Freitag, 3. Februar 2023
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SzeneAshleigh Gentle gewinnt auch die US Open

Ashleigh Gentle gewinnt auch die US Open

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PTO Nach ihrem Sieg bei den Canadian Open sichert sich die Australierin Ashleigh Gentle auch bei den US Open die 100.000 US-Dollar Preisgeld.

Nach den Canadian Open hat die Australierin Ashleigh Gentle auch die US Open der PTO Tour 2022 gewonnen. Im dritten und letzten Rennen der neuen Weltserie der Professional Triathletes Organisation (PTO) sicherte sie sich erneut die Siegprämie von 100.000 US-Dollar.

Charles-Barclay gibt das Tempo vor, Knibb folgt

Wie im Vorhinein erwartet, setzte sich die Britin Lucy Charles-Barclay mit dem Startschuss zum Schwimmen direkt an die Spitze. Einzig die US-Amerikanerin Taylor Knibb, die mit der Startnummer vier ins Rennen gegangen war, konnte auf den beiden Runden im Lake Carolyn die Füße der Britin halten. Beim kurzen Landgang nach der ersten Runde hatte das Duo schon einen Vorsprung von gut 30 Sekunden auf eine siebzehnköpfige Verfolgergruppe um Holly Lawrence (GBR), Ashleigh Gentle (AUS) sowie die Olympiasiegerin Flora Duffy (BMU).

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Katrina Matthews (GBR) hatte zu diesem Zeitpunkt schon einen Rückstand von 1:43 Minuten auf die Spitze, sprang auf Platz 22 liegend in die zweite Schwimmrunde. Ganz vorn im Feld änderte sich währenddessen nichts. Lucy Charles-Barclay machte das Tempo und Taylor Knibb wich ihr nicht aus dem Wasserschatten, sodass beide nach 27:01 und 27:03 Minuten mit einem Vorsprung von einer Minute auf die Verfolgerinnen über den steilen Ausstieg in die Wechselzone gingen. Die Gruppe hinter den beiden Führenden schrumpfte während des Schwimmens auf zwölf Konkurrentinnen, während dahinter schon eine Lücke von einer knappen Minute aufging. Die Britinnen Ruth Astle und Katrina Matthews kamen zeitgleich in die Wechselzone und nahmen ihre Räder für die kommenden sieben Runden ganze 3:45 Minuten nach ihrer Landsfrau Charles-Barclay auf.

Knibb übernimmt das Zepter

Im Gegensatz zur Konkurrenz schwamm die 29-jährige Britin Charles-Barclay ohne Swimskin, wodurch sie sich das Ausziehen ersparte und zum Wechsel aufs Rad den Vorsprung gegenüber Taylor Knibb auf 16 Sekunden ausbauen konnte. Doch der Vorsprung währte nicht lange. Dass auch Profis mit Materialproblemen zu kämpfen haben, konnte man innerhalb der ersten Runde bei Lucy Charles-Barclay erkennen. Direkt beim Verlassen der Wechselzone sah man Schaltprobleme und in der dritten Runde musste ein Mechaniker Hand an die Elektronikschaltung legen. Zu allem Überfluss verlor sie bei der ersten Bodenwelle ihre Flasche aus dem Halter hinter dem Sattel und somit einen Großteil ihrer Verpflegung.

Eine, die ihre eigenen Pläne für die zweite Disziplin hatte, war Taylor Knibb. Die 16 Sekunden Rückstand waren nach nicht einmal 8,3 Kilometern in einen Vorsprung von vier Sekunden umgewandelt. Wer nun dachte, dass beide Athletinnen gemeinsame Sache machen würden, wie man es schon beim Schwimmen gesehen hatte, irrte sich. Die 24-jährige Knibb drückte wie keine andere Athletin im Feld auf die Pedale und baute ihren Vorsprung gegenüber allen Verfolgerinnen Runde um Runde aus. Nachdem die US-Amerikanerin Lucy Charles-Barclay passiert hatte, war sie allein auf weiter Flur. Es folgten die fünf Verfolgerinnen Holly Lawrence, Paula Findlay, Lisa Nordén, Flora Duffy und Sarissa de Vries. Die Gewinnerin der Canadian Open, Ashleigh Gentle, konnte das Tempo der Gruppe um Duffy schon früh nicht mitgehen. Gemeinsam mit Rebecca Clarke (AUS) und Fenella Langridge (GBR) bildete sie die nächstfolgende Gruppe, die darum bemüht war, den Anschluss zu halten.

