Mittwoch, 17. Juli 2024

RaceRanger: Ein Fazit nach drei Profirennen

Nach drei Rennen in Neuseeland, bei denen der RaceRanger seine ersten Einsätze in „freier Wildbahn“ hatte, ist es Zeit, ein Fazit zu ziehen. Wir haben mit Geschäftsführer James Elvery über die bisherigen Eindrücke, Herausforderungen und die nächsten Schritte gesprochen.

Vor dem Start zum Ironman Neuseeland sind alle Räder der Profi-Triathletinnen und -Triathleten mit dem RaceRanger ausgestattet worden.

James Elvery, der RaceRanger hat seine Premiere im Wettkampfgeschehen gefeiert. Was waren die größten Herausforderungen in den vergangenen Wochen, um dies zu schaffen?
Die Zeit. Nachdem ich fast das ganze Jahr 2022 versucht hatte, das System in einen Zustand zu bringen, in dem es bei einem Rennen getestet werden konnte, hatten wir endlich etwas für den Tauranga Half Triathlon im Januar fertig. Seit diesem Test ist alles sehr schnell gegangen. Ich habe ein paar Kilo zugenommen, weil jegliches Training aus dem Fenster geflogen ist.
Hauptsächlich haben wir getestet, getestet, getestet. Ich habe jeden örtlichen Radfahrer, Triathleten, auch Familienmitglieder, einfach jeden, den ich finden konnte, benutzt, um das System regelmäßig auf der Straße zu testen. Beim ersten Rennen in Tauranga war der Test größtenteils erfolgreich. Wir haben einige Probleme festgestellt, an denen wir seither arbeiten. Das Softwareprogramm, das auf jedem Gerät läuft, enthält mehr als 75.000 Zeilen Code. Eine Änderung an einem Teil des Programms hat Auswirkungen auf andere Teile. Es ist leicht, eine Sache zu beheben, aber dabei entstehen oder entstanden weitere Probleme.

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Welches Fazit ziehen Sie aus dem Wochenende zuletzt in Taupo?
In Taupo lief es nicht ganz so gut, wie bei den ersten beiden Veranstaltungen. Einige Athleten haben nicht die besten Erfahrungen gemacht. Die von uns verwendete Softwareversion wurde zwei Tage vor der Veranstaltung erfolgreich getestet und funktionierte für unsere Testgruppe auf der Straße hervorragend.
Es ist kompliziert, das Problem zu erklären. Aber eine geringfügige Änderung von uns hatte zur Folge, dass sich alle Einheiten beim Start in der Wechselzone gegenseitig beeinflusst haben. Das wird normalerweise kontrolliert, bis die Athleten die Wechselzone verlassen. Eine weitere kurzfristige Änderung hat dann dazu geführt, dass die RaceRanger einige der anderen Geräte auf der Strecke ignoriert haben.
So kam es, dass die meisten Männer, einschließlich Sebastian Kienle, berichtet haben, dass alles einwandfrei funktioniert hat. Bei anderen, einschließlich vieler Frauen, hat es aber nicht immer funktioniert. Mit einer kleinen Anpassung der Software sollte der Fehler erfreulicherweise schnell behoben werden können. Das ist alles Teil eines normalen Entwicklungsprozesses. Wir sind jetzt wirklich nah dran.

Der Ironman New Zealand war das erste Langstreckenrennen für den RaceRanger. Inwiefern unterscheiden sich die Anforderungen zwischen der Mittel- und Langdistanz?
Es gibt kaum einen Unterschied. Das Einzige ist, dass die volle Distanz bei doppelter Fahrzeit mehr Akku verbraucht. Allerdings lag der durchschnittliche Akkustand bei allen Geräten am Ende des Rennens immer noch bei mehr als 50 Prozent. Wir haben die Windschattenabstände von zehn Metern für Tauranga auf 20 Meter für Wanaka und jetzt zwölf Meter für Taupo geändert.
In Taupo haben wir auch die Reihenfolge der Farben aufgrund der Rückmeldungen der Athleten geändert. Die Ampel für den Zugbereich ist jetzt rot. Bei den ersten beiden Rennen war sie blau.

James Elvery / RaceRanger Die farbliche Markierung der Lichter für die einzelnen Abstandsfenster des RaceRanger beim Ironman Neuseeland.

Wie sehen die nächsten Schritte aus, um sich im Profigeschäft zu etablieren?
Als Nächstes würden wir gern ein weiteres Testrennen absolvieren. Wir haben bei den ersten drei Rennen viel gelernt und glauben, dass wir wirklich nahe dran sind, „gut genug“ zu sein. Wir sind mit Ironman Oceania im Gespräch über den Geelong 70.3 am 26. März in Australien. Das wäre auch eine gute Erfahrung, um zu lernen, wie man die Geräte zum ersten Mal international verschickt.
Danach werden wir weitere 80 Geräte bereitstellen. Damit werden wir in der Lage sein, jedes Profirennen mit 120 Athleten oder weniger zu bedienen. Ich plane im April nach Europa umzuziehen und mit diesem Service zu beginnen.

Beim Ironman Südafrika gab es wieder eine Entscheidung, die von den Profis infrage gestellt wurde. Glauben Sie, dass die Strafe mit dem RaceRanger hätte verhindert werden können?
Ich habe auf meiner Heimreise von Taupo nur ein wenig über Justine Mathieuxs Fall gelesen und kenne die offiziellen Details nicht.
Der große Vorteil des RaceRanger, so wie er derzeit funktioniert, besteht darin, dass er den Athleten und den Schiedsrichtern genau zeigt, was die richtige Distanz ist. Die meisten Strafen werden verhängt, wenn zwischen der Schätzung des Athleten und der Schätzung des Schiedsrichters keine Einigkeit besteht. Mit RaceRanger entfällt dieses Rätselraten und beide Parteien können klar erkennen, was vor sich geht. Bei den drei Veranstaltungen, bei denen wir den RaceRanger diesen Sommer in Neuseeland eingesetzt haben, gab es keine Strafen durch die Offiziellen.

Werden wir den RaceRanger bei den European Open auf Ibiza sehen?
Wir würden sehr gern dort sein. Wir sprechen auf jeden Fall mit dem Team von der PTO und World Triathlon und allen großen Veranstaltern, um zu sehen, wie wir eine europäische Saison planen können. Natürlich müssen wir aber sicher sein, dass das System gut funktioniert. Das müssen wir zuerst umfassend zeigen.
Das Tolle ist, dass vor allem die Athleten gesagt haben, dass Rennen mit RaceRanger besser sind als ohne. Selbst, wenn das System für einen kleinen Teil des Rennens nicht zu 100 Prozent perfekt funktioniert hat.

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Lars Wichert
Lars Wichert
Lars Wichert ist dreimaliger Weltmeister im Rudern und nahm an den Olympischen Spielen 2012 in London und 2016 in Rio de Janiero teil, bevor er zum Triathlon wechselte. 2021 gewann er sein erstes Rennen beim Ironman Hamburg in 8:12:46 Stunden, der schnellsten jemals erzielten Rookie-Zeit bei den Agegroupern.

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