Iden jagt dritten Ironman-70.3-Weltmeistertitel in St. George

Frank Wechsel / spomedis Nur drei Wochen nach ihren starken Leistungen auf Hawaii gehen Gustav Iden und Kristian Blummenfelt auch in St. George als Top-Favoriten ins Rennen.

Nach der WM ist vor der WM. Drei Wochen nach der Ironman-Weltmeisterschaft auf Hawaii werden in St. George die Weltmeister über die halbe Distanz gesucht. Auf den nahezu gleichen Strecken wie im vergangenen Jahr startet am kommenden Samstag, den 29. Oktober, um 7:30 Uhr Ortszeit (15:30 Uhr deutscher Zeit) das Männerrennen der Ironman-70.3-WM. Dass die Ironman-70.3-WM nach dem Ironman Hawaii und nicht einige Wochen zuvor stattfindet, hat es seit 2010 nicht mehr gegeben. In den vergangenen Jahren war die Ironman-70.3-WM im September für viele Hawaii-Starter eine willkommene Gelegenheit für ein letztes Aufeinandertreffen mit der direkten Konkurrenz und ein aufschlussreiches Kräftemessen mit den Spezialisten. Dass der umgekehrte Weg deutlich schwieriger ist, zeigt sich anhand der Startliste. Dort finden sich nur wenige prominente Namen, die zuvor am 8. Oktober auch das Rennen auf Big Island bestritten haben. Zu den Doppelstartern gehören neben den beiden Norwegern Gustav Iden und Kristian Blummenfelt auch Magnus Ditlev, Rudy von Berg, Matt Hanson, Clement Mignon, Mathias Petersen und Denis Chevrot. Anhand dieser Aufzählung wird schnell klar, wer die Rolle der Top-Favoriten einnimmt.

Iden als erster Mann mit drei Ironman-70.3-WM-Titeln?

Seit der ersten Austragung der Ironman-70.3-WM im Jahr 2006 ist es noch keinem Mann gelungen, den Titel dreimal zu gewinnen. Zweifache Weltmeister hingegen gibt es bereits mehrere. Zu ihnen zählen Craig Alexander, Michael Raelert, Sebastian Kienle, Jan Frodeno, Javier Gomez und Gustav Iden. Iden geht nach seinem beeindruckenden Hawaii-Sieg als amtierender Ironman-70.3- und Ironman-Weltmeister in der Rolle des absoluten Top-Favoriten ins Rennen. Gelingt dem 26-Jährigen auf dem anspruchsvollen Kurs in St. George ein ähnlich starkes Rennen wie im vergangenen Jahr, könnte er die WM am Samstag als erster Athlet zum dritten Mal gewinnen. Wer Iden den dritten Titel in Folge streitig machen will, wird ihn beim abschließenden Halbmarathon entweder auf Distanz halten müssen oder muss im Falle eines direkten Duells sogar schneller laufen.

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Die größte Konkurrenz für Iden kommt einmal mehr aus dem eigenen Lager. Olympiasieger Kristian Blummenfelt hatte bei der Ironman-70.3-WM im vergangenen Jahr mit einem Platten zu kämpfen und musste seinen Siegesambitionen vorzeitig aufgeben. Wie eng ein Duell der beiden Norweger über die Mitteldistanz sein kann, zeigte sich in dieser Saison bereits bei den PTO Canadian Open in Edmonton. Dort landete Blummenfelt nach kurzer Krampfpause mit anschließender Aufholjagd nur knapp hinter Iden auf Platz zwei. Auch in St. George könnte es wieder auf einen Zweikampf der beiden Norweger um den Sieg hinauslaufen. Bei der direkten Laufentscheidung auf Hawaii zog Blummenfelt im Marathon zuletzt den Kürzeren. Kommt er in St. George gut über die Radstrecke und beginnt den Halbmarathon gemeinsam mit Iden, könnte es dieses Mal aber genauso gut andersrum ausgehen. Der Sieg bei einer Ironman-70.3-WM ist einer der wenigen Titel, welcher Blummenfelt bisher noch in seiner Trophäensammlung fehlt.

