NEU! triathlon-News Ausgabe vom 4. Oktober, 18:15 Uhr · 0:46 Min · Kurzfassung

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Challenge 120: Die 20-20-50-Formel sorgt für Motivation bei Jonas Deichmann

Gute Nachrichten vom Langdistanz-Weltrekordprojekt. Jonas Deichmann geht es an Tag 79 von 120 blendend. Die gesamte vergangene Woche sorgte beim Extremsportler für gute Laune und Heiterkeit. Das liegt weiterhin auch an der Begleitung.

Marc Bernreuther Hochgeschwindigkeitszug: Jonas Deichmann unterwegs mit einigen Begleitern.

Von wegen Katerstimmung. Wer gedacht hätte, dass die Tage nach der Challenge Roth zäh werden würden, sieht sich getäuscht. Jonas Deichmann ist bei seinem Weltrekordprojekt „Challenge 120“ motiviert wie eh und je. Das Zauberwort heißt Abwechslung, die Erfolgsformel lautet 20-20-50. So beschließt der 37-Jährige die 14-Stunden-Tage mit 3,8 Kilometern Schwimmen im Rothsee, 180 Radkilometern und 42,195 Kilometern auf der Laufstrecke derzeit mit einer gewissen Heiterkeit. Heute ging es zum 79. Mal ins Wasser. „Es geht dem letzten Drittel entgegen“, sagt der Extremsportler mit einer Mischung aus Erleichterung und Bedauern.

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Wettkampf um die Startnummer

In den vergangenen Tagen war die Resonanz an Begleitern gewohnt hoch. „Wir hatten 20 Mitschwimmer, 20 Radler und 50 Läufer dabei. Da ist richtig Stimmung“, erzählt Deichmann von der besonderen Motivation, die ihm Außenstehende vermitteln. Es bleibt ebenfalls dabei, dass Begleiter immer wieder die komplette Langdistanz absolvieren. Und das führt mitunter zu kuriosen Szenen. Am vergangenen Mittwoch etwa erreichten gleich drei Athleten, die mit Deichmann zusammen ins Wasser gestiegen waren, mit ihm auch das Ziel nach dem Marathon. „Das waren echte Veteranen und alle hatten es verdient, meine Startnummer zu bekommen. Ich konnte mich aber nicht entscheiden.“ Das Trio musste also zu einem letzten Wettkampf antreten. „Ich konnte sie aufgrund des Verletzungsrisikos nicht sprinten lassen, also haben wir ‘Last Man Planking‘ gemacht“, erzählt der 37-Jährige erheitert. „Als wir uns das im Team überlegt haben, haben wir gedacht, das dauert maximal zwei Minuten. Dann haben die am Ende fast sieben Minuten durchgehalten“, so Deichmann belustigt. „Also, das machen wir nicht noch einmal. Der absolute Wahnsinn.“ Schließlich bedeutet jede Minute Verzögerung für den Abenteurer weniger Zeit zur Erholung.

Marc Bernreuther Erholung: Jonas Deichmann lässt sich nach seinem langen Tag lockern und mobilisieren.

Schnick, Schnack, Schnuck statt Liegestütze

Die Leistungen der Begleiter „zwingen“ das Deichmann-Team derweil zur Kreativität. Denn auch am gestrigen Donnerstag waren mehrere Langdistanzabsolventen am Start. Erneut stand die Frage im Raum: Wer erhält die Startnummer? Klar, dass eine Challenge darüber entscheiden würde. Einen sportlichen Wettkampf aber lehnten die Athleten ab. „Wir haben sie gefragt, ob sie Liegestütze machen oder Schnick, Schnack, Schnuck spielen wollen“, so Deichmann. „Sie haben sich dann einstimmig für Schnick, Schnack, Schnuck entschieden. Das war ein bisschen schade“, sagt er augenzwinkernd. „Die Stimmung ist sensationell. Alle sind wohlauf. Es macht richtig Bock.“

Marc Bernreuther Kurze Rede: Nach seinem Finish richtet Jonas Deichmann stets ein paar Worte an Zuschauer und Begleiter – und verteilt seine Startnummer.

„Ich bin frisch und munter“

Damit sind die Weichen gestellt für die finalen 40 Durchgänge. Denn statt Heiterkeit war es in den vorangegangenen Woche noch Heiserkeit, die drohte. Ein Infekt hatte sich in Deichmanns Körper breit gemacht. Mit Gegenmaßnahmen und einem gemächlicheren Tempo aber wurde der schnell eingedämmt. „Mir geht es wieder super. Ich habe die Erkältung gut überstanden. Seit mehreren Tagen habe ich keinerlei Beschwerden mehr – und auch orthopädisch ist alles in Ordnung. Ich habe Blut abgenommen bekommen, ein EKG und Ultraschall wurden gemacht. Es gibt keine Entzündungswerte und meine Muskulatur ist butterweich. Ich bin frisch und munter.“

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Bengt Lüdke
Bengt Lüdke
Bengt-Jendrik Lüdke ist Redakteur bei triathlon. Der Sportwissenschaftler volontierte nach seinem Studium bei einem der größten Verlage in Norddeutschland und arbeitete dort vor seinem Wechsel zu spomedis elf Jahre im Sportressort. In seiner Freizeit trifft man ihn in Laufschuhen an der Alster, auf dem Rad an der Elbe – oder sogar manchmal im Schwimmbecken.

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