Zone 2 oder intensive Intervalle? Studien zeigen, wie Mitochondrien auf Training reagieren und welche Reize wirklich schneller machen.
Nils Flieshardt / spomedis
Zone 2 gilt als Schlüssel zu einer besseren Ausdauerleistung. Möglichst viele Stunden bei niedriger Intensität sollen die Mitochondrien (Kraftwerk der Zelle) vermehren, den Fettstoffwechsel verbessern und eine Grundlage schaffen, von der Athleten über die gesamte Saison profitieren. Doch was passiert tatsächlich in unseren Muskelzellen? Studien stellen die vermeintliche Überlegenheit des lockeren Trainings infrage. Und sie zeigen, warum manchmal wenige intensive Minuten einen stärkeren Reiz setzen als stundenlanges Kurbeln.
- Anzeige -
Es ist Herbst. Die Wettkampfsaison mit all ihren Höhepunkten ist vorbei, das Triathlonrad steht auf dem Smarttrainer in der Paincave und die nächsten Monate gehören dem Aufbau der Grundlage. Auf dem Bildschirm läuft die nächste Folge der Lieblingsserie, während die Beine bei moderater Leistung ihre Runden drehen. Der Puls bleibt niedrig, die Atmung ruhig und das gute Gefühl, etwas für die kommende Saison zu tun, stellt sich spätestens nach 90 Minuten ein. Schließlich weiß doch jeder, dass die Grundlage im Winter gelegt wird. Und dass möglichst viele Stunden in Zone 2 die Mitochondrien vermehren, die kleinen Kraftwerke unserer Muskulatur.
Doch was wäre, wenn wir diesem vermeintlich goldenen Trainingsbereich zu viel Bedeutung beimessen? Wenn Mitochondrien nicht nur auf lange, gleichmäßige Belastungen reagieren, sondern auf ganz unterschiedliche Trainingsreize? Und wenn ein Athlet mit fünf Stunden Training pro Woche andere Prioritäten setzen sollte als ein Profi mit 25 Stunden?
Mit dieser Frage beschäftigt sich die Sportwissenschaft aktuell immer häufiger. Eine im September 2026 veröffentlichte Übersichtsarbeit von Javier Botella, David Bishop und Cesare Granata im Fachjournal Sports Medicine stellt sogar eine grundlegende Überzeugung infrage: Obwohl gut trainierte Ausdauersportler häufig über eine ausgeprägte mitochondriale Ausstattung verfügen, lässt sich ihre Leistungsfähigkeit nicht allein damit erklären. Mehr Mitochondrien bedeuten nicht zwangsläufig, dass ein Athlet schneller schwimmt, Rad fährt oder läuft.
Die Kraftwerke, ohne die keine Langdistanz funktioniert
Um zu verstehen, weshalb die Diskussion so spannend ist, lohnt sich ein Blick in die Muskulatur. Mitochondrien sind Zellorganellen, die unter Nutzung von Sauerstoff einen großen Teil des Adenosintriphosphats, kurz ATP, bereitstellen. ATP wiederum liefert die unmittelbar verfügbare Energie für die Muskelkontraktion. Ohne die kontinuierliche Neubildung dieses Energieträgers wäre eine mehrstündige Belastung unmöglich. Dabei sind Mitochondrien weit mehr als einfache Kraftwerke. Sie beeinflussen unter anderem den Stoffwechsel, die zelluläre Signalübertragung
Um zu verstehen, weshalb die Diskussion so spannend ist, lohnt sich ein Blick in die Muskulatur. Mitochondrien sind Zellorganellen, die unter Nutzung von Sauerstoff einen großen Teil des Adenosintriphosphats, kurz ATP, bereitstellen. ATP wiederum liefert die unmittelbar verfügbare Energie für die Muskelkontraktion. Ohne die kontinuierliche Neubildung dieses Energieträgers wäre eine mehrstündige Belastung unmöglich. Dabei sind Mitochondrien weit mehr als einfache Kraftwerke. Sie beeinflussen unter anderem den Stoffwechsel, die zelluläre Signalübertragung
Um zu verstehen, weshalb die Diskussion so spannend ist, lohnt sich ein Blick in die Muskulatur. Mitochondrien sind Zellorganellen, die unter Nutzung von Sauerstoff einen großen Teil des Adenosintriphosphats, kurz ATP, bereitstellen. ATP wiederum liefert die unmittelbar verfügbare Energie für die Muskelkontraktion. Ohne die kontinuierliche Neubildung dieses Energieträgers wäre eine mehrstündige Belastung unmöglich. Dabei sind Mitochondrien weit mehr als einfache Kraftwerke. Sie beeinflussen unter anderem den Stoffwechsel, die zelluläre Signalübertragung
Mit triathlon+ weiterlesen
Mit triathlon+ verpasst du keine spannenden Inhalte mehr. Für nur € 9,95 pro Monat bekommst du außerdem die Zeitschrift triathlon ins Haus und kannst in 30.000 Seiten unseres Digitalarchivs stöbern.
Tauche ein in die spannende Welt von triathlon+ und erfahre mehr Hintergründe, mehr Service und mehr Triathlonerlebnis – digital hier und auf Wunsch ohne Aufpreis monatlich in deinem Briefkasten.
Lars Wichert ist dreimaliger Weltmeister im Rudern und nahm an den Olympischen Spielen 2012 in London und 2016 in Rio de Janiero teil, bevor er zum Triathlon wechselte. 2021 gewann er sein erstes Rennen beim Ironman Hamburg in 8:12:46 Stunden, der schnellsten jemals erzielten Rookie-Zeit bei den Agegroupern.
Sollte man im Herbst und Winter zum Indoortraining wechseln? Unbedingt. Zumindest, wenn man seinem Plan Konstanz und Struktur verleihen will. Trotzdem darfst und solltest du auch nach draußen – beide Welten bieten ihre Vorzüge. Ein Leitfaden, welche Einheiten in welcher Umgebung warum ideal aufgehoben sind.
Frankfurt, Hamburg und Kalmar sind für 2027 längst ausverkauft – der Weg nach Kona ist trotzdem frei. Welche Qualifikationsrennen noch Slots vergeben, wie das neue Age-Graded-System funktioniert und was der Traum von Hawaii am Ende wirklich kostet.
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Facebook. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Instagram. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von reCAPTCHA. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von X. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.