Er hat es wieder getan: Nach seinem Sieg im vergangenen Jahr hat Sam Laidlow auch die diesjährige Challenge Roth gewonnen – in Weltbestzeit. Doch auf den letzten Kilometern wurde es noch einmal eng für den Franzosen.
Sam Laidlow hat die Challenge Roth 2026 in Weltbestzeit gewonnen. Der Franzose, der große Teile des Rennens gemeinsam mit Rico Bogen bestritt, löste sich auf der Laufstrecke von seinem Kontrahenten und rettete anschließend seinen Vorsprung vor Kristian Blummenfelt ins Ziel, nachdem er vor allem auf den letzten zwölf Laufkilometern deutlich zu kämpfen hatte. Er triumphierte in 7:21:04 Stunden. Der Norweger schaffte es nicht mehr, Laidlow gefährlich zu werden, trotz eines Marathons unter 2:30 Stunden. Bogen, der in 3:54:45 Stunden einen neuen Radstreckenrekord aufstellte, wurde bei seinem Langdistanz-Debüt Dritter.
Fünfer-Gruppe an der Spitze
Leicht bewölkt war es über dem Main-Donau-Kanal, als sich die Athleten in das Wasser begaben. Und auch wenn es sein Debüt über die Langdistanz war – Rico Bogen hielt sich nicht zurück. Direkt nach dem Start setzte er sich an die Spitze und drückte ordentlich aufs Gaspedal. Er zog das Feld in die Länge und nur vier Athleten war es möglich, ihm zu folgen: Sam Laidlow, Jonas Schomburg, Menno Koolhaas und Finn Große-Freese, der seinen Start in Roth erst in dieser Woche bekannt gab.
Hinter dieser Gruppe wurde die Lücke zu den Verfolgern über die 3,8 Kilometer im Kanal immer größer. Anderen Favoriten wie Kristian Blummenfelt oder Patrick Lange konnte den Speed der Führenden nicht mitgehen. Nach 46:56 Minuten war es Rico Bogen, der das Feld aus dem Wasser führte, seine vier Mitstreiter auf den Fersen. Blummenfelt und Frederic Funk kamen drei Minuten später aus dem Wasser, Patrick Lange, Kristian Høgenhaug und Magnus Ditlev verloren vier Minuten.
Mit einem etwas langsameren Wechsel als Schomburg und Laidlow ging Bogen schließlich als Dritter auf die Radstrecke, konnte die Lücke von circa 15 Sekunden jedoch schnell schließen. Das Trio setzte sich daraufhin von Große-Freese und Koolhaas ab. Dahinter nahmen Funk und Blummenfelt die Verfolgung auf, genauso wie Magnus Ditlev, der die beiden bis Kilometer 26 eingeholt hatte. Patrick Lange fiel dahinter immer weiter zurück, zu diesem Zeitpunkt befand er sich bereits sechs Minuten hinter der Spitze.
Trio macht Druck – Keine Chance für Lange
Bei der ersten Überfahrt des Solarer Berges bei Kilometer 70 führte Debütant Bogen das Feld an, Laidlow und Schomburg weiterhin dicht auf den Fersen. Ditlev, Blummenfelt, Funk und Koolhaas, der sich dem Trio angeschlossen hatte, folgten mit knapp fünf Minuten Rückstand.
Fortan machte die Spitzengruppe weiter Druck und die Lücken wurden größer. Erst bei Kilometer 130 kam es zu einer überraschenden Wendung: Jonas Schomburg fiel aus dem Führungsgespann heraus und verlor Zeit auf die beiden starker Radfahrer Laidlow und Bogen. Nur zehn Kilometer später lag er bereits eine Minute hinter beiden zurück. Auch in der Gruppe um Blummenfelt gab es Schwund. Funk und Koolhaas verpassten ebenfalls den Anschluss und das einstige Quartett hatte sich auf den Norweger und Ditlev reduziert – 8:30 Minuten hinter den Führenden. Für Patrick Lange sah es zu diesem Zeitpunkt weiterhin wie ein gebrauchter Tag aus: Mehr als 17 Minuten trennten ihn von der Spitze des Rennens.
Schomburg-Lücke wächst
Und auch Jonas Schomburg verlor immer mehr Zeit: Bei Kilometer 170 war der Abstand nach vorn bereits auf mehr als fünf Minuten angewachsen, während Bogen und Laidlow vorn auf Kurs Radstreckenrekord waren. Und so kam es auch: Nach 3:54:45 Stunden erreichte Rico Bogen als Erster die zweite Wechselzone und unterbot damit die Bestzeit von Magnus Ditlev aus dem Jahr 2023 um ganze drei Minuten. Dicht gefolgt von Sam Laidlow machte er sich auf den Weg zur Laufstrecke am Kanal.
Jonas Schomburg kam schließlich als Dritter in T2 an – sieben Minuten hinter der Spitze. Ditlev und Blummenfelt bekamen mehr als 12 Minuten aufgebrummt. Hatte sich das Thema Sieg für den Norweger bereits zu diesem Zeitpunkt erledigt? Mit 15 Minuten Rückstand erreichten schließlich Funk, Høgenhaug und Koolhaas das Wechselzelt. Patrick Lange kassierte rund 25 Minuten.
Vorentscheidung am Kanal?
