Vier Wochen vor dem Check-in zur Ironman-WM 2026 nehmen Frank Wechsel und Lars Wichert im ALOHA FRIDAY die berühmteste Laufmeile des Triathlons unter die Lupe: den Alii Drive von Kailua-Kona. Dort rennen am Renntag die Stars und Agegrouper – und wenige Tage vorher schon die Kleinsten in Windeln. Dazu: die erstaunlich stark besetzte Frauen-Altersklasse 60 bis 64 und ein Strand, der über Nacht verschwinden kann.
Noch vier Wochen bis zum Check-in auf Big Island – und bei den beiden Podcast-Hosts steigt spürbar die Nervosität. Lars kämpft nach seinem Sturz weiter um seine Form: Die Schürfwunden sind fast verheilt, eine Prellung an Steißbein und Hüfte macht sich beim Laufen aber noch bemerkbar. „Der erste Wettkampf ist der, den man gewinnt, wenn man gesund an der Startlinie steht“, sagt er sinngemäß – und ist zuversichtlich, in vier Wochen sein Rad in die Wechselzone zu schieben. Am Wochenende steht erst einmal eine lange Radeinheit mit Race-Pace-Intervallen an, während in Nizza die Ironman-70.3-WM läuft.
Keiki: Triathlon fängt bei den Kleinsten an
Das hawaiianische Wort der Woche lautet „Keiki“ – Kinder. Lars ist derzeit selbst als Betreuer der Kindergruppe seines Vereins im Einsatz und schwärmt davon, dem Nachwuchs die Freude am Triathlon mitzugeben – auch wenn die Sportart mit Wechselzone und drei Disziplinen für die Kleinen komplex ist. Beim Wettkampf am vergangenen Wochenende fiel das Schwimmen sogar aus, weil die Differenz zwischen Wasser- und Außentemperatur zu groß war. Und die Prognose des Publishers: Überholt wird Papa Wichert zuerst im Wasser. „Wenn ich mir angucke, wie die in ihrem Alter schon schwimmen können“, so der Weltmeister sinngemäß, „muss ich häufiger ins Becken, um die Angriffe abzuwehren.“
Auf Hawaii haben die Keiki ihren ganz großen Auftritt am Dienstag vor dem Rennen: Beim Dip and Dash am Dig Me Beach, direkt vor der Nationenparade, absolvieren Kinder von Windelgröße bis zum Jugendlichen im Nationalmannschafts-Outfit ein Swim-and-Run-Event – die Kleinsten mit Mama oder Papa an der Hand über den Alii Drive. Im Ziel warten Legenden wie Mark Allen und Dave Scott, die Medaillen und Applaus verteilen. Wer in der Rennwoche vor Ort ist, sollte vorbeischauen: eines der herzerwärmendsten Events der Woche.
Der Alii Drive: Drei Wellen, Eis und endlich wieder Zuschauer
Streckenabschnitt der Woche ist der Alii Drive – für viele der „kleine Laufsteg des Triathleten“: Wer in der Rennwoche in Kailua-Kona wohnt, hat die ersten Kilometer der Laufstrecke meist schon im Training abgespult. Im Rennen bedeutet der Abschnitt nach 180 Kilometern auf dem Queen K Highway vor allem eines: zum ersten Mal seit vier, fünf, sechs Stunden wieder richtig Publikum, bekannte Gesichter, Stimmung.
Aber Vorsicht, flach ist hier nichts: Drei Wellen stecken im vermeintlich fluffigen Auftakt der rund zwölf Stadtkilometer (etwa fünf Kilometer den Alii Drive hinaus, fünf zurück). Die Tipps aus der Folge: An der Verpflegungsstelle auf einer der Wellen mit Eis eindecken, jede schattige Stelle mitnehmen – denn nach dem Alii Drive gibt es keinen Schatten mehr – und sich vom Publikum nicht zum Überpacen verführen lassen. Als warnendes Vorbild dient das legendäre Anfangstempo von Jan Frodeno und Sebastian Kienle, die hier einst losliefen, „als gäbe es kein Morgen“. Der Wendepunkt selbst? Komplett unspektakulär, eine aufblasbare Pylone auf der Straße. Kurz davor liegt allerdings einer der besten Fotospots der gesamten Laufstrecke, mit Blick Richtung Pazifik und Palmen.
