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Ironman-70.3-EM in Dänemark, Sanders startet in Mont-Tremblant und von Berg gibt Ironman-Debüt in Nizza

Daniel Bækkegård hat beim Heimrennen am Sonntag gute Chancen auf seinen ersten Ironman-70.3-EM-Titel.

Während am kommenden Sonntag, den 26. Juni 2022, in Frankfurt die Ironman-Europameisterschaften ausgetragen werden, findet zeitgleich rund 900 Kilometer nördlich auch die EM über die halbe Distanz statt. Die Ironman-70.3-EM wird auch in diesem Jahr wieder im dänischen Helsingør ausgetragen und verspricht angesichts der Starterfelder zwei spannende Rennen um den Titel. In Abwesenheit der beiden Vorjahressieger Lucy Charles-Barclay und George Goodwin steht bereits fest, dass es zwei neue Europameister geben wird. Am Sonntagmorgen um 7:30 Uhr fällt der Startschuss für die Profi-Männer, während die Frauen drei Minuten später auf die Strecke geschickt werden.

Bækkegård bei Heimrennen in Favoritenrolle

Bei den Männern dürfte Daniel Bækkegård als Top-Favorit gelten. Der Däne, der zuletzt Siebter bei der Ironman-WM in St. George wurde, geht zum ersten Mal bei seinem Heimrennen an den Start. Durch seine Ausgeglichenheit in allen Disziplinen auf einem sehr hohen Niveau und seine stark verbesserte Laufleistung über den abschließenden Halbmarathon wird er vermutlich derjenige sein, den es für die Konkurrenz zu schlagen gilt. Konkurrenz bekommt Bækkegård unter anderem aus dem eigenen Land: Miki Taagholt, der im vergangenen Jahr Vierter bei der Ironman-70.3-WM in St. George wurde, geht beim Kampf um den EM-Titel ebenfalls ins Rennen. Auch der US-Amerikaner Chris Leiferman, der bei der Ironman-WM im Mai auf Rang vier landete, ist für das Rennen gemeldet und ein weiterer Kandidat für den Sieg. Den beiden starken Läufern Pablo Dapena (ESP) und David McNamee (GBR) wäre der Sieg ebenfalls zuzutrauen. Weitere Kandidaten fürs Podium sind der Portugiese Filipe Azevedo, Antony Costes (FRA), Thor Bendix Madsen (DNK) und Nicholas Kastelein (AUS). Aus Deutschland stehen Gregor Schreiner, Jesse Hinrichs, Joachim Krauth, Peter Willem Spiekermann und Lennart Sievers auf der Startliste.

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Im Frauenrennen steht nach der Absage von der Ironman-70.3-Weltmeisterin 2016, Holly Lawrence, nun das Duell zwischen Emma Pallant-Browne und Ashleigh Gentle im Fokus. Pallant-Browne gewann erst am vergangenen Wochenende den Ironman 70.3 in Luxemburg und stellte damit ihre starke Form ein weiteres Mal unter Beweis. Gelingt der Britin eine schnelle Erholung, dürfte sie aktuell nur schwer zu schlagen sein. Erwischt Gentle gute Beine auf dem Rad, besitzt sie allerdings das Potenzial, eine vergleichbare oder sogar bessere Laufleistung als Pallant-Browne hinzulegen. Weitere Kandidatinnen fürs Podium sind Ruth Astle (GBR), Ellie Salthouse (AUS), India Lee (GBR) und Sarissa De Vries (NED). Auch Anne Reischmann könnte um die vorderen Platzierungen mitmischen. Aus Deutschland sind neben Reischmann noch Katharina Krüger, Laura Jansen, Lisa Gerß, Jenny Jendryschik und Julia Skala gemeldet.

