
Beim Schwimmen im Schwimmbecken gibt es klare Regeln, die von allen im Wasser eingehalten werden sollten: Geschwommen wird hintereinander im Kreisverkehrsystem. Wer überholen möchte, schert aus der Reihe aus und schwimmt links an den anderen vorbei – wie im Straßenverkehr auch. Dagegen sieht das Schwimmen bei einem Triathlon völlig anders und hektisch aus. Beim Massenstart ähnelt das Schwimmen eher einem Kampfsport, von den „Laborbedingungen“ im Schwimmbad bleibt nicht mehr viel übrig. Deswegen solltet ihr bereits früh in der Saison damit beginnen, das Training unter Wettkampfbedingungen zu absolvieren. In den Winter- und Frühjahrsmonaten ist es zwar meist noch zu kalt für das Freiwasser, einige Situationen lassen sich aber auch im Becken simulieren.
Startet in einer größeren Gruppe gemeinsam statt hintereinander, so könnt ihr euch an die Nähe zu anderen Schwimmern und die sogenannte Waschmaschine gewöhnen. Anders als im Becken gibt es im Freiwasser oft einen freien Start ohne Abstoßmöglichkeit von einer Wand. Auch das lässt sich trainieren: Beginnt eure Schwimmstrecke ein bis zwei Meter vom Beckenrand entfernt aus der Schwimmlage, dazu eignen sich ein kräftiger Kraulbeinschlag oder eine Brustgrätsche, um Tempo aufzunehmen. Auch unterschiedliche Renntaktiken sollten vorher trainiert und ausprobiert werden. Wollt ihr es nach dem Start direkt schnell angehen, um dem Feld zu entkommen, und dann erst euer Renntempo finden? Dann probiert das beim Training aus. Schwimmt zum Beispiel 200 Meter, bei denen ihr die ersten 100 Meter schneller zurücklegt, um danach in euer individuelles Tempo überzugehen. Wenn ihr im Schwimmbad die Möglichkeit habt, verzichtet auf den Wandkontakt. Dazu könnt ihr entweder kurz vor dem Rand wenden oder, noch besser, um eine (gedachte) Boje herumschwimmen. Bittet außerdem eure Trainingspartner, für etwas Wellengang im ruhigen Schwimmbadwasser zu sorgen. So ist das Training im Becken zwar nicht das Gleiche wie der Wettkampf im Freiwasser, ihr könnt euch aber schon daran gewöhnen und seid vorbereitet, wenn es in einigen Monaten nach draußen geht.
Kreativ werden
Um das ruhige Schwimmbecken zu verwandeln, ist Kreativität gefragt. Mit Schwimmbrettern oder Armen und Händen könnt ihr Wellen erzeugen, viele Leute auf einer Bahn simulieren den Massenstart oder das Schwimmen im Pulk. Anstatt um eine Boje könnt ihr um einen Trainingspartner herumschwimmen. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Schwierig wird es allerdings mit den Sichtverhältnissen. Schwimmbadwasser erlaubt fast immer einen klaren Blick, das ist im Freiwasser anders. Legt deswegen zwischendurch kurze Strecken mit geschlossenen Augen zurück. So lernt ihr, auch ohne Sichtkontrolle geradeaus zu schwimmen.


















