Mit einer beeindruckenden Leistung hat sich Casper Stornes zum Ironman-Weltmeister gekrönt. Dafür sorgte vor allem seine starke Leistung während des Marathons. Der beste Deutsche landete auf Rang sechs.

Casper Stornes hat die Ironman-WM 2025 gewonnen. Der 28-Jährige sicherte sich den Erfolg nach einem spektakulären Comeback während des Marathons, den er in 2:29:25 Stunden lief. Seine Trainingspartner Gustav Iden und Kristian Blummenfelt beendeten das Rennen auf den Rängen zwei und drei – ein erneuter Clean-Sweep der Norweger, diesmal erstmals bei einer Weltmeisterschaft. Bester Deutscher wurde Jonas Schomburg auf Rang sechs.
Das Schwimmen
25,3 Grad betrug die Wassertemperatur des Mittelmeeres – kein Wetsuit erlaubt also. Pünktlich um 7:05 Uhr fiel der Startschuss für die Profis und wie erwartet wurde das Schwimmen von Anfang an richtig schnell. Jamie Riddle (RSA) setzte sich an die Spitze, gefolgt von Andrea Salvisberg, Jonas Schomburg, Jan Stratmann und Marten van Riel.
Die schnellen Schwimmer wechselten sich an der Spitze ab und drückten richtig aufs Gas. Doch eine Lücke wollte sich zunächst nicht auftun. Wie an einer Perlenschnur zog sich das Feld durchs Wasser.

Spitze setzt sich ab
Erst auf der zweiten Hälfte der 3,8 Kilometer langen Strecke konnten sich die Spitzenreiter leicht absetzen. Das Feld zersplitterte in drei Gruppen, zwölf Athleten befanden sich nur noch an der Front.
Andrea Salvisberg verließ das Wasser nach 45:11 Minuten als Erster, mit Schomburg, Riddle und Stratmann an seinen Fersen. Auch Finn Große-Freese schaffte es unter die Besten, ebenso wie Antonio Benito Lopez, Casper Stornes und Willy Hirsch.
Rudy von Berg, Kristian Blummenfelt und Magnus Ditlev erreichten eine Minute später das Land. Ungewöhnlich: Sam Laidlow kam nach zwei Minuten, gemeinsam mit Patrick Lange, Gustav Iden und Jonas Hoffmann an Land.

Das Radfahren
Wie gewohnt legte Jonas Schomburg einen schnellen Wechsel hin und stieg als Erster aufs Rad. Doch die anderen Athleten ließen nicht lange auf sich warten. Bereits nach zehn Kilometern hatte sich eine fünfköpfige Spitzengruppe, bestehend aus dem genannten Schomburg, Marten Van Riel, Jamie Riddle, Andrea Salvisberg und Jan Stratmann geformt. Willy Hirsch und Finn Große-Freese lagen bereits 40 Sekunden zurück.
Und das Ausscheidungsrennen ging weiter: Bei Kilometer 26 waren nur noch Van Riel, Schomburg und Riddle an der Spitze unterwegs. Kristian Blummenfelt, der als 15. aus dem Wasser gekommen war, schob sich auf den siebten Platz vor und konnte die Lücke zu den Führenden sogar leicht schließen. Patrick Lange verlor währenddessen Zeit – ganze fünf Minuten lag er hinter Schomburg und Co.
Laidlow attackierfreudig
Sam Laidlow, der beim Schwimmen von Krämpfen geplagt war, fand nach wenigen Kilometern wieder in seinen Rhythmus zurück und schob sich Position um Position durchs Feld. Er schloss zu den Norwegern auf und bildete mit Blummenfelt, Casper Stornes, Nick Thompson, Gustav Iden und Magnus Ditlev eine sehr starke Verfolgergruppe. Bis Kilometer 60 hatten sie ihren Rückstand auf eine Minute verkleinert.

Das wollte sich das Führungstrio nicht gefallen lassen und vergrößerte den Abstand anschließend wieder. Ditlev hatte dann Probleme das Tempo seiner Gruppe mitzugehen und verlor den Anschluss. Bei Kilometer 100 versuchte es Sam Laidlow mit einer Attacke – und das erfolgreich. Nur Blummenfelt hielt den Anschluss, der Rest fiel zurück. Gemeinsam fuhren der Franzose und der Norweger an die Spitze heran.
Schomburg und Riddle fallen zurück
Dann kam es zu einer großen Verschiebung: Jonas Schomburg und Jamie Riddle konnten das Tempo von Van Riel nicht mehr mitgehen und mussten den Belgier fahren lassen. Anschließend wurden sie nicht nur von Laidlow und Blummenfelt überholt, sondern auch von der Gruppe um Stornes und Iden. Schomburg verlor in kurzer Zeit zwei Minuten auf die Führung.

