Nach den mutmaßlichen Sabotageakten auf der Radstrecke des Ironman Hamburg hat die Kriminalpolizei die Ermittlungen übernommen. Die Polizei sucht nun Zeuginnen und Zeugen.
Die Kriminalpolizei geht nach den Vorfällen auf der Radstrecke des Ironman Hamburg von gezielter Sabotage aus. Ermittlungen laufen wegen des Verdachts der gefährlichen Körperverletzung sowie der Sachbeschädigung. Nach bisherigen Erkenntnissen sollen Unbekannte im Stadtteil Kirchwerder auf mehreren Straßen Metallspäne auf die Fahrbahn gebracht haben. Zahlreiche Rennräder wurden dadurch beschädigt. Die Polizei bittet mögliche Zeuginnen und Zeugen, sich zu melden.
Die Reifenpannen beeinträchtigten am Sonntag viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer erheblich. Einige verloren wertvolle Zeit, andere mussten ihr Rennen sogar vorzeitig beenden und erreichten die zweite Wechselzone nicht mehr. Wie viele Athletinnen und Athleten tatsächlich betroffen waren, ist Gegenstand der laufenden Ermittlungen. tri-mag.de geht nach eigenen Beobachtungen vor Ort und Gesprächen mit Betroffenen von rund 100 beschädigten Rädern aus. Der für Deutschland und Luxemburg zuständige Regionaldirektor von Ironman, Daniel Gottschall, zeigte sich tief betroffen. „Das ist ein Anschlag einer kleinen Gruppe gewesen und hat nichts mit den Menschen zu tun, die uns jedes Jahr hier willkommen heißen“, sagte Gottschall bei der Slotvergabe am Montag (mehr über die Reaktion liest du hier).
Unsere Berichterstattung zum Ironman Hamburg:
Veranstalter spricht von Anschlag
Sabotage beim Ironman: Was bisher bekannt ist
Hohe DNF-Quote in Hamburg
Rennbericht: Solveig Løvseth gewinnt EM-Titel, Laura Philipp wird Zweite
alle Artikel zum Ironman Hamburg
Zeugen gesucht
Während des Rennens kam es in Kirchwerder zudem zu einem Sturz. Dazu teilte die Polizei mit: „Mindestens ein 29-jähriger Teilnehmer des Ironman stürzte, erlitt eine Fraktur und wurde in ein Krankenhaus transportiert.“ Ob ein durch die Metallspäne verursachter Reifenschaden zum Unfall beigetragen hat, wird derzeit untersucht.
Ein weiteres Vorkommnis beschäftigt die Ermittler ebenfalls. Zwischen Freitagnachmittag und Samstagvormittag wurden entlang des Kirchheerwegs Halteverbotsschilder und Ankündigungsplakate entfernt, die für das Rennen aufgestellt worden waren. Die Polizei stellte die Verkehrszeichen nach Bekanntwerden des Vorfalls wieder auf.
Zeuginnen und Zeugen, die rund um das Rennwochenende verdächtige Beobachtungen gemacht haben, werden gebeten, sich beim Hinweistelefon der Polizei unter der Rufnummer 040 4286-56789 zu melden.
Hot Topic: Jetzt abstimmen und diskutieren!
Neu: Als Mitglied von triathlon+ kannst du in unserem Community-Format mitdiskutieren – Schwierigkeiten mit der Radstrecke, Anwohnerproteste, Sabotage: Soll der Ironman Hamburg bestehen bleiben?