Kein Kona, kein Problem: Alternativen für deinen Rennkalender

Kai-Otto Melau Der Norseman steht auf der Bucket List vieler Triathleten.

Für viele, vorwiegend männliche Triathleten, war es wie ein Schlag ins Gesicht, dass ihre diesjährige Saison nicht mit dem Höhepunkt auf Kona enden wird. Die Frauen werden im nächsten Jahr das gleiche Problem haben, obwohl die Enttäuschung sich in Grenzen halten dürfte, da die Entscheidung über die Verlegung der Ironman-Weltmeisterschaft nicht mit der Qualifikation für Kona einhergeht, wie es bei einigen Männern der Fall war. Die Motivation der Qualifikation im Rücken oder das direkte Qualifikationsrennen vor Augen haben den harten Trainingsalltag versüßt. Doch die Motivation hat mit der Entscheidung, die Titelkämpfe in Nizza auszutragen, ein jähes Ende gefunden. Doch anstatt zu verzweifeln und keine Kurbelumdrehung mehr an der Zeitfahrmaschine zu tätigen, solltest du dir ein anderes Ziel suchen, das ebenso einen hohen Reiz und nichts mit Kona zu tun hat.

Meisterschaften gibt es viele

Dir geht es darum, um Titel zu kämpfen oder zumindest das Gefühl zu haben, bei einer Meisterschaft am Start zu sein und nicht bei einem beliebigen Rennen? Es gibt eine Menge Möglichkeiten, du musst nur eine Wahl treffen. Geht es rein um nationale Titel, so fängt die Saison am 30. April in Alsdorf mit der Deutschen Meisterschaft im Duathlon über die Mitteldistanz an. Die Triathlon Mittel- und Langdistanz sind am 18. Juni und am 6. August in Düren und in Glücksburg. Im Crossduathlon kann im letzten Jahresviertel am 7. Oktober in Burglengenfeld die Saison mit einem Titelkampf beenden.

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Sollte das Interesse eher auf internationalen Rennen liegen, so könnte die Reise nach Ibiza gebucht werden. Dort finden vom 20. April bis 7. Mai die World Triathlon Multisport Championships statt. Eine weitere Alternative, für die es jedoch noch ein Qualifikationsrennen benötigt, ist das Challenge Family Championship Rennen in Šamorín am 20. und 21. Mai. Ein Höhepunkt aus deutscher Sicht ist die Sprint- und Mixed-Relay-Weltmeisterschaft in Hamburg, die in der Hansestadt vom 13. bis 16. Juli das Tor zur Triathlon-Welt öffnet.

Mach dich dreckig

Warum sollte der Wettkampf immer auf der Straße stattfinden? Traue dich doch mal etwas abseits der befestigten Wege zu fahren. Nicht nur, dass es Möglichkeiten gibt neue Strecken kennenzulernen, auch die eigene Fahrtechnik wird durch das Offroad fahren geschult. Dabei gibt es hier zusätzlich die Möglichkeit in unterschiedliche Disziplinen einzutauchen, wie dem Graveln, Crossen oder dann auch dem Mountainbiken. Mit der XTERRA-Rennserie, die eine von sieben Stationen in Deutschland hat, muss dabei noch nicht mal auf das Schwimmen und Laufen verzichtet werden. Im Zittauer Gebirge kann vom 18. bis 20. August den Crosstriathlon von seiner schönsten Seite erfahren. Wem das Mountainbike einen Schritt zu weit geht, der kann sich einfach bei der dritten Auflage des SGrail100 von Jan Frodeno anmelden. Nach dem Schwimmen geht es dort mit dem Gravelrad auf Schotterwegen zur Sache, bevor ein Trail-Run das Rennen beendet.

Bleib Aero

Es gibt doch kaum etwas Besseres, als sich den Fahrtwind durch die Schlitze seines Aero-Helms zu pusten. Deshalb spezialisiere dich einfach auf das Zeitfahren und such dir Rennen heraus, die richtig Spaß machen oder anders gesagt, wo du es dir richtig einschenken kannst. Im Training kannst du gezielt an deiner Position arbeiten, um dann im Triathlon von den gewonnenen Watt zu profitieren. Ein Wettkampf, der dazu einlädt, ist das Monster-Zeitfahren in Almere, ob das dieses Jahr jedoch stattfindet ist noch nicht klar.

Geh lang

Eine Langdistanz kann ja jeder und ist schon fast en vogue. Zudem, wer hat gesagt, dass ein Rennen nach 226 Kilometern zu Ende sein muss? Mit Rennen über die Ultra-Distanz, die es in mehreren Ausführungen gibt, kannst du einen Wettkampf noch mal ganz anders kennenlernen. Lensahn, knappe 50 Kilometer von Lübeck entfernt, ist dieses Jahr vom 28. bis 30. Juli Ausrichter der Triple-Weltmeisterschaft. Hier besteht die Strecke aus 11,4 Kilometer Schwimmen, gefolgt von 540 Kilometern Radfahren und einem abschließenden Lauf über die Distanz von 126,6 Kilometern.

Extreme Rennen

Der Norseman dürfte fast jedem ein Begriff sein, gilt das Rennen hinlänglich als der weltweit härteste Triathlon. Die Startplatzverlosung ist unter allen Teilnehmern jedes Jahr eine mit Spannung geladene Veranstaltung, da auf die 250 verfügbaren Startplätze gute 8.000 Lose kommen. Demnach gibt es nur wenige freudige Gesichter nach der Lotterie, aber alle anderen müssen nicht den Kopf in den Sand stecken, da die Xtri-Rennserie nicht nur dieses eine Rennen veranstaltet. So gibt es etwa den Celtman in Schottland, Swissman in der Schweiz oder auch Black Lake in Montenegro. Am Ende entscheidest du, wo es extrem werden soll.

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3 Kommentare

  1. Sehr gute Entscheidung, ggf. auch die kleineren Veranstaltungen zu unterstützen. Ich wollte eigentlich das Ticket für Hawaii in Frankfurt lösen. Ja, nicht die Quali für eine Weltmeisterschaft – ich wollte nach Hawaii. Glücklicherweise konnte ich den Startplatz FFM auf 2024 verschieben. Über die DTU-Homepage bin ich auf ein Alternativ-Langdistanzrennen gestoßen und das für die Hälfte des Preises von Ironman. Ich starte am 18.Juni beim FrankenMan in der Nähe von Würzburg und freue mich riesig darauf. Zudem unterstütze ich hier eine kleine, familiäre Veranstaltung. Im Rahmen dieser Veranstaltung findet übrigens auch eine MD und OD statt.
    VG Marco

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Lars Wichert
Lars Wichert
Lars Wichert ist dreimaliger Weltmeister im Rudern und nahm an den Olympischen Spielen 2012 in London und 2016 in Rio de Janiero teil, bevor er zum Triathlon wechselte. 2021 gewann er sein erstes Rennen beim Ironman Hamburg in 8:12:46 Stunden, der schnellsten jemals erzielten Rookie-Zeit bei den Agegroupern.

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