Der Kampf zwischen Laidlow und Bogen führte sich am Kanal fort. Für lange Zeit liefen beide zusammen, wechselten sich sogar in der Führungsarbeit ab. Doch bei Kilometer 15 konnte der Leipziger das Tempo des ehemaligen Ironman-Weltmeisters nicht mehr mitgehen. Ähnlich erging es Magnus Ditlev, der sich nach dem zweiten Wechsel noch mit Blummenfelt an die Verfolgung gemacht hatte, dann jedoch auch den Norweger ziehen lassen musste.
Bis zur Halbmarathonmarke hatte Laidlow die Lücke auf zwei Minuten vergrößern. Blummenfelt holte derweil weiter auf Schomburg auf und schob sich bei Kilometer 27 am Deutschen vorbei. Trotzdem fehlten ihm noch immer zehn Minuten auf Laidlow an der Spitze. Doch der Franzose hatte nur kurze Zeit später zu kämpfen. Man sah ihm die Belastung förmlich an, an den Verpflegungsstationen musste er Gehpausen einlegen. Und auch Bogen musste zu diesem Zeitpunkt dem Tempo Tribut zollen. Blummenfelt robbte sich immer weiter an ihn heran und schob sich bei Kilometer 38 an ihm vorbei. Die Lücke zu Laidlow schrumpfte auf rund sechs Minuten.
Laidlow rettet sich ins Ziel
Doch für einen Führungswechsel reichte es nicht mehr. Sam Laidlow sicherte sich seinen zweiten Sieg bei der Challenge Roth, nachdem er bereits im vergangenen Jahr triumphieren konnte. Er überquerte die Ziellinie nach unfassbaren 7:21:04 Stunden und stellte damit eine neue Weltbestzeit über die Triathlon-Langdistanz auf.
Kristian Blummenfelt schaffte es nicht mehr, die Lücke nach vorn zu schließen. Mit einem Marathon in 2:29:33 Stunden belegte er den zweiten Rang. Rico Bogen wurde bei seinem Langdistanz-Debüt starker Dritter in 7:26:24 Stunden.
Vierter wurde Menno Koolhaas (7:30:00 Stunden) vor Jonas Schomburg (7:32:17 Stunden). Magnus Ditlev belegte eine Woche nach seinem Start beim Ironman Frankfurt den sechsten Platz (7:34:21 Stunden). Frederic Funk kam auf Rang sieben ins Ziel (7:38:14 Stunden), vor Kristian Høgenhaug und Patrick Lange (7:41:27 Stunden). Die Top Ten rundete Tristan Olij (7:43:15 Stunden) ab.
Ergebnisse: Challenge Roth
Profis
Männer
| Platz | Name | Land | Gesamt | 3,8 km Swim | 180 km Bike | 42,195 km Run |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 1 | Sam Laidlow | 🇫🇷FRA | 7:21:04 | 2 46:57 | 2 3:54:58 | 2:36:53 |
| 2 | Kristian Blummenfelt | 🇳🇴NOR | 7:26:24 | 49:54 | 4:04:10 | 1 2:29:33 |
| 3 | Rico Bogen | 🇩🇪GER | 7:27:53 | 1 46:56 | 1 3:54:45 | 2:43:48 |
| 4 | Menno Koolhaas | 🇳🇱NED | 7:30:00 | 47:00 | 4:09:46 | 2 2:30:33 |
| 5 | Jonas Schomburg | 🇩🇪GER | 7:32:17 | 3 46:59 | 3 4:01:53 | 2:41:01 |
| 6 | Magnus Ditlev | 🇩🇰DEN | 7:34:21 | 51:03 | 4:02:41 | 2:37:33 |
| 7 | Frederic Funk | 🇩🇪GER | 7:38:14 | 49:56 | 4:07:10 | 2:38:20 |
| 8 | Kristian Høgenhaug | 🇩🇰DEN | 7:39:32 | 50:59 | 4:05:30 | 2:39:57 |
| 9 | Patrick Lange | 🇩🇪GER | 7:41:27 | 51:01 | 4:15:14 | 3 2:32:25 |
| 10 | Tristan Olij | 🇳🇱NED | 7:43:15 | 51:13 | 4:11:18 | 2:37:25 |
Frauen
| Platz | Name | Land | Gesamt | 3,8 km Swim | 180 km Bike | 42,195 km Run |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 1 | Alanis Siffert | 🇨🇭SUI | 8:09:09 | 3 52:03 | 1 4:29:19 | 1 2:45:00 |
| 2 | Lucy Charles-Barclay | 🇬🇧GBR | 8:16:41 | 1 50:23 | 3 4:31:51 | 2 2:50:43 |
| 3 | Daisy Davies | 🇬🇧GBR | 8:27:19 | 52:08 | 4:35:51 | 2:56:35 |
| 4 | Katrina Matthews | 🇬🇧GBR | 8:31:35 | 56:31 | 4:37:27 | 2:54:42 |
| 5 | Caroline Pohle | 🇩🇪GER | 8:32:49 | 2 51:59 | 2 4:30:18 | 3:07:13 |
| 6 | Jeanne Collonge | 🇫🇷FRA | 8:52:16 | 1:03:34 | 4:43:29 | 3:01:05 |
| 7 | Anna Pabinger | 🇦🇹AUT | 8:54:35 | 1:13:19 | 4:43:59 | 3 2:52:20 |
| 8 | Fenella Langridge | 🇬🇧GBR | 8:58:42 | 52:06 | 4:54:39 | 3:08:59 |
| 9 | Chloe Hartnett | 🇦🇺AUS | 9:03:28 | 56:26 | 4:50:30 | 3:13:21 |
| 10 | Jasmine Brown | 🇦🇺AUS | 9:09:30 | 56:31 | 4:53:52 | 3:15:33 |