Royle, Ditlev, Long und Laundry als Mitfavoriten, Kurzdistanz-Elite verzichtet

Zum Favoritenkreis um die Podiumsplatzierungen gehören des Weiteren auch Aaron Royle, Magnus Ditlev, Sam Long und Jackson Laundry. Royle, der erst diese Saison den Wechsel von der Kurz- auf die Langstrecke vornahm, landete bereits bei den PTO Canadian Open über das 100-km-Format hinter dem norwegischen Duo auf Platz drei. Der Australier ist der vielleicht stärkste Schwimmer im Feld und könnte bereits im Wasser die Chance ergreifen, etwas Zeit auf einige direkte Konkurrenten herauszuholen. Magnus Ditlev landete bei seinem Hawaii-Debüt auf Rang acht und wird in St. George wohl erneut versuchen, seine große Radstärke auszuspielen. Erwischt der Däne ein gutes Schwimmen, scheint es durchaus wahrscheinlich, dass er als Erster in die zweite Wechselzone kommt.

Sam Long verzichtete ganz bewusst auf seinen Hawaii-Slot und bereitet sich stattdessen spezifisch auf die Ironman-70.3-WM vor. Der US-Amerikaner landete im vergangenen Jahr hinter Gustav Iden auf Platz zwei und bewies damit, dass ihm die anspruchsvolle Strecke besonders gut liegt. Long profitiert von seiner sehr starken Rad-Lauf-Kombination. Ob es erneut für einen Platz in den Top 3 reichen kann, wird für den 27-Jährigen davon abhängen, wie viel Rückstand er nach dem Schwimmen auf seine direkte Konkurrenz hat. Auch Jackson Laundry, der sich beim Ironman 70.3 Oceanside im Frühjahr überraschend gegen Alistair Brownlee, Lionel Sanders und Rudy von Berg durchsetzte, könnte mit einem vergleichbaren Rennen in den Kampf um die vorderen Platzierungen eingreifen. Chancen auf eine Top-5-Platzierung dürften sich außerdem Miki Taagholt, Rudy von Berg, Matt Hanson, Jason West, Youri Keulen und Filipe Azevedo ausrechnen.

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Die Weltklasse-Kurzdistanzler Vincent Luis, Jelle Geens, Pierre Le Corre, Marten Van Riel und Léo Bergère, die ebenfalls einen WM-Slot hatten und zu den Siegesanwärtern gezählt hätten, werden aus unterschiedlichen Gründen in St. George nicht an den Start gehen.

Deutsches Aufgebot mit Chancen auf Top-Platzierungen

Für Deutschland geht die nächste Generation ins Rennen: Frederic Funk, Mika Noodt, Jan Stratmann, Nicolas Mann, Ruben Zepuntke und Fabian Reuter sind bei der Ironman-70.3-WM am Start. Noodt und Stratmann belegten im vergangenen Jahr bei ihren Ironman-70.3-WM-Debüts in St. George die Ränge elf und 13. Frederic Funk kam im Vorjahr als Dritter in die zweite Wechselzone, beendete das Rennen beim Laufen jedoch vorzeitig. Dementsprechend hat der 25-Jährige mit dem WM-Rennen in Utah noch eine Rechnung offen. Anhand der jüngsten Wettkampfergebnisse und der welligen Radstrecke dürfte Funk aus dem deutschen Aufgebot auch derjenige mit den besten Chancen auf eine Top-Platzierung sein. In dieser Saison gewann Funk den Ironman 70.3 Zell am See, die Challenge Walchsee-Kaiserwinkl, wurde Dritter bei der ITU-Langdistanz-WM, Fünfter bei den PTO Canadian Open und Zweiter beim Ironman 70.3 Kraichgau. Kann Funk seine große Radstärke in St. George ausspielen, ohne dabei zu viele Körner für den abschließenden Halbmarathon zu lassen, könnte er ebenfalls um eine Top-Fünf-Platzierung mitspielen. Auch Ex-Radprofi Ruben Zepuntke könnte bei aggressiver Renntaktik in der zweiten Disziplin dem Rennen seinen Stempel aufdrücken. Stratmann, Noodt und Mann ist bei entsprechenden Rennszenarien und starker Tagesform durchaus eine Platzierung im Bereich der Top Ten zuzutrauen.

Jan Hetfleisch/Getty Images for IRONMAN Mit einer starken Gesamtleistung gewann Frederic Funk im August erstmals den Ironman 70.3 Zell am See.
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Simon Müller
Simon Müller
Simon Müller ist selbst als ambitionierter Athlet unterwegs. 2022 wurde er Deutscher Meister auf der Kurzdistanz, 2019 qualifizierte sich bei seinem ersten Ironman in Mexiko mit einem AK-Sieg in 8:45 Stunden für den Ironman Hawaii. In seiner Brust schlägt neben dem Triathleten- auch ganz besonders ein Läuferherz. Simons Bestzeite über 10 Kilometer liegt bei unglaublichen 30:29 Minuten.

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