Daniela Ryf gewinnt Ironman Frankfurt mit Streckenrekord

Bei den Frauen waren die Rollen vor dem Rennen klar verteilt: Daniela Ryf als Top-Favoritin, Sarah Crowley (AUS) als Vorjahressiegerin und Anne Haug als hoch gehandelten Langdistanz-Rookie. Nachdem Daniela Ryf bereits im Juni bei ihrem Heimrennen, dem Ironman 70.3 Rapperswil, demonstrierte, dass sie in bestechender Form zu sein scheint, ergriff sie auch in Frankfurt an der ersten Sekunde die Initiative. Beim Schwimmen setzte sich die Schweizerin prompt an die Spitze und schwamm mit der ehemaligen Kurzdistanzlerin Sarah True (USA) allen davon. 2:20 Minuten vor der Verfolgergruppe um Sarah Crowley kam das Duo in die erste Wechselzone. Anne Haug folgte mit 3:20 Minuten Rückstand an Position sieben – eine Ausgangslage, die auf dem Papier für die Deutsche absolut in Ordnung ging. Dann kam der Schreckmoment für Haug: Unmittelbar am Anfang der Radstrecke musste die Deutsche einen Platten hinnehmen, der sie knapp zehn Minuten kostete.

Radstreckenrekord für Ryf

An der Spitze des Feldes sorgte die dreimalige Ironman-Weltmeisterin währenddessen ein weiteres Mal für eine Machtdemonstration: Bei der Hälfte der Radstrecke hatte sie bereits knapp 15 Minuten Vorsprung vor Sarah Crowley und Sarah True. Anne Haug fand nach der Panne gut in ihren Rhythmus und verkleinerte den Rückstand auf die vor ihr liegenden Konkurrentinnen – ausgenommen Daniela Ryf – kontinuierlich. Von Position elf arbeitete sie sich Stück für Stück bis an Platz vier vor. Mit einem satten Vorsprung von 27:29 Minuten vor Crowley rollte Ryf schließlich als Erste in die zweite Wechselzone. Ihre Radzeit von 4:40:55 Stunden bedeutete gleichzeitig einen neuen Radstreckenrekord – und das, obwohl die Strecke dieses Jahr fünf Kilometer länger war als sonst. Anne Haug folgte 30:05 Minuten nach Daniela Ryf auf Position vier zusammen mit Sarah True.

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Ryf verteidigt Vorsprung, Haug läuft auf Platz drei

Auf der Laufstrecke ließ die Schweizerin nichts mehr anbrennen. Kontrolliert lief sie einen zügigen Schritt und sicherte ihre deutliche Führung ab. Die einzige Frage war nur noch, in welcher Zeit die dreimalige Ironman-Weltmeisterin ihren zweiten Titel in Frankfurt gewinnen würde. Spannender blieb es im Kampf um die Plätze zwei und drei, um die Anne Haug ein Wörtchen mitzureden hatte. Die 35-Jährige legte auf der Laufstrecke schnell los, setzte sich direkt vor Sarah True an die dritte Position und machte zunächst Sekunde um Sekunde auf Vorjahressiegerin Sarah Crowley gut. Dem Anfangstempo musste Haug allerdings einige Kilometer später Tribut zollen und Sarah True wieder vorbeilaufen lassen. Bis kurz vor Schluss blieb es ein spannender Kampf um Platz drei zwischen Anne Haug, die immer wieder an den Verpflegungsstationen ging, und Sarah Crowley, die bis Kilometer 35 noch mit 40 Sekunden Vorsprung an Position drei lag. 

An der Spitze absolvierte Daniela Ryf ein einsames Rennen: Nach einer sagenhaften Vorstellung und einem schnellen Marathon in 2:58:53 Stunden kam sie nach 8:38:44 Stunden ins Ziel, verbesserte damit den eigenen Streckenrekord um knapp 13 Minuten und sicherte sich ihre zweiten EM-Titel. Auf Platz zwei folgte Sarah True mit 26:34 Minuten Rückstand und einem neuen Laufstreckenrekord (2:54:58 Stunden). Anne Haug musste drei Kilometer vor Schluss längere Gehpausen einlegen, konnte nicht mehr entscheidend um den Kampf um Platz drei eingreifen, bewies aber großen Kampfgeist und biss sich durch. Platz drei ging somit an Vorjahressiegerin Sarah Crowley (9:11:31 Stunden), Haug wurde mit einer Gesamtzeit von 9:14:06 schließlich Vierte. 

NAMENATIONGESAMT3.8 KM SWIM185 KM BIKE42.2 KM RUN
1Daniela RyfSUI8:38:4453:114:40:552:58:53
2Sarah TrueUSA9:05:1953:095:10:562:54:58
3Sarah CrowleyAUS9:11:3155:355:05:373:04:36
4Anne HaugGER9:14:0656:285:08:083:04:32
5Katja KonschakGER9:36:1155:285:28:313:05:52

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Simon Müller
Simon Müller
Simon Müller ist selbst als ambitionierter Athlet unterwegs. 2022 wurde er Deutscher Meister auf der Kurzdistanz, 2019 qualifizierte sich bei seinem ersten Ironman in Mexiko mit einem AK-Sieg in 8:45 Stunden für den Ironman Hawaii. In seiner Brust schlägt neben dem Triathleten- auch ganz besonders ein Läuferherz. Simons Bestzeite über 10 Kilometer liegt bei unglaublichen 30:29 Minuten.

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