Training bedeutet Belastung. Doch was passiert, wenn der eigene Körper darauf plötzlich nicht mehr verlässlich reagiert? Julia Lange kämpfte nach einer Covid-Infektion über Jahre mit Post Covid und Fatigue. Zeitweise war selbst ein Spaziergang zu viel. Inzwischen kann sie wieder trainieren – und wurde beim Ironman 70.3 Zell am See sogar schnellste Agegrouperin.

4:47:56 Stunden. Schnellste Agegrouperin beim Ironman 70.3 Zell am See. Wer nur auf die Ergebnisliste schaut, könnte die Geschichte von Julia Lange schnell erzählen: starke Vorbereitung, starkes Rennen, Gesamtsieg. Doch Lange selbst misst diesem Ergebnis erstaunlich wenig Bedeutung bei. „Ich bin kein besonders resultatorientierter Mensch“, sagt sie. „Mich treiben der Prozess und das Gefühl beim Sport an, das Grenzenverschieben und sich selbst mit der eigenen Leistungsfähigkeit überraschen.“
Was für sie wesentlich wichtiger ist als der Erfolg: In den Wochen vor Zell am See konnte sie erstmals seit sechs Jahren wieder mehr als acht Wochen am Stück trainieren, ohne gesundheitlich oder verletzungsbedingt unterbrechen zu müssen. Für eine ambitionierte Triathletin klingt das zunächst nach einer kleinen Randnotiz. In Langes Fall erzählt diese Trainingskonstanz jedoch wesentlich mehr über ihren Weg zurück als der Sieg in Zell am See.
Kein Spaziergang möglich
Long Covid beziehungsweise Post Covid kann sehr unterschiedliche Ausprägungen haben. Nach der klinischen Definition der Weltgesundheitsorganisation können Beschwerden nach einer SARS-CoV-2-Infektion unter anderem Fatigue, Atemprobleme und kognitive Einschränkungen umfassen. Sie können über längere Zeit bestehen, schwanken und nach Phasen der Besserung erneut auftreten. Gerade für Sportler kann ein weiteres Symptom besonders einschneidend sein: eine ausgeprägte Belastungsintoleranz. „Ich hatte in den vergangenen Jahren mit langen Episoden von Post Covid und Belastungs-Fatigue zu kämpfen, die es mir nicht mal mehr ermöglichten, einen Spaziergang zu machen, ohne in den nächsten Tagen wieder krank das Bett hüten zu müssen“, so Lange.


