Lionel Sanders mit Formcheck beim Ironman 70.3 Mont-Tremblant

Am selben Tag kommt es außerdem in Kanada zu einem weiteren Kräftemessen über die Mitteldistanz: Beim Ironman 70.3 Mont-Tremblant steht insbesondere Lionel Sanders im Fokus, der nach seinem starken zweiten Platz bei der Ironman-WM in St. George nun die aktuelle Form über die halbe Strecke testet, nachdem er zuletzt einen dreiwöchigen Höhentrainingsblock in Flagstaff (USA) absolvierte. Der 34-jährige Kanadier gewann sein Heimrennen bereits viermal (2015 bis 2018) und bezeichnet den Wettkampf als einen seiner absoluten Lieblingswettkämpfe. Wenn am Sonntagmorgen um 7:00 Uhr Ortszeit (13 Uhr deutscher Zeit) der Startschuss fällt, bekommt Sanders es unter anderem mit Jackson Laundry, Brent McMahon, Cody Beals, Taylor Reid (alle CAN) und Eric Lagerstrom (USA) zu tun. Landsmann Laundry besiegte Sanders in diesem Jahr bereits beim Ironman 70.3 Oceanside in Kalifornien, wo er Sanders auf dem Rad auf Distanz halten konnte, und sein erstes Ironman-70.3-Rennen gewann.

Nach seinem starken Rennen in St. George hat Lionel Sanders am Sonntag seinen fünften Sieg beim Ironman 70.3 Mont-Tremblant im Visier.

Im Frauenrennen steht Olympia-Siegerin Flora Duffy als absolute Top-Favoritin auf der Startliste. Angesichts ihres siebten Platzes beim WTCS-Rennen am vergangenen Wochenende in Leeds und ihrer anschließenden Rückreise nach Boulder scheint jedoch unklar, ob Duffy das Rennen tatsächlich bestreiten wird. Vor einem Monat musste die Kurzdistanz-Spezialistin von den Bermudas aufgrund einer Covid-Erkrankung bereits ihren geplanten Non-Drafting-Start beim Ironman 70.3 Chattanooga absagen. Neben Duffy stehen unter anderem Tamara Jewett, Melanie McQuaid (beide CAN), Ali Brauer, Sarah Bishop (beide USA) und Anne Basso (FRA) auf der Startliste.

Rudy von Berg mit Langdistanz-Debüt beim Ironman France

Neben den Rennen in Frankfurt, Helsingør und Mont-Tremblant steht am Sonntag auch der Ironman France im Ironman-Kalender. In der alten Heimat aus seiner Kindheit und auf den Straßen, auf denen er das Radfahren für sich entdeckte, gibt Rudy von Berg am Sonntag in Nizza sein Langdistanz-Debüt und versucht sich erstmals an den 226 Kilometern. Als einer der erfolgreichsten Mitteldistanzler der vergangenen Jahre mit zehn Siegen bei großen Mitteldistanz-Rennen und Platz drei bei der Ironman-70.3-WM 2019 darf man gespannt sein, ob es dem 28-Jährigen auf Anhieb gelingt, sein großes Potenzial auch auf die doppelte Distanz zu übertragen und es direkt für die Hawaii-Quali reicht. Während von Berg mit der Startnummer eins ins Rennen geht, bekommt er unter anderem Konkurrenz durch Cameron Wurf (AUS), William Mennesson, Etienne Diemunsch (beide FRA), Matteo Fontana (ITA) und Jaroslav Kovacic (SVN). Als einziger deutscher Starter geht Lukas Krämer ins Rennen. Im Frauenrennen kommt es zum Aufeinandertreffen zwischen Manon Genet (FRA), Alexandra Tondeur (BEL), Justine Mathieux und Jeanne Collonge (beide FRA).

Getty Images for Ironman 2019 feierte Rudy von Berg bei der Ironman-70.3-WM in seiner alten Heimat Nizza mit Platz drei den bisher größten Erfolg seiner Karriere. Am Sonntag geht es für ihn am gleichen Ort erstmals über die 226 Kilometer.
Simon Müller
Simon Müller
Simon Müller ist selbst als ambitionierter Athlet unterwegs. 2022 wurde er Deutscher Meister auf der Kurzdistanz, 2019 qualifizierte sich bei seinem ersten Ironman in Mexiko mit einem AK-Sieg in 8:45 Stunden für den Ironman Hawaii. In seiner Brust schlägt neben dem Triathleten- auch ganz besonders ein Läuferherz. Simons Bestzeite über 10 Kilometer liegt bei unglaublichen 30:29 Minuten.
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