Beim Ironman Austria treffen bekannte Klagenfurt-Spezialisten und mehrere Athleten mit frischen Formnachweisen auf eine anspruchsvolle Strecke. Neben zwei Kona-Slots geht es um 50.000 US-Dollar Preisgeld.

Am Sonntag, 14. Juni, startet der Ironman Austria in Klagenfurt. Für die Profimänner fällt der Startschuss um 6:30 Uhr, zehn Minuten später gehen die Agegrouperinnen und Agegrouper ins Rennen. Geschwommen wird im Wörthersee, anschließend folgen 180 Kilometer auf einer anspruchsvollen Radstrecke mit mehr als 1.800 Höhenmetern und ein welliger Marathon. Die Bedingungen könnten eine zusätzliche Rolle spielen: Morgens werden in Klagenfurt rund zwölf Grad erwartet, im Tagesverlauf kann die Temperatur auf etwa 25 bis 27 Grad steigen. Für den Nachmittag besteht zudem ein Gewitterrisiko.
Sportlich ist das Rennen deutlich offener, als es auf den ersten Blick wirkt. Zwar führt Denis Chevrot die rechnerischen Prognosen an, doch der Franzose trifft auf mehrere Athleten, die in Klagenfurt bereits gewonnen haben, hier auf dem Podium standen oder zuletzt starke Resultate über die Langdistanz geliefert haben. Darunter: Mathias Lyngsø Petersen, Leon Chevalier, Joe Skipper und Dylan Magnien.
Die Strecke: selektiv statt rekordverdächtig
Der Ironman Austria hat zwar traditionell schnellere Siegzeiten hervorgebracht, die Radstrecke ist aber kein klassischer Highspeed-Kurs. Auf den 180 Kilometern warten rund 1.800 Höhenmeter, dazu mehrere längere Anstiege und Abfahrten. Entscheidend wird deshalb nicht nur die reine Durchschnittsleistung, sondern auch das Pacing: Wer in den welligen Passagen zu früh überzieht, kann auf dem Marathon teuer bezahlen. Der abschließende Lauf ist deutlich flacher und bietet grundsätzlich Raum für schnelle Zeiten.
Die Favoriten
Denis Chevrot ist der logischste Name für die Favoritenrolle. Zwei Siege in Klagenfurt sowie Lauf- und Streckenrekord sprechen für ihn. Das Fragezeichen: Seine letzten Resultate waren nicht auf diesem Niveau. 2025 gab er in Klagenfurt nach dem Schwimmen auf, beim Ironman Western Australia wurde er 21. Wenn Chevrot fit und stabil durch die ersten fünf Rennstunden kommt, ist er beim Laufen trotzdem der gefährlichste Mann im Feld.
Dylan Magnien gewann 2025 den Ironman Lanzarote in 8:27:57 Stunden und lief den Marathon dort in 2:39:00 Stunden. Dazu wurde er 2025 Zweiter bei der Langdistanz-WM von World Triathlon und 19. bei der Ironman-WM in Nizza. Seine Saison 2026 ist bislang weniger eindeutig: Beim Ironman Lanzarote stieg er nach dem Schwimmen aus, beim T100-Rennen in Singapur wurde er 16.
Mathias Lyngsø Petersen kennt das Gefühl des Siegs in Klagenfurt bereits. 2023 gewann der Däne den Ironman Austria in 7:56:38 Stunden. 2025 wurde er Dritter beim Ironman Lanzarote und Zweiter beim Ironman Copenhagen in starken 7:28:10 Stunden. Dieses Resultat zeigt, welches Niveau er erreichen kann. Allerdings verlief der Ironman Texas 2026 mit Platz 24 und einem Marathon über drei Stunden nicht nach Wunsch. Bleibt Texas ein Ausreißer, gehört Petersen zu den heißesten Kandidaten auf den Sieg.
Joe Skipper kommt mit einem sehr frischen Formnachweis nach Österreich. Beim Ironman South Africa 2026 wurde der Brite Zweiter in 7:56:18 Stunden und lief 2:41:00 Stunden. In Klagenfurt dürfte für ihn entscheidend sein, wie groß der Rückstand nach dem Schwimmen ausfällt. Liegt er nach dem Radfahren in Schlagdistanz, ist er ein klarer Siegkandidat.
Leon Chevalier ist die große Wildcard. Der Franzose hat mit Siegen beim Ironman South Africa und Ironman Cozumel bewiesen, dass er große Langdistanzrennen gewinnen kann. Seine aktuelle Saison ist schwerer zu lesen: Beim Ironman 70.3 Oceanside 2026 wurde er 52., beim Ironman Lanzarote kam er nach einem starken Radabschnitt als Zehnter ins Ziel, verlor den Anschluss aber auf dem Marathon deutlich. Wenn Chevalier in Klagenfurt auf dem Rad früh Druck macht, kann er den Rennverlauf stark beeinflussen – unabhängig davon, ob es am Ende für ihn selbst zum Sieg reicht.
Aus deutscher Sicht ist Florian Angert der prominenteste Name. Der 33-Jährige wurde 2026 Fünfter beim Ironman South Africa und Sechster bei der Challenge The Championship in Samorin. Seine Stärke liegt vor allem in seinem guten Schwimmen und konstanten Leistungen in den übrigen Disziplinen. Wenn er in der ersten Gruppe aus dem Wasser kommt, kann er das Rennen lange mitgestalten. Ebenfalls interessant: Dominik Sowieja, der 2025 beim Ironman Frankfurt in 7:46:58 Stunden finishte und über die Langdistanz inzwischen mehrfach unter acht Stunden blieb.
Die zweite Reihe
Hinter den Topfavoriten gibt es mehrere Athleten, die bei einem taktischen oder harten Rennen nach vorn rücken können. Dazu zählen Jon Saeveras Breivold und Kristian Grue. Auch Arnaud Guilloux sollte man im Blick behalten. Aus Deutschland ebenfalls am Start: Marc Eggeling, Arne Leiss, David Rother, Lukas Stahl, Matthias Türk, Michael Wegricht und Timo Schaffeld.
Live verfolgen
Da der Ironman Austria kein Ironman-Pro-Series-Rennen ist, wird es keinen Livestream geben. Nur über die Tracker-App von Ironman können Zwischenzeiten und Abstände verfolgt werden. Rennstart ist am Sonntag um 6:30 Uhr. Ein Profi-Frauenfeld gibt es in Klagenfurt nicht.











