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Als Mutter im Profisport: Wie Katie Zaferes zurück ins Renngeschehen gefunden hat

Frank Wechsel / spomedis Nach der Bronzemedaille der Olympischen Spiele in Tokio hieß das nächste große Ziel von Katie Zaferes: Familienplanung.

Dass die Geburt eines Kindes eine Frau während und nach der Schwangerschaft vor Herausforderungen unterschiedlichster Art stellen kann, wissen vermutlich alle, die dies bereits hinter sich haben. Dass dieses lebensverändernde Ereignis jedoch kein Grund ist, die sportliche Laufbahn an den Nagel zu hängen, haben mittlerweile mehrere Profisportlerinnen bewiesen. Daniela Bleymehl etwa hat sich im März 2022 wenige Monate nach der Geburt ihrer Tochter mit einem Sieg beim Ironman Südafrika zurückgemeldet, das berühmteste Beispiel ist derzeit sicherlich die Ironman-Weltmeisterin Chelsea Sodaro. Immer wieder spricht sie in Interviews über Hoch- und Tiefpunkte, mit denen sie sich konfrontiert sah.

Ganz frisch aus der Babypause zurück ist die US-Amerikanerin Katie Zaferes. Die Kurzdistanz-Weltmeisterin von 2019 und ihr Mann Tommy Zaferes sind seit Juli 2022 Eltern ihres Sohnes Kimble. Beim WTCS-Rennen in Abu Dhabi gab die 33-jährige Anfang März ihr Comeback. Der 37. Platz habe zunächst ein Gefühl von Enttäuschung ausgelöst, schrieb Zaferes im Anschluss auf ihrem Instagram-Kanal. Sie habe ihre Fitness höher eingeschätzt und konnte ihre Leistung nicht so zeigen, wie sie es sich vorgestellt hatte. Dieses Gefühl sei jedoch nach und nach begleitet von Akzeptanz und Stolz, nach 18 Monaten überhaupt wieder an der Startlinie zu stehen.

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Behutsamer Einstieg ins Training

Den ersten Lauf absolvierte Katie Zaferes bereits gut vier Wochen nach der Entbindung mit einem Programm von 5 x 2 Minuten Laufen mit fünf Minuten Gehpause dazwischen. Während der Schwangerschaft hatte sie ihr Lauftraining bis zur 35. Woche fortgesetzt. Eine Woche später folgte die erste 30-minütige Radausfahrt. Das Schwimmtraining behielt Zaferes bis kurz vor dem Geburtstermin bei, mit dem Radfahren setzte sie am längsten aus. Ihre Followerschaft ließ sie offen mit allen Höhen und Tiefen an diesem Prozess teilhaben. Mit ihrem Coach Joel Filliol steht Zaferes in stetigem Austausch, sodass dieser das Training je nach Rückmeldung anpasst. Sie selbst schreibt über die Entscheidung, eine Session ausfallen zu lassen oder zu modifizieren: „Manchmal, wenn ich versuche, diese Entscheidung für eine bestimmte Einheit zu treffen, frage ich mich: ‚Wenn ich durchhalte, werde ich dann heute besser?‘ Wenn die Antwort ‚Nein‘ lautet, nehme ich mir die Session, um mich zu erholen, damit ich für die nächste bereit bin und mit ganzem Herzen ‚Ja‘ sagen kann!“

Im Rahmen des WTCS-Rennens in Bermuda Anfang November 2022 berichtete Katie Zaferes in einem Interview von ihrer aktuellen Trainingsroutine. Ihr Wiedereinstieg ins Wettkampfgeschäft stand zu diesem Zeitpunkt noch bevor und sie war lediglich als Zuschauerin sowie als Radfahrerin in einer Staffel mit ihren Schwestern vor Ort.

„Kimble hat definitiv oberste Priorität“, stellte Zaferes gleich zu Beginn des Gesprächs klar. Der wöchentliche Trainingsumfang betrug zu diesem Zeitpunkt zehn bis 15 Stunden, normalerweise seien es 20 bis 25. „Es ist einfach ein anderer Lebensstil und alles muss miteinander koordiniert werden“, so die Bronzemedaillengewinnerin von 2020.

Vor der Geburt waren gemeinsame Trainingseinheiten mit Ehemann Tommy an der Tagesordnung. Dies sei nun „fast nicht mehr möglich, da Tommy entweder arbeitet oder auf Kimble aufpasst, während ich trainiere.“ Ein wenig Entlastung gebe es durch einen Babysitter.

Comeback zunächst unsicher

Dass Katie Zaferes wieder ins Profigeschäft zurückkehren würde, war nicht von Anfang an klar. „Der ursprüngliche Plan war, nach Tokio eine Familie zu gründen – bevor die Spiele verschoben wurden“, sagt sie. „Ich dachte erst, dass damit meine Karriere beendet ist, weil ich mir nicht sicher war, ob ich in der Lage sein würde, alles unter einen Hut zu bringen – zu trainieren, Wettkämpfe zu bestreiten und meiner Mutterrolle gerecht zu werden.“ Schließlich habe sie dem Ganzen doch eine Chance geben wollen. „Ich liebe meinen Job und wollte nicht damit aufhören, ohne zu wissen, ob es funktionieren kann“, so Zaferes. Auch andere Mütter im Profisport hätten dazu beigetragen und „gezeigt, dass man stark zurückkommen, und vielleicht besser sein kann als zuvor“. Zaferes müsse derweil noch herausfinden, ob ihr die Balance gelingt, sie habe jedoch nicht das Gefühl, mit dem Sport abgeschlossen zu haben. Dass sie damit richtig liegen kann, hat das Rennen in Abu Dhabi gezeigt. Wenn Zaferes auf dieser Leistung aufbauen kann und im Training stetig Fortschritte macht, ist ihr nächstes großes Ziel nicht unrealistisch. „Ich denke definitiv an Paris 2024, aber Schritt für Schritt.“

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Anna Bruder
Anna Bruder
Anna Bruder wurde bei triathlon zur Redakteurin ausgebildet. Die Frankfurterin zog nach dem Studium der Sportwissenschaft für das Volontariat nach Hamburg und fühlt sich dort sehr wohl. Nach vielen Jahren im Laufsport ist sie seit 2019 im Triathlon angekommen und hat 2023 beim Ironman Frankfurt ihre erste Langdistanz absolviert. Es war definitiv nicht die letzte.

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