Challenge Roth: Magnus Ditlev verbessert erneut den Rekord

Zum dritten Mal in Folge gewinnt der Däne im Frankenland – und stellt erneut eine magische Bestmarke in Roth auf. Mit großem Rückstand folgen Thomas Bishop und Rudy von Berg auf den Plätzen zwei und drei. Bester Deutscher auf Rang vier ist Jan Stratmann. Drama um Patrick Lange.

Peter Jacob / spomedis Magnus Ditlev gewinnt zum dritten Mal die Challenge Roth.

Hattrick! Magnus Ditlev kündigte einen dritten Triumph in seinem Lieblingsrennen im Vorwege bereits an. Zudem sei er auch in der Form, seinen eigenen Streckenrekord aus dem Vorjahr zu verbessern, sagte er. Beides gelang dem Dänen eindrucksvoll. Bei seinem dritten Erfolg hintereinander in Roth legte er erneut eine Fabelzeit hin. Der 26-Jährige gewann in 7:23:24 Stunden, blieb damit 1:16 Minute unter seiner Bestzeit von 2023 (7:24:40 Stunden) – eine Zeit, die wegen der Streckenänderungen zu diesem Jahr noch höher zu bewerten ist.

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Lukasz Wojt führt die Profi-Männer auf die Radstrecke. Am Ende wird der schnellste Schwimmer 17.

Fabelzeit von Ditlev: „Ich wollte etwas zurückgeben“

Ditlevs Sieg war absolut ungefährdet, die wenigen Sekunden, die er hinter Lukasz Wojt mit einer größeren Gruppe aus dem Wasser kam, holte der „Überbiker“ auf dem Rad schnell auf. Anschließend fuhr und lief er ein einsames, überragendes Rennen bei nicht einmal optimalen Bedingungen mit leichtem Regen zwischendurch. Magnus Ditlev bestätigt seine Ausnahmestellung im Triathlon und sagte direkt nach dem Rennen: „Ich wollte mein Bestes geben und etwas zurückgeben, weil dieses Rennen so großartig und die Atmosphäre so einzigartig ist.“

Patrick Lange muss nach Rippenprellung aussteigen

Um Patrick Lange, Ditlevs vermeintlich größten Konkurrenten in diesem Rennen, gab es direkt nach dem Ausstieg aus dem Wasser dramatische Szenen. Der beste deutsche Triathlet auf der Langdistanz bekam beim Schwimmen einen Tritt in die Rippen und lief mit verkniffenem Gesicht und lauten Schmerzensschreien Richtung Rad. Dort brach er mehrmals zusammen und hielt sich die verletzte Stelle. Der 37-Jährige ging zwar noch auf die Radstrecke, musste aber schon bald danach das Rennen abbrechen. Später gab es von Patrick Lange selbst Entwarnung. Er kam trotz Schmerzen noch während des Wettkampfs ins Rother Stadion und bestätigte im TV-Interview mit dem Bayerischen Rundfunk, dass es sich um eine schwere Rippenprellung handelt.

Patrick Lange am Ausgang der ersten Wechselzone.

„Bittersweet“: Jan Stratmann bester Deutscher auf Platz vier

Dadurch waren es andere Kandidaten, die um das Podium kämpften. Die große Überraschung folgte auf Platz zwei: Thomas Bishop aus Großbritannien, der jahrelang auf der Kurzdistanz unterwegs war, folgte auf Magnus Ditlev. Allerdings lag er knapp 14 Minuten hinter dem Dänen. Rudy von Berg sicherte sich Platz drei. Der US-Amerikaner, Vierter bei der vergangenen Ironman-WM in Nizza, wirkte beim abschließenden Marathon eine Woche nach einem Radsturz zwar alles andere als leichtfüßig, brachte die Podiumsplatzierung aber noch ins Ziel. Ihm folgte als bester Deutscher auf Rang vier Jan Stratmann, der auf der Radstrecke von einer kleinen Panne aufgehalten wurde. „Ich bin sehr zufrieden, auch wenn Platz vier immer ein bisschen bittersweet ist“, sagte Stratmann im Ziel.

Peter Jacob / spomedis Jan Stratmann kommt als Vierter ins Ziel.

Weltbestzeit in Roth?

Ditlevs Zeit wird von den Rother Veranstaltern und zahlreichen Experten als Weltbestzeit auf der Langdistanz eingeordnet. Zwar war der Norweger Kristian Blummenfelt bei seinem Sieg beim Ironman Cozumel in 7:21:12 Stunden noch zwei Minuten schneller als Ditlev heute, profitierte damals aber von der starken Rückenströmung auf dem Punkt-zu-Punkt-Schwimmkurs in Mexiko. Der Radkurs von Roth dagegen war bis zum Vorjahr deutlich kürzer als die offiziellen 180 Kilometer, sodass die Diskussion, wer denn die Weltbestzeit hält, nie abschließend geklärt werden konnte. Die erneute Verbesserung des Streckenrekords von Roth dürfte die Position, dieses Rennen als Rekordrennen anzuerkennen, deutlich untermauern.

Frank Wechsel / spomedis

Challenge Roth 2024 | Profi-Männer

7. Juli 2024 | Roth (Deutschland)
PlatzNameLandGesamt3,8 km Swim180 km Bike42,195 km Run
1Magnus DitlevDEN7:23:2446:233:59:252:34:18
2Thomas BishopGBR7:37:5446:174:05:462:42:42
3Rudy von BergUSA7:38:3046:194:05:462:43:25
4Jan StratmannGER7:38:5746:104:08:312:41:21
5Léon ChevalierFRA7:39:1148:384:05:592:41:33
6Stefan ZachäusLUX7:40:2846:254:05:442:44:44
7Marc EggelingGER7:44:1448:384:12:042:40:33
8Joshua LewisGBR7:52:3246:244:08:072:54:37
9Christian StörzerGER7:52:4154:244:15:432:39:12
10Samuel HürzelerSUI7:53:0648:404:11:482:48:55
11Finn Große-FreeseGER7:54:3648:204:18:392:44:38
17Lukasz WojtGER8:06:2745:214:15:243:02:00
18Tobias DrachlerGER8:07:1648:414:26:272:49:05
20Silas LucksGER8:09:0454:254:28:072:43:16

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Christian Wriedt
Christian Wriedt
Schreiben und Bearbeiten von Texten, Verbesserung der internen Abläufe und Erstellung von Abgabeplänen – das ist der tägliche Dreikampf von Christian Wriedt in der triathlon-Redaktion. Der studierte Sportwissenschaftler ist vor allem aufgrund seiner langjährigen journalistischen Erfahrung verpflichtet worden. Dem Triathlon begegnet der gebürtige Hamburger und leidenschaftliche Fußballer mit großer Neugier und noch größerem Respekt.

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