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Ironman-Insel Big Island:
Der Kilauea spuckt wieder Feuer

100 Kilometer südöstlich der Wettkampfstrecke des Ironman Hawaii liegt mit dem Kilauea der aktivste Vulkan der Welt. Zwei Jahre schlief der Riese – bis heute.

So ruhig wie in diesem Jahr war es lange nicht mehr auf Big Island, der größten der hawaiianischen Inseln: Keine Triathleten, keine Kreuzfahrt-Touristen, kaum internationale Gäste. Auch der Kilauea, der aktivste Vulkan der Welt im Süden der Insel, war nach dem verheerenden Ausbruch von 2018 ruhig. Bis heute.

Erdbeben kündigten Ausbruch an

Nachdem Vulkanforscher seit September eine zunehmende Aufblähung des Vulkans gemessen hatten und eine Reihe von Erdbeben – seit Ende November etwa 500 Stück – das Ende der Ruhe vor dem Sturm angekündigt hatte, war es in der letzten Nacht so weit: Seit 21:30 Uhr Ortszeit am Sonntagabend kehrt die Erde auf Big Island wieder ihr Inneres nach außen. Am Grund des Halemaumau, einem Krater in der mächtigen Caldera am Gipfel des 1.247 Meter hohen Kilauea, entdeckten Forscher ein erstes Glühen. Wenig später waren zahlreiche Spalten aufgerissen, aus denen die glühende Lava bis zu 50 Meter in die Höhe schoss. Innerhalb weniger Stunden bildete sich eine zehn Kilometer hohe Wolke, von der man noch nicht genau weiß, wie viel Asche sie enthält.

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Aktivster Vulkan der Welt schwieg zwei Jahre lang

Der Kilauea liegt im Volcano National Park im Süden von Big Island und gilt als der aktivste Vulkan der Welt. Big Island liegt über einem Hot Sport der Erdkruste. Die Inseln sind vulkanischen Ursprungs: Die pazifische Erdplatte schiebt sich nach Nordwesten über einen gigantischen Schneidbrenner in der Tiefe hinweg, der immer wieder Löcher in die Platte schmilzt, durch die das flüssige Gestein an die Oberfläche gelangt. Viele Triathleten besuchten in der Vergangenheit das Naturspektakel, das sich von zahlreichen Beobachtungspunkten und einem Museum aus relativ sicher beobachten lassen konnte. Besonders spektakulär waren die Anblicke der ins Meer laufenden Lava in der Dämmerung, die man vom Boot aus oder nach einem langen Fußmarsch vom Ufer aus sicherer Entfernung beobachten konnte.

Vorübergehend höchste Warnstufe

Unmittelbar nach den ersten Beobachtungen der letzten Nacht wurde für den Vulkan die Warnstufe von “normal” auf “Warnung” gesetzt, gleichbedeutend damit, dass eine gefährliche Eruption unmittelbar bevorsteht, aktuell stattfindet oder mit hoher Wahrscheinlichkeit erwartet wird. Für den Flugverkehr wurde die Warnstufe unmittelbar von “grün” auf “rot” eskaliert – gleichbedeutend mit einem Flugverbot. Beide Warnstufen sind die jeweils höchsten, sie wurden bei Tagesanbruch aber später auf “Beobachtung” und “orange” gesenkt.

Frank Wechsel / spomedis Nicht anfassen: So nah wie auf Hawaii kommt man der glühenden Lava nur an wenigen Orten der Welt.

Rauch und Feuer

Unter Ausdauersportlern berüchtigt war der “Vog” genannte Vulkan-Smog, der gelegentlich bei entsprechenden Winden bis auf die etwa 100 Kilometer nordwestliche gelegene Wettkampfstrecke des Ironman Hawaii sicht- und riechbar war. Im Sommer 2018 brach der Vulkan an vielen Stellen östlich des Gipfels heftiger aus und zerstörte zahlreiche Anwesen. Nach dem Ausbruch erlosch die Aktivität vorübergehend. Wegen zahlreicher Zerstörungen blieben der Nationalpark und seine Einrichtungen lange Zeit für die Öffentlichkeit gesperrt.

Hannes Blaschke | Hannes Hawaii Tours Glühende Lava des Kilauea fließt in den Pazifik

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