Interview in der triathlon 177:
Andreas Böcherer: „Bei Lubos war ich eher das zweite Pferdchen im Stall“

Für Andreas Böcherer verlief die Saison 2019 mit dem Ausstieg auf Hawaii und dem enttäuschenden Rennen in Roth alles andere als planmäßig. Wie der 36-Jährige das vergangene Jahr wieder geraderücken will, welchen Anteil sein neuer Trainer daran haben soll und welche sportlichen Ziele der Freiburger noch abhaken möchte, erklärt er im Interview.

Andreas Böcherer, die Saison 2019 ist mit dem DNF auf Hawaii mit einer großen Enttäuschung zu Ende gegangen. Mit welchen Gefühlen bist du in 2020 gestartet?

Nach dem Aus auf Hawaii habe ich erst einmal mit mir gehadert, wieder so viel in den Sport zu investieren. Das habe ich jedoch mittlerweile überwunden, da ich auch die ersten großen Fortschritte im Training sehe. Mit dem DNF auf Hawaii habe ich Frieden geschlossen, da ich dort mit der Infektion im Kiefer an den Start gegangen bin, und ich bin sogar eher dankbar, dass ich den Krampf im Oberschenkel hatte, der mich zum Aufgeben gezwungen hat. Somit habe ich gesundheitlich vielleicht nicht noch schlimmere Konsequenzen verursacht.

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Also fast ein wenig Glück im Unglück …

Genau! Der Krampf kam aus dem Rücken, aber letztendlich waren es der Oberschenkel und der Gesäßmuskel. Ich konnte mit dem rechten Bein nicht einmal mehr passiv die Kurbelumdrehung machen. Ich denke, dass mein ganzer Körper durch den Bakterienherd im Kiefer einfach extrem geschwächt gewesen ist. Wo es dann am Ende auseinanderbricht, ist in so einem Fall fast schon sekundär.

Klingt, als wäre das zahnmedizinische Problem nicht bloß mit einem kleinen Eingriff zu beheben gewesen.

Das war eine ganz schöne Tortur. Vier Wochen vor der WM bin ich auf ­Hawaii gelandet und habe zwei Tage später Zahnschmerzen bekommen. Nach einer Wurzelbehandlung an ­einem Zahn, an dem bereits vorher diese Behandlung durchgeführt worden war, wurden die Schmerzen im Zahn zwar besser, aber im Kiefer hat es weiterhin wehgetan. Also musste ich vier Tage später den Zahn doch ziehen lassen. Die Bakterieninfektion im Knochen konnte letztendlich jedoch erst nach der Rückkehr nach Deutschland von einem Experten in Hamburg entfernt werden. Zudem wurde dann noch festgestellt, dass hinter meinen eigentlichen Weisheitszähnen, die be­­reits draußen waren, noch weitere Weisheitszähne gewachsen sind, die auch wiederum Einfluss auf die „normalen“ Zähne hatten.

Ist das Rennen auf Big Island nach wie vor eines, das dich am meisten reizt und bei dem du nach dem 5. Platz im Jahr 2016 auch noch einmal abliefern möchtest?

Ich will dort auf jeden Fall noch einmal eine richtig gute Leistung zeigen. Davon träume ich, dafür brenne ich. 2016 bin ich dort beim Marathon eine 2:52 flach gelaufen. Vielleicht eine Zeit von 2:47 Stunden oder so stehen zu haben, wäre noch ein persönliches Feature, was ich mir gern erfüllen würde.

spomedis

Warum Andreas Böcherer aus der vergangenen Saison noch etwas geradezurücken hat, wie ihm dabei sein neuer Trainer Paul Larsen helfen soll und wie er die Arbeit mit Lubos Bilek rückblickend beurteilt, lest ihr im vollständigen Interview, das es ab sofort in der triathlon 177 im Zeitschriftenhandel gibt, die ihr bei uns bestellen können oder sofort digital lesen könnt.

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