Interview in der triathlon 180:
Jan Frodeno: Mit Neugier zur letzten Nuance

Statt des Feinschliffs für den ersten großen Wettkampf des Jahres hat Jan Frodeno während der spanischen Quarantäne eher Vorschulmathematik im Kopf. Wie der dreifache Hawaii-Champion in Zeiten der Corona-Pandemie die Motivation aufrechterhält, warum die Neugier nach der letzten Nuance ihn weiterhin antreibt und weshalb er mit Begriffen wie Legende oder Stolz mehr als spärlich umgeht, erklärt der 38-Jährige im Interview.

Jan Frodeno, vor ziemlich genau einem Jahr haben wir in Buschhütten miteinander gesprochen. Damals war es die erfolgreiche Rückkehr auf die Kurzdistanz. In diesen Tagen findet Triathlon, wenn überhaupt, nur allein statt. Wie sehr unterscheiden sich die Starts der beiden Saisons?

Momentan könnte der Jahresvergleich unterschiedlicher nicht sein. Von der Motivation, der Fitness und den restlichen Faktoren ist es ein Unterschied wie Tag und Nacht. Das liegt aber auch daran, dass die Prioritäten zurzeit einfach ganz woanders liegen. 

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Wie verlief denn der Start in das Jahr 2020, bevor das Coronavirus erst einmal alles auf den Kopf gestellt hat?

Die ersten Wochen des Jahres liefen eigentlich nach Plan. Ich bin gut durch den Winter gekommen, auch wenn ich nach dem vergangenen Jahr die Kerze schon an beiden Enden angezündet hatte. Nach dem Ironman Hawaii war ich wieder ­extrem viel unterwegs und habe im Frühjahr Bilder von mir gesehen, die mich davon überzeugt haben, dass die ersten zwei Wochen des Shutdowns für mich vielleicht gar nicht so schlecht waren. Eigentlich bin ich mit sehr viel Vorfreude in die neue Saison gestartet, die mit der nordamerikanischen Meisterschaft in Utah und vor allem dem Rennen in Roth in der ersten Jahreshälfte bereits große Höhepunkte mit sich gebracht hätte.  

Wie hätte denn der theoretische Fahrplan für das Jahr 2020 ausgesehen?

Den Auftakt hätte der Ironman in St. ­George Anfang Mai gemacht. Kurz danach wäre es dann zum Collins Cup nach Samorin gegangen. Das wäre so kurz nacheinander ohnehin ein krasser Balanceakt geworden. Anfang Juli wäre dann bekanntermaßen mein Start in Roth gefolgt und danach hätte wahrscheinlich nur noch ein ­Ironman-70.3-Rennen auf dem Plan gestanden, ehe es schon in Richtung Hawaii gegangen wäre. Dort hätte ich dann aber auch sicherlich meine Saison beendet. 

Warum für Jan Frodeno auf Hawaii noch auf ein Duell auf Augenhöhe mit Patrick Lange aussteht, mit welcher Motivation er noch drei weitere WM-Titel holen möchte und welche Bedeutung für ihn Worte wie Legende oder Stolz haben, erklärt er im ausführlichen Interview in der triathlon 180.

Die Themen der triathlon 180 im Überblick

  • Jan Frodeno: Der Weltmeister im großen Exklusiv-Interview
  • DIY-TRI: Die Redaktion beim Triathlon in Eigenregie
  • Radverkehr: Das ändert sich durch die neuen Regeln
  • Cervélo P-Series: Was kann die neue Triathlonmaschine?
  • Reifendruck: Warum weniger oft mehr ist
  • Stryd: Das bringt die neue Wattmessung beim Laufen
  • INSCYD: Leistungsdiagnostik per Computerprogramm
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