Magic Sands: Der Strand, der über Nacht verschwindet
Der Touristen-Tipp der Woche liegt direkt an der Laufstrecke: der White Sands Beach, besser bekannt als Magic Sands Beach. Den Beinamen trägt er, weil sein Sand bei bestimmten Wetterlagen buchstäblich über Nacht verschwinden kann. Zurück bleibt schwarze Lava, kein Körnchen Sand. Frank hat genau das schon erlebt. Lars war hier mit dem Bodyboard in der Welle – inklusive Durchsage vor den großen Sets und kurzem Kontakt mit dem Grund. Und wenn bei besten Wellen niemand im Wasser ist? Dann ist Hai-Alarm und der Strand gesperrt. Dazu gibt es an der Ecke Tacos und Burger mit Aussicht. „Dining with a view“ kostet auf Hawaii zwar immer etwas Aufpreis, lohnt sich hier aber.
F60–64: Die erfahrenste Frauen-Altersklasse ist stark besetzt
Je oller, desto doller: Die Altersklasse der Woche ist die F60–64, die derzeit älteste und erfahrenste Frauen-Agegroup im deutschen Kona-Aufgebot – mit gleich fünf Athletinnen. Als Rookie ist Carmen Rehkopf dabei, die sich mit ihrem Sieg beim Ironman Tallinn im vergangenen Jahr den großen Traum Hawaii erfüllt hat. Erst 2016 hat sie mit Triathlon begonnen, ist Stammgast beim Ironman Hamburg – und teilt sich im Schwimmtraining bei Blau-Weiß Buchholz gelegentlich die Bahn mit Lars, der ihr eine richtig gute Schwimmform bescheinigt.
Die meiste Kona-Erfahrung bringt Andrea Herbold mit, die ihrem sechsten Hawaii-Start entgegengeht: 2010 wurde sie Zwölfte (damals noch in der AK 45), zuletzt lief es mit Platz 7 (2018), Platz 6 (2023) und Platz 7 in Nizza richtig gut. Ihre Selbsteinschätzung – Schwimmen 7, Rad 8, Laufen 9 von 10 Punkten – passt zu einer Athletin, die sich im Rennen von hinten nach vorn arbeitet. Und weil das WM-Podium auf Hawaii fünf Stufen hat, ist der Sprung aufs Treppchen kein unrealistisches Ziel. Komplettiert wird das Quintett von Anke Korn, Monika Lanzendörfer und Marion Krecek, alle bereits mit WM-Erfahrung.
Warum eigentlich Hawaii, Markus Ganser?
Wie in jeder Folge kommt auch ein Mitglied des TEAM GERMANY KONA26 – powered by ROUVY zu Wort: Markus Ganser, mit elf Starts einer der dienstältesten deutschen Hawaii-Starter, reist in diesem Jahr zum zwölften Mal an. Warum, kann er selbst kaum erklären: Es sei nicht seine Strecke, nicht sein Wetter, nicht seine Zeitzone – „aber ich finde es einfach geil“, sagt er sinngemäß. Sein Dank gilt der Familie, die das alles seit Jahren mitträgt: „Das sage ich nicht einfach so hin, sondern wirklich: danke.“
Die komplette Folge mit allen Geschichten rund um Keiki, Alii Drive und die Frauen-Agegroup 60–64 gibt es im ALOHA FRIDAY bei Carbon & Laktat, dem Podcast von tri-mag.de und der Zeitschrift triathlon – jetzt überall hören, wo es Podcasts gibt.
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Presenter: ROUVY – die Original-Strecke von Kona mit echtem Videomaterial vorab virtuell fahren, alle Infos unter rouvy.com.
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