NEU! triathlon-News Ausgabe vom 12. Oktober, 13:46 Uhr · 0:48 Min · Kurzfassung

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Mitteldistanz über 100 oder 113 Kilometer? Das sagen die deutschen Veranstalter

Die Challenge Wanaka hat als erster bedeutender Veranstalter verkündet, dass das neuseeländische Rennen zukünftig über die Distanz des T100-Formats ausgetragen wird. Ein Trend auch für Deutschland? Wir haben nachgefragt – und eröffnen die Diskussion.

Neuseenman Impression vom neuseenMAN in der Nähe von Dessau

1,9 Kilometer Schwimmen, 90 Kilometer Radfahren und 21,1 Kilometer Laufen – über diese Teilstrecken werden klassischerweise die Mitteldistanzrennen im Triathlon ausgetragen, orientiert an der Hälfte der Ironman-Distanz und auch bekannt unter dem Kürzel 70.3 für die Gesamtstrecke in Meilen. Seit wenigen Jahren etabliert sich vor allem im Profisport das Format T100 für die 100 Kilometer im Triathlon, bestehend aus zwei Kilometern Schwimmen, 80 Kilometern auf dem Rad und 18 Kilometern Laufen. Im Spitzensport konnten sich damit zunehmend Kurzstreckler in den T100-Rennen durchsetzen.

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Mit der Akquisition der Challenge Family hat die Professional Triathletes Organisation (PTO) einen großen Schritt in Richtung Breitensport gewagt, nachdem es schwer fiel, die Agegroupfelder in den eigenen Rennen zu füllen. Die Challenge Wanaka auf Neuseelands Südinsel hat nun der erster Veranstalter für 2027 verkündet, die klassische Mitteldistanz gegen die T100-Strecke zu ersetzen. Werden die 100 Kilometer der neue Standard zwischen olympischer und Ironman-Distanz? Wir haben bei einigen großen Veranstaltern in Deutschland nachgefragt.

Drensteinfurt und Ratingen: Gute Erfahrungen mit abweichenden Distanzen

Erfahrungen mit abweichenden Streckenformaten hat Georg Mantyk, Renndirektor des Drensteinfurt Triathlon (17. Mai 2026) und des Ratingen Triathlon (13. September 2026): „Ich veranstalte seit Jahren die sogenannten 76,2er mit 1,2 Kilometern Schwimmen, 60 Kilometern auf dem Rad und 15 Kilometern Laufen. Grund ist, dass die Rennen im Schwimmbad stattfinden. Die Distanz kommt sehr gut an. Viele Athleten nehmen das Rennen in Drensteinfurt zur Vorbereitung auf Roth, das in Ratingen für Kona. Ich denke, dass die Challenge das T100-Format macht, um noch mehr Teilnehmer zu bekommen und mehr im Rampenlicht zu stehen. T100 ist ja im Moment der Renner, besonders bei den Profis.“

Ferropolis: Ironman setzt mit 70.3 den Standard

Sehr differenziert äußert sich Ronny Winkler, Organisationsleiter neuseenMAN FERROPOLIS (30. und 31. Mai 2026), auf unsere Anfrage: „Tatsächlich ist es eine spannende, fast revolutionäre Entwicklung, wenn sich der T100-Ansatz durchsetzt. Durch die Übernahme der weltweiten Challenge-Rennen durch die PTO wird man sicher versuchen, diesen Standard auch weiter auszurollen. Jedoch finde ich, dass die weltweiten Challenge-Rennen überhaupt erstmal einen gemeinsamen Standard brauchen. Eine Standardisierung bei Marke und Organisation wie bei Ironman sehe ich da nicht“, sagt Winkler, dessen Rennen vor wenigen Jahren selbst in die Challenge-Rennserie integriert werden sollte (der Deal scheiterte damals wenige Minuten vor der für die Verkündung anberaumten Pressekonferenz). „Deshalb glaube ich auch für die nahe Zukunft, dass die weltweit stärkste Triathlonmarke Ironman Taktgeber bleibt und auch hier zukünftig den Standard bestimmt, die 70.3-Distanzen damit maßgebend sein werden. Beim neuseenMAN in FERROPOLIS halten wir daran fest und bieten somit auch eine gewisse Vergleichbarkeit mit anderen Wettbewerben und Zeiten.“

