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Starker fünfter Platz für Frederic Funk
Sieg für Gustav Iden bei den PTO Canadian Open

Gustav Iden hat die Canadian Open gewonnen. Spannung gab es aufgrund von Muskel- und Magenproblemen einiger Favoriten bis zur letzten Minute.

Silke Insel / spomedis Gustav Iden gewinnt die Canadian Open knapp vor seinem Landsmann Kristian Blummenfelt. (Archivbild)

Bei den Canadian Open der PTO Tour konnte man eine weitere norwegische Machtdemonstration beobachten. Gustav Iden gewinnt knapp vor Kristian Blummenfelt, während Frederic Funk einen starken fünften Platz absichert.

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Sechs Athleten in Spitzengruppe

Wie bereits die Profifrauen am Vortag, waren auch die Männer ohne Neoprenanzug auf den ersten zwei Kilometern im Wasser unterwegs. Erwartungsgemäß hielten die Kurzdistanzspezialisten, allen voran der Südafrikaner Henri Schoeman, von Beginn an das Tempo hoch. Schoeman gelang es jedoch zunächst nicht, eine Lücke zu reißen. Nach der ersten Runde waren ihm Aaron Royle (AUS), Ben Kanute (USA), Alistair Brownlee (GBR), Sam Laidlow (FRA) und Kyle Smith (NZL) direkt auf den Fersen. Kristian Blummenfelt folgte an zehnter Position mit 18 Sekunden Rückstand, Frederic Funk als 15. (+ 26 Sekunden). Sebastian Kienle stieg nach der ersten Schwimmrunde als 29. mit einer Minute Rückstand auf Schoeman aus dem Wasser. Nach der zweiten Runde hatte sich an der Zusammensetzung der Führungsgruppe nichts geändert, die Lücke zu den Verfolgern, angeführt von Kristian Blummenfelt, war jedoch auf 49 Sekunden gewachsen. Frederic Funk hatte zu diesem Zeitpunkt fünf Plätze gutgemacht und befand sich somit ebenfalls in der direkten Verfolgergruppe. Nach 25:01 Minuten war es schließlich Schoeman, der als Erster dem See entstieg. Es folgten Royle, Brownlee, Laidlow, Kanute und Smith im Abstand von bis zu 16 Sekunden. Die große Verfolgergruppe, in der sich unter anderem Blummenfelt, Iden und Funk befanden, kam schließlich mit 1:16 bis 1:30 Minuten Rückstand aus dem Wasser. Sebastian Kienle hatte nach der ersten Disziplin an Position 28 knapp drei Minuten Rückstand, Lionel Sanders bekam fast vier Minuten aufgebrummt und ließ sich auch beim Wechsel auf das Rad mehr Zeit als seine Konkurrenten.

Laidlow und Brownlee distanzieren Verfolger

Auf dem Rad formierte sich die sechsköpfige Führungsgruppe mit Alistair Brownlee an der Spitze, die nach knapp fünf Kilometern ihren Vorsprung auf knapp 1:30 Minuten ausbauen konnte. Kurz vor der Zehn-Kilometer-Marke hatte Sam Laidlow die Führung übernommen, Brownlee fuhr jedoch im geforderten Abstand von 20 Metern direkt dahinter. Das Duo drückte ordentlich aufs Tempo und konnte die Verfolger so auf Distanz halten. An Position vier war es jedoch Kyle Smith, der schneller als seine Mitstreiter unterwegs war, sodass es nur noch wie eine Frage der Zeit schien, dass er zu Laidlow und Brownlee aufschließen konnte. Nach gut 15 Kilometern hatte er sich auf Platz drei nach vorn gearbeitet, der Rückstand auf die Führenden betrug 20 Sekunden. Die nächste Verfolgergruppe, bestehend aus 13 Athleten fuhr zwischen 1:45 und zwei Minuten hinter den Führenden. Auch Kristian Blummenfelt, Gustav Iden und Frederic Funk befanden sich in dieser Gruppe. Laidlow und Brownlee wechselten sich in der Führungsarbeit ab, nach der ersten Radrunde und gut 20 Kilometern hatte sich der Brite wieder an die Spitze gesetzt. Gemeinsam konnten sie ihren Vorsprung bis zur 25-Kilometer-Marke auf knapp 30 Sekunden vergrößern.

