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Olympia-Impressionen Männer
Der heiße Lauf ins Glück

Viele Jahre harter Arbeit. Schließlich “nur” noch: eine halbe Stunde beißen. Härter als die anderen. Und dann bist du Olympiasieger.

Alex Yee, Kristian Blummenfelt und Hayden Wilde fechten die Medaillen unter sich aus.

Das große Finale im Männerrennen: Wir haben die Geschichten vom Radfahren und Laufen schon mit unseren Bildern aus Tokio erzählt. Nun sind es nur noch zehn Kilometer bis ins Ziel. Es ist heiß in Tokio, unglaublich heiß – und dann auch noch diese hohe Luftfeuchtigkeit.

Nach der ersten Kühlung gleich nach der Wechselzone auf dem blauen Teppich zwischen den grünen TOKYO-2020-Bannern sortiert sich das Feld. Bald schon kristallisiert sich eine Spitzengruppe heraus. Und aus dieser Spitzengruppe demnächst ein Grüppchen Medaillenkandidaten.

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Die Deutschen gehören schon jetzt nicht mehr zu diesen Kandidaten. Jonas Schomburg hat nach dem Missgeschick auf der Radstrecke keine Chance, den Anschluss zu finden oder gar zu halten.

Und Justus Nieschlag findet nach zwei harten Monaten seit der Qualifikation nie richtig ins Rennen, sieht von Beginn an angezählt aus. Er hofft auf bessere Form beim Mixed Team Relay am Freitag zusammen mit Schomburg und den deutschen Frauen Laura Lindemann und Anabel Knoll.

Wir orientieren uns nach vorn, wo der Expresszug der Spitzenläufer Fahrt aufnimmt. Zunächst werden die abgeschüttelt, die hier nichts zu suchen haben. Eine Runde weiter geht es dann um die ersten Scharmützel Mann gegen Mann. Denn es hat sich ein klareres Bild ergeben – der Brite Alex Yee, der Neuseeländer Hayden Wilde und der Norweger Kristian Blummenfelt haben sich absetzen können. Auch Jonathan Brownlee, der schon zweimal auf dem Olympia-Podium stand, kann der Entscheidung nur noch zusehen.

Und dann kommt es auf der letzten Runde zum Showdown. Jeder der drei Medaillenkandidaten hat starke und schwache Phasen. Doch wer zuletzt lacht, lacht am besten – wenn auch mit scherzverzerrtem Gesicht. Und das ist sehenswert, daher wollen wir euch die ganze Ziellinien-Action noch einmal ausführlich zum Genießen geben. Edit: Die Spuckszene haben wir dann doch weggelassen …

Kristian Blummenfelt hat seine Ansagen und die seiner Teamkollegen wahrgemacht: Norwegen wird Olympiasieger im Triathlon 2020. Das eine Jahr Zuschlag hat offenbar nicht geschadet, kein Athlet, kein Team hat so konzentriert auf dieses eine Ziel, diesen einen Tag, diese heißen Stunden in Tokio hingearbeitet. Eine Mischung aus Herzblut, Wissenschaft, Technikverliebtheit, aber auch Lockerheit war der Weg zum Erfolg bei diesen Olympischen Spielen. Und das nächste Ziel steht wahrscheinlich schon fest: Kona calling? Hitze kann er ja.

Kurz nach Kristian Blummenfelt laufen zwei weitere Sieger ins Ziel im Odaiba Marine Park: Der junge Brite Alex Yee holte sich die Silbermedaille, der Neuseeländer Hayden Wilde Bronze.

Und so sehen Sieger aus: Die norwegische Hymne erklingt über dem Park unter der Rainbow Bridge. Heute wurde Triathlongeschichte geschrieben. Oder besser: Das Abschlusskapitel einer langjährigen Geschichte, einer nordischen Saga von einer Truppe junger Wikinger, die auszogen, die Triathlonwelt das Fürchten zu lehren. Nicht Kristian Blummenfelt allein hat es geschafft, sie haben es geschafft: die Norweger, die die Triathlonwelt trotz aller Zweifel und Unkenrufe nachhaltig verändert haben.

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