Spätestens beim Laufen war sie nicht mehr zu halten. Mit einer Pace von 5:20 Minuten pro Kilometer konnte ihr kein Begleiter mehr folgen. Josefine Rutkowskis Auftakt zu den 60 Langdistanzen in 60 Tagen verlief mehr als verheißungsvoll.

Von ihrem gelungenen Auftakt wollte sich Josefine Rutkowski nicht blenden lassen. Sicher, „alles lief prima“, bilanzierte, die 36-Jährige nach der Premiere bei ihrem Projekt über 60 Langdistanzen in 60 Tagen am gestrigen Sonntag. Aber das war so kalkuliert worden. „Ich habe mich gut gefühlt, aber das war klar. Es war die erste Langdistanz. Dass das körperlich nach der Vorbereitung und meiner Erfahrung nicht schlimm werden würde und ich da durchrausche, war abzusehen“, sagte Rutkowski, deren Team ebenfalls perfekt vorbereitet war, nach Tag eins. So konnte man fast von einem verfrühten Feierabend sprechen, als es bereits gegen 18:30 Uhr hieß: Finish. Um 21 Uhr ging es bereits zum Schlafen, mit einem motivierenden Mantra: „Ich freue mich, dass ich das morgen alles noch einmal machen kann.“
Jeden Tag die gleiche Leistung
Die vier Runden im Binsfeldsee hatte Josefine Rutkowski in 1:09 Stunden abgespult. „Ganz locker, das Wetter war traumhaft“, erklärte sie. „Der Wechsel aufs Rad ging dann recht flott, es hat circa eine Viertelstunde gedauert. Dann bin ich die 180 Kilometer mit einem 32er Schnitt gefahren. Die erste Runde war sehr gut, da war es windstill. Auf der zweiten Runde ist ein bisschen Wind aufgekommen, das hatte eine gute und eine schlechte Seite: Streckenweise wurde dadurch das Tempo gedrosselt, an anderer Stelle hatte ich dafür Rückenwind.“ Die Mittagspause hielt sie mit 20 Minuten recht knapp. Beim Marathon gab es schließlich kein Halten mehr. „Den bin ich richtig schnell angegangen – da ist die Triathletin in mir herausgekommen, nachdem ich schnell gewechselt habe. Ich bin mit einer Pace von 4:45 Minuten angelaufen. Hinten heraus habe ich das Tempo bewusst gedrosselt.“ Am Ende stand ein Split von 3:46 Stunden für den Marathon, also knapp 5:20 Minuten pro Kilometer. „Die kann ich gut halten. Ich kann mir gut vorstellen, dass meine Leistungen vom ersten Tag jeden Tag wiederholbar sind.“

Zu schnell für die Begleiter
Gefreut hat sich die Extremsportlerin über die Begleitung beim Schwimmen und Laufen. Wobei sie in der dritten Disziplin nur kurz das Vergnügen genießen durfte. „Beim Läufchen waren zwar ein paar dabei, aber die habe ich leider verloren, weil ich zu schnell war und die anderen nicht mitlaufen konnten“, sagte Josefine Rutkowski beinahe entschuldigend. „Ich werde im Vorfeld ab sofort meine ungefähre Pace angeben, damit die Leute wissen, wie schnell ich bin.“









