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2:52er Marathon
Laura Philipp gewinnt Ironman-EM dank überragender Laufleistung

Mit einem phänomenalen Marathon ist Laura Philipp in Finnland zur Ironman-Europameisterschaft gerannt. Sie ist damit die dritte Profi-Frau aus Deutschland, die den Kona-Slot für 2021 lösen konnte.

Jan Hetfleisch/Getty Images for IRONMAN Geschafft: Laura Philipp jubelt im Ziel der Ironman-Europameisterschaft.

Triathlonprofi Laura Philipp ist Ironman-Europameisterin. Die 34-Jährige setzte sich am Samstag beim EM-Rennen im finnischen Kuopio-Tahko dank einer überragenden Laufleistung mit deutlichem Abstand durch. Nur 2:52:45 Stunden benötigte Philipp für den abschließenden Marathon, wodurch sie ihre engsten Rivalinnen Jocelyn McCauley und Imogen Simmonds um mehr als 20 Minuten distanzierte. Zuvor hatten die drei das 3,8 Kilometer lange Schwimmen sowie die 180 Kilometer auf dem Rad mehr oder weniger Seite an Seite absolviert. Das Ziel erreichte Philipp nach 8:38:29 Stunden. „Das ist so großartig“, sagte die Siegerin im Zielinterview. “Eine solche Zeit habe ich auf diesem Kurs überhaupt nicht erwartet. Ich bin super zufrieden mit diesem Rennen.”

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McCauley bleib in 8:59:26 Stunden noch knapp unter der 9-Stunden-Marke. Die Schweizerin Simmonds wurde in 9:02:52 Stunden Dritte. Die weiteren deutschen Profi-Frauen, Svenja Thoes, Katharina Grohmann und Verena Walter, belegten die Plätze sechs, sieben und neun. Laura Zimmermann hatte das Rennen gar nicht erst aufnehmen können, nachdem sie sich am Morgen unwohl gefühlt hatte. Bereits in den letzten Tagen hatte ihr eine Erkältung die Vorbereitung auf die Langdistanz erschwert. Das Rennen 400 Kilometer nördlich von Helsinki wurde bei den Profis als reiner Frauen-Wettkampf ausgetragen. Für die Männer geht es morgen in Frankfurt um den EM-Titel über die Ironmandistanz.

Trio schon beim Schwimmen vorn

Schon beim Schwimmen im wunderschönen Syväri-See zeigte sich, worauf der lange Renntag hinauslaufen würde: Gemeinsam mit McCauley und Simmonds schlug Philipp an der Spitze ein Tempo an, dem die anderen Triathletinnen an diesem Tag nicht folgen konnten. “Auf dieses Schwimmen bin ich unheimlich stolz”, sagte Philipp, die sonst nicht als Topschwimmerin bekannt ist, später. “Es war wohl das erste Mal, dass ich mich im Wasser richtig selbstbewusst und gut fühlte. Ich habe mir immer wieder gesagt: Bleib dran! Bleib bei der Spitze!”

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Getty Images for IRONMAN Genussschwimmen im Land der Tausend Seen.

Angeführt von McCauley verließ das Trio, aus dem sich bis ins Ziel keine Athletin mehr einholen lassen sollte, nach 53:40 Minuten das Wasser, rund eine Minute hatten sie bis dahin auf die nächstbeste Schwimmerin, die Französin Manon Genet, herausgeholt. Svenja Thoes blieb als Sechste in 58:37 Minuten noch unter einer Schwimmzeit von einer Stunde. Die anderen deutschen Athletinnen bekamen von den drei Führenden sieben Minuten und mehr aufgebrummt.

