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SzenePTO European Open: Frodeno, Nieschlag und Reischmann erhalten eine Wildcard

PTO European Open: Frodeno, Nieschlag und Reischmann erhalten eine Wildcard

Die Vergabe von Wildcards ermöglicht es drei weiteren deutschen Startern, am Rennen der PTO European Open teilzunehmen. Des Weiteren gesellt sich ein zweimaliger Olympiasieger hinzu.

Felix Rüdiger Jan Frodeno steht durch die Wildcard vor seinem ersten Start im Rahmen der PTO-Serie.

Nachdem in den vergangenen beiden Tagen die Startfelder für die Frauen sowie für die Männer verkündet wurden, stehen nun die Wildcard-Athleten für die European Open der Professional Triathletes Organisation (PTO) am 6. Mai auf Ibiza fest. Mit Jan Frodeno, Justus Nieschlag und Anne Reischmann sind gleich drei deutsche Athleten dabei. Durch die zusätzlichen Slots für ausgewählte Athleten wird das Meldefeld auf 30 Starterinnen und Starter vergrößert. Dabei gibt es pro Geschlecht vier Wildcards, die nach bestimmten Kriterien vergeben werden. Sind neben den vier Freiplätzen noch weitere Startslots offen, so gibt es vor der Vergabe der Wildcards ein Roll-down im Ranking.

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Wenig Überraschung bei Frodeno

Wenig überraschend dürfte die Startberechtigung für Jan Frodeno sein. Der dreimalige Ironman-Weltmeister hatte schon Ende Februar, mit etwas Ironie, über seinen Instagram-Kanal bei Kristian Blummenfelt und Gustav Iden Hilfe angefragt, ob sie ihm einen Startplatz auf Ibiza verschaffen könnten. Das Rennen auf der Mittelmeerinsel wird der erste Wettkampf von Jan Frodeno im Rahmen der PTO-Tour sein. Sein bisher einziges Rennen über das Format mit zwei Kilometern Schwimmen, 80 Kilometern Rad und 18 Kilometern Laufen bestritt der Deutsche 2021 beim Collins Cup – es war übrigens auch der letzte Profiwettkampf, bei dem Frodeno das Ziel gesehen hat. Seinen Saisoneinstieg, der für den Ironman 70.3 Oceanside geplant war, musste er krankheitsbedingt absagen, umso größer ist die Spannung, wie seine Form auf der Baleareninsel sein wird.

Logische Konsequenz für Nieschlag

Justus Nieschlag, der sich in seiner Debüt-Saison auf der Mitteldistanz befindet, nachdem er aus dem Kader für die Olympischen Spiele 2024 in Paris gestrichen wurde, freut sich über seine Wildcard. Die Startberechtigung ist für den 31-Jährigen die logische Konsequenz der zuletzt gezeigten Ergebnisse auf der Mitteldistanz. Mit seinen Siegen beim Ironman 70.3 Kraichgau im vergangenen Jahr vor Frederic Funk und Ruben Zepuntke sowie dem Sieg beim Ironman 70.3 Lanzarote vor gut einem Monat, bewies Nieschlag, dass er den Wechsel von der Kurz- zur Mitteldistanz vollziehen kann. Durch seine Schwimmstärke könnte er auf Ibiza von Beginn an die Dynamik mitgestalten und für ein schnelles Rennen vom Start weg sorgen. Die Frage wird sein, wie fit er an der Startlinie stehen wird. Den Hoffnungslauf der Arena Games Triathlon in London am vergangenen Wochenende musste er aufgrund kleiner Probleme an der Achillessehne absagen.