Lübeck: Die DTU-Sportordnung gibt vor

„Wir müssen uns an die DTU-Streckenlängen-Vorgaben mit prozentualen Abweichungsmöglichkeiten halten“, sagt Martin Lenz vom Lübecker 7 Türme Triathlon (14. Juni 2026). „80 Kilometer Radfahren und 18 Kilometer Laufen sind demnach für die Mitteldistanz zu kurz. Alles ist aber auch immer abhängig von den jeweiligen örtlichen Gegebenheiten. Es lässt sich pauschal also nicht sagen.“

Ingolstadt: Keine Änderung der Distanzen

„Wir werden bei dem Mitteldistanz-Format bleiben“, sagt auch Gerhard Budy, CEO der Endurance Sportevents GmbH. Sein Triathlon Ingolstadt (14. Juni 2026) vermeldet für dieses Jahr einen Teilnehmerrekord mit 2.900 Teilnehmerinnen und Teilnehmern auf der Sprint-, olympischen und Mitteldistanz. 

Frankfurt: Die 102 Kilometer sollen bleiben

Der Frankfurt City Triathlon (2. August 2026) ist mit 900 Anmeldungen auf der Mitteldistanz ebenfalls bereits ausgebucht. Mit den Streckenlängen von zwei Kilometern Schwimmen, 80 Kilometern Radfahren und 20 Kilometern Laufen ist man beim FCT in zwei Disziplinen schon auf T100-Kurs, plant aktuell aber keine Änderungen: „Die Wahl der Strecke ergibt sich aus den Rahmenbedingunen“, sagt Annette Albers vom Veranstalter Eventpower. „Die Radstrecke führt über zwei Brücken und ergibt bei vier Runden eben diese 80 Kilometer. Da wir an keiner Stelle sinnlose Schleifen einbauen wollen, sind wir damit sehr zufrieden. Wir planen aktuell nicht, die Streckenlänge zu ändern.“

Allgäu: Änderung erst mit Olympia (oder wenn die Athleten es wollen)

Beim Allgäu Triathlon (23. August 2026), wo die „Classic“-Distanz mit 1,9 Kilometern Schwimmen, 92 Kilometern Radfahren und 20 Kilometern Laufen sowieso leicht von der 70.3-Norm abweicht, gibt es ebenfalls „bisher keinerlei Überlegungen, am Streckenformat etwas zu ändern.“ Christoph Fürleger, Geschäftsführer des Veranstalters 808project, blickt in die Zukunft: „Das würde sich wahrscheinlich erst ändern, wenn das T100-Streckenformat beispielsweise ins olympische Programm aufgenommen wird oder es klare Athletenpäferenzen dahingehend gibt.“ 

Hot Topic: Jetzt abstimmen und diskutieren!

Neu: Als Mitglied von triathlon+ kannst du in unserem neuen Community-Format mitdiskutieren – 70.3 vs. T100 ist unser erster „Hot Topic“. Was ist deine Meinung? Auf welcher Distanz würdest du zukünftig lieber starten?

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Frank Wechsel
Frank Wechselhttps://tri-mag.de
Frank Wechsel ist Publisher der Medienmarken SWIM und triathlon. Schon während seines Medizinstudiums gründete er im Oktober 2000 zusammen mit Silke Insel den spomedis-Verlag. Frank Wechsel ist 15-facher Langdistanz-Finisher im Triathlon – 1996 absolvierte er erfolgreich den Ironman auf Hawaii.

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