Ein seltenes Bild im Profiradsport: Eine Weltmeisterin aus dem Triathlon wagt den Sprung in die World-Tour.

Jahrelang galt die Tour de France für Emilie Morier als eine ferne Bühne – nur am Bildschirm erlebbar. Jetzt wird sie selbst Teil dieses Spektakels: Die französische Triathletin startet morgen bei der Tour de France Femmes mit dem Team St. Michel-Auber 93. „Ich kann es noch gar nicht glauben“, schreibt die 28-Jährige bei Instagram. „Heute packe ich meine Taschen für meine allererste Tour de France Femmes.“
In der Triathlonwelt machte sich Morier früh einen Namen: 2014 gewann sie mit der französischen Mixed-Staffel Gold bei den Olympischen Jugendspielen. 2019 wurde sie U23-Weltmeisterin auf der Kurzdistanz und holte gemeinsam mit Vincent Luis, Cassandre Beaugrand und Léo Bergère den Weltmeistertitel in der Staffel. 2021 nahm sie an den Olympischen Spielen in Tokio teil und in diesem Jahr stand sie bereits bei zwei Ironman-70.3-Rennen auf dem Podium.
Seit 2021 fährt sie außerdem regelmäßig Radrennen, 2023 schloss sie sich dem französischen UCI-Continental-Team Auber 93 an. Und nun steht das größte Etappenrennen des Frauenradsports an: neun Etappen, mehr als 1.000 Kilometer, mit anspruchsvollen Anstiegen wie dem Col de la Madeleine – eine Bühne, die Morier als „vielleicht schönstes Abenteuer überhaupt“ beschreibt.
Einen Schritt weiter als Blummenfelt
Der Zeitpunkt ihrer Teilnahme könnte symbolträchtiger kaum sein. Denn ausgerechnet der erfolgreichste Triathlet der vergangenen Jahre, Kristian Blummenfelt, hatte selbst einen Start bei der Tour de France als langfristiges Ziel formuliert. Noch im Frühjahr 2024 hieß es, die Weichen seien auf einen Wechsel in den Profiradsport gestellt.
Nach dem enttäuschenden zwölften Platz bei den Olympischen Spielen in Paris 2024 folgte jedoch der Strategiewechsel: Blummenfelt würde seine Triathlonkarriere fortsetzen und plant stattdessen den Angriff auf Olympia-Gold 2028 in Los Angeles.









