Zwift Plus bringt einen adaptiven Trainingscoach und 21 Videostrecken für 29,99 Euro im Monat. Was bietet das neue Abo für Triathleten?

Ein Trainingsplan, der auf verpasste Einheiten reagiert, und Rollenfahrten mit Aufnahmen vom Col du Galibier oder aus den Lofoten: Zwift erweitert sein Angebot um eine neue Abostufe. Zwift Plus kostet 29,99 Euro im Monat, die bisherige Version für 19,99 Euro im Monat bleibt aber erhalten. Für Triathleten bleibt eine wichtige Frage offen.
Wer auf der Rolle trainiert, kann bei Zwift künftig zwischen virtuellen Landschaften und gefilmten Straßen wählen. Mit dem neuen Abonnement Zwift Plus führt der Anbieter zwei Funktionen ein: einen Trainingscoach, der die Planung individuell anpassen soll, und einen Videomodus mit zunächst 21 Strecken aus sechs Ländern.
Damit erweitert Zwift die Plattform sowohl bei der Trainingssteuerung als auch bei der Darstellung der Ausfahrten. Ob daraus ein sinnvoller Zusatz für die eigene Saisonvorbereitung wird, hängt allerdings davon ab, wie man sein Rollentraining bisher organisiert.
Zwift Plus soll die Trainingsplanung flexibler machen

Der neue Zwift Coach erstellt nach Angaben des Unternehmens einen individuellen Trainingsplan. Bei der Einrichtung beantworten Nutzer Fragen und legen ein Ziel fest. Die Planung soll anschließend die aktuelle Fitness sowie persönliche Vorlieben berücksichtigen.
Als Grundlage nennt Zwift ein sportwissenschaftliches Trainingsmodell und anonymisierte Leistungs- und Herzfrequenzdaten seiner Nutzer. Welche Einheit als Nächstes vorgeschlagen wird, soll sich aus diesen Informationen und dem gewählten Trainingsziel ergeben.
Dabei beschränkt sich der Coach nicht auf klassische strukturierte Workouts mit vorgegebenen Leistungswerten. Auch Streckenfahrten, Events und Einheiten mit den virtuellen Tempomachern, den sogenannten RoboPacern, sollen Teil der Planung sein. Hinweise zur nächsten Aktivität erscheinen in der Companion-App und direkt in Zwift. Nach einer Fahrt ist eine Auswertung im neuen Bereich „Coach-Analyse“ vorgesehen.
Was passiert, wenn eine Einheit ausfällt?
Ein zentraler Bestandteil des Konzepts ist die Anpassung an den Trainingsalltag. Wer eine Einheit auslässt, spontan mit Freunden fährt oder sich bei einem Event stärker belastet als vorgesehen, soll keinen unverändert weiterlaufenden Plan vorfinden. Laut Zwift fragt das System nach und passt die folgenden Einheiten an. Auch Ausfahrten im Freien sollen dabei berücksichtigt werden.
Für Triathleten ist allerdings entscheidend, wie vollständig ein solcher Coach die Gesamtbelastung erfasst. Die Pressemitteilung erläutert nicht, ob und wie Schwimm- und Laufeinheiten in die Trainingssteuerung einfließen. Damit bleibt offen, wie sich die Empfehlungen in einen disziplinübergreifenden Triathlonplan einordnen lassen.
Wer bereits nach einem abgestimmten Plan trainiert, sollte zusätzliche Vorschläge deshalb im Zusammenhang mit den übrigen Einheiten betrachten. Eine passende Radeinheit muss auch zur Belastung im Wasser und in den Laufschuhen passen.
21 Videostrecken zum Start

Die zweite Neuerung von Zwift Plus heißt „Zwift Video“. Zum Start umfasst das Angebot nach Unternehmensangaben 385 Kilometer auf 21 gefilmten Routen. Dazu zählen der Col du Galibier in den französischen Alpen, Sa Calobra auf Mallorca und Straßen durch die norwegischen Lofoten. Weitere Strecken liegen unter anderem auf Teneriffa, in Südafrika, den USA und den schottischen Highlands.
Die Videoaufnahmen werden mit bekannten Spielelementen verbunden. Dazu gehören Erfahrungspunkte, die virtuelle Währung Drops, Power-ups und Segmentranglisten. Auch HoloReplays, mit denen sich frühere Leistungen vergleichen lassen, sind vorgesehen. Nach Angaben von Zwift gelten für Fahrdynamik und Straßenoberflächen dieselben Eigenschaften wie in den virtuellen Welten. Sämtliche Videorouten sollen sich zudem als Rundkurse fahren lassen.
Organisierte Events und Meetups im Videomodus kündigt das Unternehmen für die kommenden Monate an. Ab 2027 sollen regelmäßig weitere Strecken hinzukommen.
Was kostet Zwift Plus?
Zwift nennt für das neue Abonnement einen Preis von 29,99 Euro pro Monat. Neue Nutzer können die Funktionen laut Ankündigung 14 Tage kostenlos testen. Für bestehende Mitglieder ist zum Start ein zeitlich begrenztes, kostenloses Upgrade für einen Monat vorgesehen – das ursprüngliche Zwift-Angebot für 19,99 Euro pro Monat bleibt weiterhin erhalten.


