Der Radkurs führte die Athletinnen über zwei Schleifen durch Wälder und die finnische Seenlandschaft. Vier kräftige Anstiege und insgesamt 1.100 Höhenmeter ließen kaum eine Möglichkeit, richtig ins Rollen zu kommen. Fast immer ging es entweder bergauf oder bergab. An der Spitze des Rennens änderte sich über die rund 4:48 Stunden im Sattel wenig, McCauley, Simmonds und Philipp blieben stets zusammen. Zwar musste McCauley nach etwa 40 Kilometern kurz anhalten, die 30 Sekunden, die sie dabei verlor, holte sie aber schnell wieder auf. Auch Simmonds fiel etwa zu dieser Zeit einmal kurzzeitig um einige Sekunden zurück, kam aber ebenso schnell wieder an Philipp und McCauley heran. Durch die gemeinsame Führungsarbeit vergrößerte die Führungsgruppe ihren Abstand nach hinten immer weiter. Nach 90 Kilometern lagen die drei bereits fünf Minuten vor der wacker allein fahrenden Einzelkämpferin Genet. Die Finnin Heini Hartikainen lag als Fünfte schon elf Minuten zurück. Walter, Grohmann und Thoes behaupteten einige Minuten dahinter ihre Positionen in den Top Ten. Ihre zunächst deutlich bessere Ausgangsposition hatte Thoes durch einen platten Reifen nach sechs Kilometern eingebüßt.

Philipp sucht die Entscheidung

Da sich auch auf der zweiten Radrunde keine Athletin nach vorn absetzen konnte oder wollte, musste die Entscheidung im Marathon fallen. Und hier schlug die Stunden von Laura Philipp. In ihrem erst dritten Langdistanzrennen überhaupt machte die 14-malige Ironman-70.3-Siegerin schon in T2 ihre Ambitionen deutlich. Mehr als 40 Sekunden holte sie beim Wechsel in die Laufschuhe heraus, danach war sie mit Kilometerzeiten um und bei vier Minuten auf und davon. Weder McCauley noch Simmonds konnten dieses Tempo auf dem welligen Terrain mit 60 Prozent Asphalt und 40 Prozent Schotterwegen mitgehen und fielen bis zum Halbmarathon zehn Minuten zurück. Schon jetzt war klar, dass sie der Hawaii-Vierten von 2019 an diesem Tag beim Laufen nicht gewachsen waren und es zwischen ihnen nur noch um Platz zwei gehen konnte. Dabei sah es zunächst gut für Simmonds aus, die zwischenzeitlich mehr als zwei Minuten auf McCauley herauslief. Auf den letzten zehn Kilometern drehte die US-Amerikanerin aber noch einmal das Momentum, holte Sekunde um Sekunde auf, und lief schließlich als Zweite vor Simmonds ins Ziel.

Laura Philipp lief derweil an der Spitze ungefährdet ihrem zweiten Sieg über die volle Distanz nach ihrem Triumph 2018 in Barcelona entgegen. “Ich fühlte mich auf der ersten Runde so gut, dass mir mein Trainer zurief, ich solle langsamer machen”, sagte die mit Abstand beste Läuferin des Tages. Erst auf den letzten zehn Kilometern, als Wind und Regen zunahmen, musste sie etwas Tempo herausnehmen, sonst wäre sie die 42,2 Kilometer womöglich noch unter 2:50 Stunden laufen. Doch auch so war es für Philipp ein bärenstarkes Rennen, für das sie sich völlig verdient die EM-Krone aufsetzen darf.

Ironman Finland | Frauen

14. August 2021 | Kuopio-Tahko (Finnland)
PlatzNameLandGesamt3,8 km Swim180 km Bike42 km Run
1Laura PhilippGER8:38:290:53:474:48:122:52:45
2Jocelyn McCauleyUSA8:59:260:53:404:48:213:13:01
3Imogen SimmondsSUI9:02:520:53:414:48:163:16:01
4Tiina PohjalainenFIN9:15:421:02:594:55:173:13:20
5Heini HartikainenFIN9:17:231:02:164:50:163:20:24
6Svenja ThoesGER9:17:440:58:375:04:053:10:24
7Katharina GrohmannGER9:24:451:07:364:54:193:18:22
8Tara GrosvenorGBR9:29:370:58:355:17:233:09:35
9Verena WalterGER9:35:081:01:024:57:183:31:38
10Alena SinaySVK9:36:551:00:555:03:443:27:56

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