Sanders und Kienle können nicht aufholen

Zu diesem Zeitpunkt waren Lionel Sanders, der Österreicher Thomas Steger und Sebastian Kienle gemeinsam gut vier Minuten dahinter unterwegs, konnten den Rückstand nach dem Schwimmen also nicht aufholen.Das Gespann Laidlow und Brownlee hatte derweil allerdings den Vorsprung nach 35 Kilometern der Radstrecke auf 40 Sekunden vergrößert. Kyle Smith konnte sich dort von der Verfolgergruppe absetzen und war nun mit rund einer Minute Vorsprung auf selbige auf sich allein gestellt. Zu Beginn der dritten von vier Runden hatten die Verfolger jedoch Boden gutgemacht. Angeführt wurde die Gruppe von Gustav Iden, direkt dahinter: Trainingspartner Kristian Blummenfelt sowie Frederic Funk. Dessen Plan, insbesondere in der zweiten Disziplin Akzente zu setzen, schien aufzugehen.

Von Lionel Sanders ließ sich das nicht behaupten: Sein Rückstand blieb bei gut vier Minuten, während Sebastian Kienle eine weitere Minute verlor. Bis Kilometer 50 hatte die Gruppe um die Norweger weiter aufgeholt und konnte langsam, aber sicher zu Kyle Smith aufschließen. Der Rückstand auf die beiden Führenden betrug zu diesem Zeitpunkt gut 1:15 Minuten. Dann war es jedoch Gustav Iden, der sich nach häufigem Umschauen ein Herz fasste und das Tempo anzog. Nach 55 Kilometern hatte der Norweger Smith eingeholt, Funk und Blummenfelt konnten folgen. Ebenfalls in dieser Gruppe befanden sich noch Aaron Royle, der Däne Miki Taagholt und der Belgier Pieter Heemeryck. Gut zehn Kilometer vor der zweiten Wechselzone lautete die Devise weiterhin, den Vorsprung Brownlees und Laidlows nicht größer werden zu lassen beziehungsweise ihn sukzessive zu verkleinern. Dies gelang zumindest Iden und Funk, die sich mit 1:17 und 1:19 Minuten Rückstand nach 75 Kilometern leicht von ihrer Gruppe absetzen konnten. Nach 1:44:31 und 1:44:28 Stunden auf dem Rad fuhren Sam Laidlow und Alistair Brownlee schließlich gemeinsam in die T2, der Franzose verließ sie nach einem verpatzten Wechsel des zweifachen Olympiasiegers als Erster.

Verfolger machen beim Laufen Boden gut, Brownlee mit Magenproblemen

Gustav Iden, Kristian Blummenfelt und Frederic Funk konnten mit einem verringerten Rückstand von nur noch gut einer Minute in die abschließenden 18 Laufkilometer starten. Lionel Sanders folgte an Position elf mit 3:28 Minuten Rückstand, Sebastian Kienle verließ die Wechselzone als 17. (+ 6:27 Minuten).

Ganz vorn spielten sich aus britischer Sicht derweil dramatische Szenen ab. Alistair Brownlee schien unter Magenkrämpfen zu leiden, griff sich immer wieder in die Bauchgegend und musste mit Gehpausen Sam Laidlow ziehen lassen. Bis Kilometer drei fiel er schließlich auf Platz sieben zurück. Der norwegische Express war derweil nicht mehr aufzuhalten. Nach der ersten von vier Laufrunden hatten Blummenfelt und Iden den Vorsprung Laidlows auf 16 Sekunden verkleinert.

Muskelkrämpfe an der Spitze

Doch bereits wenige Minuten später musste der Ironman-70.3-Weltmeister die Jagd allein fortsetzen: Blummenfelt blieb mit einem Griff an den vorderen Oberschenkel und verkrampftem Gesichtsausdruck plötzlich stehen und zunächst schien er das Rennen nicht beenden zu können. Ähnliches sollte kurz darauf dem bis dahin Führenden Sam Laidlow widerfahren. Der Franzose wurde ebenfalls durch einen Krampf kurzzeitig außer Gefecht gesetzt, sodass Iden mühelos vorbeiziehen konnte. Landsmann Blummenfelt konnte sich derweil erholen und bald wieder einen Athleten nach dem anderen einsammeln. Nach der Hälfte der Laufstrecke war er mit einem Rückstand von 1:23 Minuten auf Iden wieder an Position zwei unterwegs, lief dabei jedoch deutlich schneller als sein Trainingspartner. Dahinter hatten sich Aaron Royle und Pieter Heemeryck in die Top 5 gearbeitet, während Frederic Funk auf Position sechs abfiel.