Zur Streckenhälfte fuhr Knibb mittlerweile zwei Minuten vor Charles-Barclay und eine weitere Minute vor den fünf Verfolgerinnen. Katrina Matthews arbeitet sich bis auf Platz 15 vor, der Rückstand betrug jedoch 7:37 Minuten auf die Führende. An der Zusammensetzung der Verfolgergruppe änderte sich nichts, die Athletinnen wechselten sich in der Führungsarbeit ab und anders als noch in Edmonton sah es hier nach fairer Fahrweise aus. Gefährlich werden konnte die Gruppe Knibb jedoch nicht, denn diese hatte wenige Kilometer vor der zweiten Wechselzone einen Vorsprung von gut sechs Minuten und 3:30 Minuten auf Charles-Barclay, die ebenso die 80 Kilometer komplett allein fuhr.

Gentle beim Laufen wie Knibb beim Radfahren

Schon einer der schnellsten Wechsel ließ den Abstand zur fünfköpfigen Verfolgergruppe schrumpfen. Gentle, die scheinbar ein paar Körner für die dritte Disziplin beim Radfahren aufgespart und ihr Rennen taktisch gut geplant hatte, machte da weiter, wo sie in Edmonton aufgehört hatte: mit schnellem Laufen. Während Taylor Knibb allein ihre Runden in Führung liegend drehte, entwickelte sich dahinter eine Aufholjagd, die das Rennen kippen ließ. Während Flora Duffy die Gruppe, mit der sie auf der Radstrecke noch zusammengearbeitet hatte, schnell hinter sich ließ, spürten die anderen vier den vorbeirauschenden Windhauch von Ashleigh Gentle. Aber auch Duffy, die nach flüssigem Angang sichtlich gezeichnet aussah, musste die Australierin schon nach knappen vier Kilometern ziehen lassen. Mit raumgreifenden Schritten und einer extrem stabilen Oberkörperhaltung war es nur eine Frage der Zeit, bis auch die auf Platz zwei liegende Britin einen Überholvorgang über sich ergehen lassen musste.

Nach 3:08 Stunden Rennzeit passierte es dann: Gentle sah mit ihrem Tempoüberschuss aus, als würde sie in einem anderen Rennen unterwegs sein, und übernahm den zweiten Platz. Der Rückstand auf die führende Taylor Knibb betrug zu diesem Zeitpunkt 3:20 Minuten, doch diese sah aus, als ob sie ihrer starken Radleistung nun Tribut zollen musste. Mit unermüdlichen Vortrieb und rein objektiv als frischeste Athletin auf dem Kurs brannte Ashleigh Gentle weiterhin die schnellsten Kilometerschnitte in den Asphalt. Was zum Wechsel nur rechnerisch danach aussah, als wäre es möglich, wurde zum Ende des Rennens Gewissheit. Eine kämpfende Taylor Knibb musste die Australierin knappe 2,5 Kilometer vor dem Ziel an sich vorbeiziehen lassen.

Gentle zum Zweiten

Nach dem Sieg beim ersten Rennen bei den Canadian Open hieß die Siegerin auch beim zweiten Rennen der PTO Tour Ashleigh Gentle (3:37:18 Stunden). Mit einem ganz starken Lauf über die 18 Kilometer in 1:05 Stunden setzte sie sich gegen Taylor Knibb (3:38:33 Stunden) und Lucy Charles-Barclay (3:40:32 Stunden) durch, die das Podium komplettierten.

Männerrennen live ab 21:30 Uhr im TV

Das Rennen der Männer mit einigen deutschen Athleten im Weltklassefeld startet am Sonntag und wird ab 21:30 Uhr live auf Eurosport im Free-TV übertragen.

PTO US Open I Frauen

17. September 2022 | Dallas, USA
PlatzNameNationGesamtzeit2 km Swim80 km Bike18 km Run
1Ashleigh GentleAUS3:37:1728:102:02:201:04:59
2Taylor KnibbUSA3:38:3227:031:56:171:13:06
3Lucy Charles-BarclayGBR3:40:3127:012:00:071:11:23
4Holly LawrenceGBR3:43:3728:062:01:331:12:00
5Lisa NordénSWE3:44:4928:222:01:161:13:14
6Flora DuffyBMU3:45:1728:032:01:251:13:40
7Jocelyn McCauleyUSA3:45:3429:112:01:331:12:45
8Rebecca ClarkeNZL3:47:0028:022:02:221:14:24
9Katrina MatthewsGBR3:48:3330:462:04:361:11:02
10Paula FindlayCAN3:49:0828:202:01:171:17:36
Lars Wichert
Lars Wichert
Lars Wichert ist dreimaliger Weltmeister im Rudern und nahm an den Olympischen Spielen 2012 in London und 2016 in Rio de Janiero teil, bevor er zum Triathlon wechselte. 2021 gewann er sein erstes Rennen beim Ironman Hamburg in 8:12:46 Stunden, der schnellsten jemals erzielten Rookie-Zeit bei den Agegroupern.
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