Auf der Abfahrt schlossen Laidlow und Blummenfelt zu Van Riel auf und auch Iden könnte den Rückstand verkleinern. Schließlich gelang es sogar Stornes und Thompson die Lücke zu schließen. Gemeinsam erreichten die sechs die zweite Wechselzone nach viereinhalb Stunden Fahrzeit.
Jamie Riddle und Magnus Ditlev folgten sechs Minuten hinter ihnen, Jonas Schomburg erreicht mit 8:22 Minuten Rückstand die Wechselzone. Jan Stratmann kam mit +14:29 Minuten an. Patrick Lange bekam ganze 20:44 Minuten eingeschenkt.
Das Laufen
Nach dem Wechsel musste Thompson schnell reißen lassen. Von da an war das verbleibende Quintett Schulter an Schulter unterwegs. Nach und nach flogen jedoch auch hier die Athleten aus der Gruppe, zunächst war das Casper Stornes, dann Marten Van Riel und anschließend Sam Laidlow. Iden und Blummenfelt liefen weiter unberirrt an der Spitze und auch der dritte Norweger im Bunde schaffte es, sich wieder auf den dritten Platz nach vorn zu schieben.
Und Stornes schaffte es sogar, seinen Rückstand von zwischenzeitlich mehr als 30 Sekunden wieder zuzulaufen und sich an die Spitze zu setzen. Anschließend musste Gustav Iden dem hohen Tempo Tribut zollen und seine Trainingspartner laufen lassen. Stornes beeindruckte währenddessen weiter. Gegen Mitte der dritten von vier Laufrunden löste er sich von Blummenfelt und hatte bis Kilometer 30 eine Lücke von 40 Sekunden herausgelaufen. Iden schloss dann wieder zu Blummenfelt auf und ergriff die Initiative, Stornes eventuell wieder einzuholen.
Dahinter gelang es Lokalmatador Sam Laidlow, sich an Van Riel auf den vierten Platz vorzuschieben. Magnus Ditlev musste das Rennen unterdessen aufgeben. Das erste DNF für den Dänen bei einer Ironman-WM.
Stornes unangefochten
An der Spitze machte Stornes kurzen Prozess. Schnell erweiterte er seinen Vorsprung auf mehr als zwei Minuten. Schließlich erreichte er das Ziel nach 7:51:36 Stunden und gewann die Weltmeisterschaft bei seinem Debüt. Den Marathon lief er in 2:29:25 Stunden. Iden konnte sich von Blummenfelt lösen und sicherte sich den zweiten Platz. Den vierten Platz holte Van Riel, der Laidlow noch einmal einholen konnte, Sechster wurde Jonas Schomburg (+15:25 Minuten).

Nick Thompson erreichte schließlich als Siebter das Ziel. Achter wurde Matthew Marquardt – vor Patrick Lange der sich nach Problemen auf dem Rad mit einem beeindruckenden Marathon in 2:31:33 Stunden zurückkämpfte. Jamie Riddle rundete die Top Ten ab (+23:21 Minuten).
Ironman-Weltmeisterschaft 2025 | Profi-Männer
14. September 2025 | Nizza (Frankreich)| Platz | Name | Land | Gesamt | 3,8 km Swim | 180 km Bike | 42,195 km Run |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 1 | Casper Stornes | NOR | 7:51:39 | 45:21 | 4:31:26 | 2:29:25 |
| 2 | Gustav Iden | NOR | 7:54:13 | 47:14 | 4:30:17 | 2:32:15 |
| 3 | Kristian Blummenfelt | NOR | 7:56:36 | 46:08 | 4:31:20 | 2:34:38 |
| 4 | Marten Van Riel | BEL | 8:02:18 | 45:17 | 4:31:48 | 2:40:46 |
| 5 | Sam Laidlow | FRA | 8:03:55 | 47:11 | 4:29:29 | 2:42:23 |
| 6 | Jonas Schomburg | GER | 8:07:04 | 45:12 | 4:40:27 | 2:36:49 |
| 7 | Nick Thompson | AUS | 8:10:32 | 46:16 | 4:30:40 | 2:48:21 |
| 8 | Matthew Marquardt | USA | 8:11:34 | 46:11 | 4:39:39 | 2:40:24 |
| 9 | Patrick Lange | GER | 8:14:13 | 47:11 | 4:50:38 | 2:31:33 |
| 10 | Jamie Riddle | RSA | 8:15:00 | 45:15 | 4:37:21 | 2:47:35 |
| 16 | Finn Große-Freese | GER | 8:21:08 | 45:17 | 4:49:45 | 2:41:10 |
| 18 | Jonas Hoffmann | GER | 8:21:21 | 47:11 | 4:48:21 | 2:40:48 |
| 23 | Wilhelm Hirsch | GER | 8:28:51 | 45:19 | 4:49:48 | 2:49:06 |
| 24 | Jan Stratmann | GER | 8:31:11 | 45:18 | 4:46:20 | 2:55:01 |
| 30 | Dominik Sowieja | GER | 8:38:33 | 51:20 | 4:48:26 | 2:53:16 |
| 34 | Paul Schuster | GER | 8:42:58 | 46:14 | 4:46:35 | 3:05:26 |