Blummenfelt holt mehr als eine Minute Rückstand auf

Zu Beginn der letzten Runde war der Vorsprung Idens auf unter eine Minute geschrumpft. Blummenfelt hatte dahinter auf Platz zwei liegend einen komfortablen Vorsprung von rund 1:30 Minuten auf Aaron Royle herausgeholt und schien sich mit dem zweiten Platz nicht zufriedengeben zu wollen. Auf den letzten Kilometern holte er alles aus sich heraus und verkleinerte den Abstand zu Iden weiter. Dieser bekam das natürlich mit und konnte das Tempo noch einmal verschärfen. Nach 3:10:48 Stunden lief er schließlich als Erster ins Ziel, Blummenfelt folgte nur 26 Sekunden später. Beide Norweger hatten augenscheinlich alles auf der Strecke gelassen und lagen einige Minuten entkräftet im Zielbereich. Den dritten Platz sicherte sich schließlich Aaron Royle nach 3:14:56 Stunden. Sam Laidlow konnte nach seiner beherzten Renngestaltung noch den vierten Platz absichern, Frederic Funk machte einen weiteren Platz gut und wurde starker Fünfter. Sebastian Kienle belegte nach einer starken Laufleistung in 59:57 Minuten Rang zwölf.

PTO Canadian Open | Männer

PlatzierungNameNationGesamtzeit2 km Swim80 km Bike18 km Run
1Gustav IdenNOR3:10:48 Stunden26:24 Minuten1:44:1458:37 Minuten
2Kristian BlummenfeltNOR3:11:15 Stunden26:18 Minuten1:44:3458.59 Minuten
3Aaron RoyleAUS3:14:26 Stunden25:03 Minuten1:46:111:01:42 Stunden
4Sam LaidlowFRA3:14:47 Stunden25:08 Minuten1:44:311:03:39 Stunden
5Frederic FunkGER3:14:56 Stunden26:24 Minuten1:44:141:02:36 Stunden
6Pieter HeemeryckBEL3:15:23 Stunden26:48 Minuten1:44:311:02:30 Stunden
7Lionel SandersCAN3:15:49 Stunden28:50 Minuten1:43:461:01:12 Stunden
8Max NeumannAUS3:16:39 Stunden26:27 Minuten1:48:021:00:46 Stunden
9Kyle SmithNZL3:17:02 Stunden25:17 Minuten1:45:491:04:12 Stunden
10Miki Moerck TaagholtDEN3:17:14 Stunden26:19 Minuten1:45:041:04:24 Stunden
12Sebastian KienleGER3:17:34 Stunden27:59 Minuten1:47:49 Stunden59:57 Minuten
24. Juli 2022 | Edmonton, Kanada

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5 Kommentare
  1. Pete

    Danke für das Write-up! Nur doch etwas sehr deutsche Brille, wenn Funk mit Mitstreitern langsamer als der einsame Kanadier ist, aber dessen Plan nicht aufgeht…

    1. Marius K.

      Der Schreibstil ist sehr gewöhnungsbedürftig. Generell sind eure Vor- und Nachberichte ziemlich langweilig und zäh. Da erwartet man sich vom größten Triathlonmedium Deutschlands schon eine wesentlich höhere Qualität.

      1. Johann

        Was würdest du denn konkret anders machen, Marius?

  2. Ben

    Super spannendes Rennen. Im Gegensatz zu den Frauen schien es auf dem Rad deutlich regelkonformer zuzugehen

  3. Harald M.

    Tolles spannendes Rennen. Iden und Blummenfelt sind gerade Läuferisch einfach in einer eigenen Liga. Funk sehr stark performt. Ihm fehlt leider ein sehr guter Lauf um beim Rennen um das Podium bei so einem Rennen eine Chance zu haben. Kienle ist dagegen ganz stark gelaufen. Hätte ich ihm gar nicht zugetraut mit seinen ganzen Achillessehnenproblemen. Aber wenn er nicht langsam wieder beim Radfahren aufdreht, dann ist das nur noch für die Ergebnisliste schön anzusehen. Gewinnen oder ein Podium erreicht er/man damit nicht mehr.

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