Christopher Dels wird nachträglich zum Ironman-Agegroup-Weltmeister 2019 ernannt

WM-Titel mit drei Wochen Verspätung: Nachdem Christopher Dels schon längst wieder im deutschen Alltag angekommen war und reichlich für seinen zweiten Platz (Overall und in der AK35) bei der Ironman-WM 2019 auf Hawaii gefeiert wurde, darf sich der deutsche Agegrouper nun – drei Wochen nach dem Rennen in Kona – offiziell Ironman-Agegroup-Weltmeister nennen. Ende vergangener Woche bekam der Lehrer aus Bamberg einen Anruf von Ironman-CEO Andrew Messick, der dem 35-jährigen Dels nachträglich und offiziell zum WM-Titel gratulierte.

Bereits kurz nach dem Rennen wurde der Sieg des Portugiesen Sérgio Marques, der viele Jahre als Profi startete, kontrovers diskutiert. Der Grund für die Diskussionen war allerdings nicht die Profivergangenheit von Marques, sondern die Tatsache, dass der Portugiese sowohl am 29. September 2019 beim Ironman 70.3 Cascais als auch bei der Challenge Almere 2019 als Profi an den Start ging.

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Der Portugiese, der sich beim Ironman Lanzarote 2019 qualifizierte, gab als Ausrede vor, nicht zu wissen, dass er in Cascais als Profi gestartet sei. Diese Ausrede ließ Ironman allerdings nicht gelten, griff durch und disqualifizierte den 39-Jährigen, der beim Ironman Hawaii mit einem deutlichen Vorsprung von neun Minuten nach 8:35:12 Stunden als erster Agegrouper ins Ziel kam, nachträglich.

Finisher Pix Bei der Siegerehrung vor Ort noch Zweiter, drei Wochen später Weltmeister: Christopher Dels (Vierter von links).

Marques lügt Dels bei Siegerehrung an

„Marques hat zu mir bei der Siegerehrung auf Nachfrage sogar gesagt, dass er das letzte Mal 2012 als Profi an den Start gegangen sei, nachdem mich einige Leute sofort auf seinen diesjährigen Start aufmerksam gemacht haben“, sagt Dels zu der Situation vor Ort.

Finisher Pix Christopher Dels während des Marathons beim Ironman Hawaii 2019. Seine Laufzeit: 2:56:56 Stunden.

Auf die Frage, wie es sich anfühle, erst im Nachhinein Weltmeister zu werden und der Freude bei der Siegerehrung vor Ort beraubt worden zu sein, fand der 35-Jährige gemischte Gefühle: „Ich habe Ironman selbst geschrieben und wollte darauf aufmerksam machen – auch wenn meine Nachricht für die Disqualifikation letztendlich überhaupt nicht ausschlaggebend war. Dabei ging es mir auch gar nicht unbedingt um den Titel, sondern um das Verhalten von Sérgio Marques und darum, dass er mich so dreist angelogen hat. Die Belohnung durch das perfekte Rennen, das ich ohnehin in Kona hatte, ist mir im Endeffekt mehr wert als die eigentliche Platzierung oder die Salatschüssel. Aber nach dem Ironman-70.3-WM-Titel im vergangenen Jahr ist das jetzt eine wirklich schöne Abrundung, über die ich mich trotz der Umstände freue“, sagt Dels, der auf Hawaii nach 8:44:12 Stunden ins Ziel kam und mit Splitzeiten von 59:08 Minuten, 4:40:51 Stunden und 2:56:56 Stunden nach eigener Aussage das Rennen seines Lebens erwischte.

Nachdem es von 2015 bis 2017 bei den Männern auf Hawaii immer einen deutschen Agegroup-Weltmeister gab und im vergangenen Jahr der Neuseeländer Dan Plews diese Serie unterbrach, holt Christopher Dels diesen Titel nun zurück nach Deutschland – wenn auch mit drei Wochen Verspätung.

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Simon Müller
Simon Müller
Simon Müller ist selbst als ambitionierter Athlet unterwegs. 2022 wurde er Deutscher Meister auf der Kurzdistanz, 2019 qualifizierte sich bei seinem ersten Ironman in Mexiko mit einem AK-Sieg in 8:45 Stunden für den Ironman Hawaii. In seiner Brust schlägt neben dem Triathleten- auch ganz besonders ein Läuferherz. Simons Bestzeite über 10 Kilometer liegt bei unglaublichen 30:29 Minuten.

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