Freude bei Reischmann

„Die Freude über die Wildcard ist riesig“, sagt Anne Reischmann. Ihr Saisoneinstieg war für das Rennen in Marbella geplant, doch als höchstplatzierte Athletin ohne einen Startplatz für die PTO European Open ist die 31-Jährige auf Rang 39 des PTO-Rankings eine der ersten Nachrückerinnen. Zudem erreichte Anne Reischmann im vergangenen Jahr bei drei Mitteldistanzrennen das Podium und bewies mit einem erneuten zehnten Platz bei der Ironman-70.3-Weltmeisterschaft in St. George, dass sie zum Kreise der Athletinnen gehört, die über die Mitteldistanz konkurrenzfähig sind.

Zweifacher Olympiasieger trifft auf Radprofi

Aus internationaler Sicht wird das Männerfeld durch Alistair Brownlee und Cameron Wurf verstärkt. Brownlee ist aufgrund der Umstellung des Rankingsystems der PTO in diesem deutlich abgerutscht. Nach seinen Siegen beim Ironman Kalmar und beim Ironman 70.3 Swansea belegte er den achten Platz der Rangliste, nun findet man ihn auf Platz 40. Cameron Wurf (Platz 36) kann aus diesem Jahr bereits einen fünften Platz beim Ironman Südafrika vorweisen, wurde Elfter beim Ironman Hawaii 2022 und belegte ebenfalls im vergangenen Jahr den zweiten Platz beim Ironman Vitoria-Gasteiz. Zuletzt sorgte der Radprofi mit einem Trainingslauf für Aufsehen, als er unmittelbar nach dem Radrennen Paris-Roubaix einen Halbmarathon absolvierte. Bei den Frauen haben neben Anne Reischmann noch die Niederländerin Els Visser, die Dänin Sif Madsen sowie Amelia Watkinson aus Neuseeland eine Wildcard erhalten und können somit auf Ibiza an den Start gehen.

Kriterien für die Auswahl der Wildcard-Teilnehmer

Der Zweck der Wildcard-Auswahl besteht darin, Athleten einzuladen, die sich nicht automatisch oder im Roll-down für die Veranstaltung qualifiziert haben. Die Athleten sollen aber so gut sein, dass sie mit den Qualifizierten konkurrieren können und so das Prestige sowie die Wettbewerbsfähigkeit der Veranstaltung steigern. Dabei werden jüngst erzielte Ergebnisse bewertet und bilden einen Faktor bei der Bestimmung der Plätze. Zudem wird berücksichtigt, ob ein Athlet einen besonderen Nutzen aus der Teilnahme an einem PTO-Tour-Event ziehen kann. Dies wird in der Regel auf der Grundlage möglicher Einschätzungen jüngerer aufstrebender Athleten erfolgen, deren Entwicklung durch die Teilnahme an einem Meisterschaftsrennen gefördert werden könnte.

Es gibt grob drei Kategorien von Triathleten, die für eine Wildcard infrage kommen.
1) Athleten, deren Ranglistenplatz aufgrund von Verletzungen, Mutterschaft oder anderen Gründen nicht der Qualität ihrer bisherigen Leistungen entspricht, und die bewiesen haben, dass sie in der Lage sind, bei der Veranstaltung in Form zu sein.
2) Aufstrebende Athleten, die gezeigt haben, dass sie mit dem Qualifikationsfeld konkurrieren können, aber noch nicht die Möglichkeit hatten, einen ausreichend hohen Ranglistenplatz zu erreichen, um sich automatisch zu qualifizieren.
3) Kurzstreckenathleten, die einen ausreichend hohen Platz in der World-Triathlon-Rangliste haben, sodass zu erwarten ist, dass sie bei der Veranstaltung konkurrenzfähig sein werden.

Lars Wichert
Lars Wichert
Lars Wichert ist dreimaliger Weltmeister im Rudern und nahm an den Olympischen Spielen 2012 in London und 2016 in Rio de Janiero teil, bevor er zum Triathlon wechselte. 2021 gewann er sein erstes Rennen beim Ironman Hamburg in 8:12:46 Stunden, der schnellsten jemals erzielten Rookie-Zeit bei den Agegroupern.
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