Kristian Blummenfelt nahm Sam Laidlow vor der Championship Season mit einem Spruch aufs Korn. In Nizza lief der Norweger den schnellsten Halbmarathon des Feldes, während Laidlow in Samarkand erneut Gehpausen einlegen musste. Am Ende gewann der Franzose – und nahm eine wichtige Lektion für Kona mit.

„Sam’s walking!“ Kristian Blummenfelt hatte den Satz vor dem Saisonhöhepunkt als seine persönliche Alternative zu „You are an Ironman“ präsentiert. Der Seitenhieb gegen Sam Laidlow war als scherzhafter Trash Talk gedacht. Laidlow antwortete wenige Tage später mit einem eigenen Video: Bei einem Radintervall kurbelte er demonstrativ einbeinig und schrieb dazu: „Wir nennen das Blummenfelt-Watt.“ Den Schlagabtausch hatten wir bereits hier aufgegriffen.
Am Sonntag bekam die Geschichte eine bemerkenswerte Pointe. Während Blummenfelt bei der Ironman-70.3-WM in Nizza den Halbmarathon in 1:05:12 Stunden absolvierte, musste Laidlow beim Challenge Samarkand tatsächlich eine Gehpause einlegen. Am Ende gewann er trotzdem.
Neue Verpflegungsstrategie nicht von Erfolg gekrönt
Zunächst sah in Usbekistan vieles nach einem kontrollierten Sieg des Favoriten aus. Laidlow kam in der Spitzengruppe aus dem Wasser, wechselte schnell und setzte sich auf dem Rad an die Spitze. Nach 25 Kilometern lag er knapp eine Minute vor Emil Holm. Bis zum Ende der 90 Kilometer baute Will Draper jedoch Druck auf und kam bis auf 1:38 Minuten an Laidlow heran.
Dann veränderte sich das Rennen grundlegend. Nach rund einem Kilometer auf der Laufstrecke ging Laidlow, Draper schloss auf. Bei Kilometer drei hatte der Brite den Franzosen eingeholt, wenig später kam auch Holm hinzu. Aus dem erwarteten Solorennen wurde ein Dreikampf. Laidlow fand jedoch zurück in den Rhythmus. In der zweiten Runde setzte er sich gemeinsam mit Holm von Draper ab. Im weiteren Verlauf übernahm der Franzose wieder die Kontrolle, löste sich in der letzten Runde von Holm und gewann die Challenge Samarkand in 3:34:57 Stunden. Holm folgte 40 Sekunden später, Draper wurde Dritter. Laidlows Laufzeit von 1:15:09 Stunden war dabei nur die siebtbeste des Männerfeldes.
Nach dem Rennen erklärte Laidlow, dass der Tag ganz anders verlaufen sei als geplant. Nach etwa 40 bis 50 Radkilometern habe er das Gefühl gehabt, jemand habe den Stecker gezogen. Zwischenzeitlich habe er sogar darüber nachgedacht, einfach locker ins Ziel zu fahren und auszusteigen. Als Ursache nannte er eine neue Verpflegungsstrategie, die für ihn offenbar nicht funktionierte. „Ich bin froh, dass ich diese Lektion jetzt gelernt habe und nicht bei der WM“, sagte Laidlow im Siegerinterview.
Noch 3 Wochen bis Kona
Nach dem verbalen Schlagabtausch lesen sich die beiden Laufzeiten wie geschaffen für das nächste Meme. Gerade Kristian Blummenfelt dürfte aus der Leistung Laidlows neue Kraft für Hawaii schöpfen, denn trotz eines beeindruckenden Rennens in Nizza war der Norweger „nur zu 20 Prozent zufrieden“ mit seiner Leistung. Schon häufiger erwähnte Blummenfelt, dass ihm in diesem Jahr der Punch auf dem Rad fehle. Auch bei der Challenge Roth hatte er in der zweiten Disziplin Laidlow gegenüber das Nachsehen, lief jedoch mehr als sieben Minuten schneller, als der spätere Sieger. Dort musste Laidlow übrigens ebenfalls eine kurze Gehpause einlegen und sah gegen Ende des Rennens ziemlich geschafft aus.
Eine endgültige Antwort auf den Trash Talk wird es ohnehin erst am 10. Oktober auf Hawaii geben. Bis dahin müssen sich die beiden Kontrahenten noch etwas gedulden.


















