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Ostseeman: Schnödewind siegt mit Streckenrekord

Mit Lukas Schnödewind aus Osterrönfeld gewinnt erstmals ein Schleswig-Holsteiner den Ostseeman. Nach 8:05:21 Stunden überquerte er mit neuem Streckenrekord die Ziellinie. Bei den Frauen siegte Hannah Deuring.

Nils Flieshardt / spomedis Als erster Schleswig-Holsteiner holt Lukas Schnödewind den Sieg beim Ostseeman – in neuer Rekordzeit. (Archivbild)

Fast spiegelglattes Wasser bei 19 Grad, nur leichter Wind, ein freundlicher Mix aus Sonne und Wolken zeigte sich zum Rennstart am Morgen. Rund 1.600 Athletinnen und Athleten gingen über die verschiedenen Distanzen an den Start.

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Lukas Schnödewind aus Osterrönfeld gewann die Langdistanz in 8:05:21 Stunden und schrieb damit gleich doppelt Geschichte: Er stellte einen neuen Streckenrekord auf und ist der erste Schleswig-Holsteiner überhaupt, der seit der Ostseeman-Premiere 2002 den Sieg bei den Männern über die Langdistanz einfährt. Bei den Frauen war dieses Kunststück zuvor nur Rike Kubillus aus Kiel und Liesa Schmidt aus Ratzeburg gelungen.

Ein Krampf stoppt die Aufholjagd von Titelverteidiger Harbig

Auf dem Papier deutete zunächst wenig auf ein enges Rennen hin. Schnödewind verließ das Wasser nach 3,8 Kilometern mit fast sieben Minuten Vorsprung. Ein komfortables Polster, das er allerdings mit einem mulmigen Gefühl mitnahm. Denn hinter ihm ging Florian Harbig vom TriZack Rostock, der Sieger der Jahre 2024 und 2025, in die Verfolgung. Ein Athlet, dessen Stärken klar auf der Rad- und Laufstrecke liegen.

Auf den 180 Radkilometern verteidigte Schnödewind seinen Vorsprung zunächst, beide Athleten fuhren nahezu die gleiche Zeit. Richtig spannend wurde es erst auf dem abschließenden Marathon. Kilometer für Kilometer fraß sich Harbig an Schnödewind heran. „Ich bin die ganze Zeit meinen Rückstand vom Schwimmen hinterhergerannt. Ich wollte gern wieder gewinnen und habe alles gegeben“, beschrieb der Rostocker später seine Aufholjagd. Auch Schnödewind spürte, wie sein Polster dahinschmolz: „Als ich gesehen habe, wie nahe er ist, dachte ich schon, dass es um mich geschehen sei und er mir das Herz brechen würde.“

Rund zwölf Kilometer vor dem Ziel war der Vorsprung auf geschätzte 100 Meter zusammengeschmolzen, das Rennen schien endgültig zu kippen. Dann zwang ein Krampf Harbig zu einer kurzen Stehpause. Schnödewind nutzte ihn konsequent: „Als ich sah, dass der Streckenrekord noch drin ist, hat mir das neue Kraft gegeben und ich habe alles gegeben.“ Am Ende rettete er sich mit dem neuen Streckenrekord ins Ziel.

Schnödewinds Lohn für mehrere Anläufe

In den vergangenen Jahren war der 30-jährige dem Podium beim Ostseeman bereits mehrfach nahegekommen, wurde aber unter anderem durch einen Radsturz sowie eine unterkühlungsbedingte Aufgabe ausgebremst. „Mein Motto ist, niemals den Glauben zu verlieren. Ich komme so oft, bis es endlich klappt“, brachte Schnödewind seine Beharrlichkeit auf den Punkt.

Harbig erreichte das Ziel nach 8:11:59 Stunden und blieb damit nur denkbar knapp über dem bisherigen Streckenrekord von 8:11:32 Stunden, den Timo Schaffeld aus Oberhausen 2023 aufgestellt hatte. Rang drei sicherte sich Bastian Luthmann aus Lippetal in 8:22:08 Stunden, dahinter kam mit Fabian Sommer von den TriVelos Flensburg (8:35:47 Stunden) ein weiterer Athlet aus dem Norden ins Ziel.

Bei den Frauen ließ Hannah Deuring aus Hannover derweil keinen Zweifel an ihrer Favoritenrolle aufkommen. Souverän gewann sie in 9:41:39 Stunden vor Marie Hilscher vom FC St. Pauli (9:56:25 Stunden) und Lisa Heinrichs vom SV Würzburg 05 (10:05:06 Stunden).

Mitteldistanz: Von Schmeling siegt, Foelckel dominiert

Auch über die Mitteldistanz fiel die Entscheidung erst auf den letzten der insgesamt 113 Rennkilometern. Bei den Männern feierte Finn von Schmeling vom TriMichels Hamburg einen perfekten Einstand. Der 28-Jährige fing seine Konkurrenten erst auf der Laufstrecke ab und gewann in 4:02:30 Stunden vor Dario Ernst vom KSV Baunatal (4:04:29 Stunden). Rang drei ging an Hauke Timme vom USC Kiel (4:05:31 Stunden), der sich damit zugleich den Landesmeistertitel sicherte.

Bei den Frauen setzte sich Jule Foelckel vom ASC Göttingen in 4:33:57 Stunden durch und verwies damit die amtierende Deutsche Meisterin Marianne Juliane Kulling vom TV Fürstenwalde (4:39:36 Stunden) auf Platz zwei. Lea Paysen vom SV Enge-Sande komplettierte als Gesamtvierte (4:51:40 Stunden) das Bild und holte sich gleichzeitig den Landesmeistertitel.

Sandra Wirth
Athletin des Tages

Sandra Wirth

Freie Schwimmer Düsseldorf
46 Jahre
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Lars Wichert
Lars Wichert
Lars Wichert ist dreimaliger Weltmeister im Rudern und nahm an den Olympischen Spielen 2012 in London und 2016 in Rio de Janiero teil, bevor er zum Triathlon wechselte. 2021 gewann er sein erstes Rennen beim Ironman Hamburg in 8:12:46 Stunden, der schnellsten jemals erzielten Rookie-Zeit bei den Agegroupern.

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