Tränen nach dem Zieleinlauf. Platz zwölf war weit von dem entfernt, was ich erreichen wollte“, erklärte sie. Dennoch sei ein vorzeitiger Ausstieg keine Option gewesen. Ihr Fazit: „Manche Tage testen deine Beine, andere deine mentale Stärke. Dieser Tag gehörte definitiv zur zweiten Kategorie.“

Das Happy End in China

Eine Woche später sollte die Challenge Shanghai die nächste Gelegenheit bieten. Doch am Freitag vor dem Rennwochenende folgte die Absage aufgrund einer Taifunwarnung der Stufe blau (niedrigste Stufe). Die zuständigen chinesischen Behörden hatten die Entscheidung aus Sicherheitsgründen getroffen. Brunnée reagierte enttäuscht, zeigte aber Verständnis. Ganz aufgeben wollte sie ihre Saison allerdings noch nicht. Nach dem WM-Titel, dem Schlüsselbeinbruch, einem knapp verpassten Podium, einer Reifenpanne und einem abgesagten Rennen dürfte dieser Sieg für die Deutsche mehr gewesen sein als ein gewöhnlicher Trainingstag.

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Jan Luca Grüneberg
Jan Luca Grüneberg
Nach dem Studium der Sportwissenschaften an der Deutschen Sporthochschule Köln ist Jan Luca Grüneberg seit 2022 bei spomedis und wurde dort zum Redakteur ausgebildet. Wenn er gerade mal nicht trainiert, hört oder produziert er wahrscheinlich Musik.

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